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  • DE Mülheim an der Ruhr
  • 01/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-3695)

Städtebaulicher Wettbewerb "Neuer Hauptbahnhof"


  • 2. Preis

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Modellbau: Thomas Halfmann, Köln

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Halfmann Architekten, Köln (DE)

    Erläuterungstext


    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum.
    Albert Einstein (1879-1955)

    Das Bahnhofsumfeld von Mülheim an der Ruhr ist alles andere als ein Zufallsprodukt. Es ist der geplante und gebaute Beweis für die irrige Annahme, dass sich Verkehr allein durch Bündelung seiner Wege beherrschen und in städtebauliche Strukturen integrieren lässt.

    Städtebau ist Netzwerk und lebt von Verknüpfung.
    Wenn aber die einzelnen Stränge und Knoten zu stark werden, erhalten sie eine Eigendynamik, die mehr trennt als verbindet.
    Die Überwindung dieser Trennung und der Ausbau des Mülheimer Bahnhofes zu einem angemessenen Knotenpunkt, der Eppinghofen mit der Innenstadt vernetzt, ist das Ziel des Entwurfs.

    Wesentlich hierfür ist die Stärkung der Eppinghofer Straße als natürliche Nord-Süd-Verbindung und ihr Rückbau zu einem überschaubaren Straßenraum, der zur Zeit durch zahlreiche Ost-West-Barrieren unterbrochen wird: Parallelstraße, Hochstraße Tourainer Ring, Bahntrasse für Fernverbindungen, Bahntrasse der Rheinischen Bahn, Easy-Towers und Forum haben die Eppinghofer Straße auf mehr als 200 Metern Länge zu einem städtebaulich ungeordneten Verkehrsareal degradiert.

    Der Rückbau des Tourainer Rings nördlich der DB-Gleisanlagen zu einer Hauptverkehrsstraße mit Alleecharakter bietet eine erste große Chance zur städtebaulichen Neuordnung durch Schließung der Blockstrukturen und Säumen der ausgefransten Stadtkanten.
    Die geplante Fuß- und Radwegeverbindung auf der Trasse der Rheinischen Bahn bietet eine weitere Chance: Wir schlagen vor, den Bahndamm im Bereich der Max-Kölges-Straße auf Straßenniveau abzusenken, die Eisenbahnbrücke abzubrechen und die Eppinghofer Straße niveaugleich zu kreuzen. Dadurch läßt sich der Bahnhof über einen boulevardähnlichen langgestreckten Platz an das Stadtzentrum anbinden.

    Der Platz ist Zentrum und Rückgrat der städtebaulichen Anlage und neues Entree der Stadt für alle Bahnreisende. Überfahrbar für Busse im südlichen Bereich, begleitet durch Lichtinstallationen unter der Eisenbahnbrücke, verknüpft er das Bahnhofsgebäude mit Easy-Towers, Stadtzentrum und Forum. Baumgruppen und Wasserbänder erleichtern die Orientierung zur Stadt.
    Die Zufahrt zum unterirdischen Fernbusbahnhof und der Forum-Tiefgarage wird umorganisiert und als Abzweig aus der Unterführung der Eppinghofer Straße vorgeschlagen, um die Platzwirkung nicht zu unterbrechen.

    Der westliche Teil des Dieter-aus-dem-Siepen-Platzes wird durch den neuen Platz entbehrlich. Er wird straßenbegleitend bebaut und schließt zusammen mit der Bebauung am Löwenhof die Westseite der Eppinghofer Straße.

    Als weit sichtbares Stadtzeichen stülpt sich die quadratische Gleisüberdachung U-förmig mit einer metallisch-gläsernen Außenhaut über den Bahndamm. Diese große Geste wird beantwortet durch eine kleinere Überdachung ähnlicher Bauart für die Abgänge zur U-Bahn. Dazwischen öffnet sich mit einer großen Glasfront das neue bahndammhohe Empfangsgebäude zum Platz.
    Die Orientierung ist einfach: Viel Glas und Licht führt zum Stadtzentrum, eine deutlich kleiner dimensionierte Verbindungsachse leitet über eine Ausgang zur U-Bahn und ersetzt die bisherige penetrante Zwangsführung zum Forum. Der Nordausgang verknüpft den Bahnhof über eine kleinere Halle mit Eppinghofen.

    Zur städtebaulichen Fassung des Bahndammes und Reduzierung der Straßenräume wird die Gleistrasse im Nordosten durch ein Parkhaus, im Nordwesten und Südosten durch punktförmige Bürobauten flankiert, die mit untergeordneten Flachbauten an den Bahndamm angedockt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.