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  • DE-77933 Lahr
  • 03/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-115728)

Kanadaring


  • 3. Preis


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    Architekten
    Christine Edmaier, Berlin (DE)

    Verfasser
    Christine Edmaier

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: hochC Landschaftsarchitekten PartGmbB, Berlin (DE)
    Verkehrsplaner: fpb - Freie Planungsgruppe Berlin GmbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die Siedlung am Kanadaring wird neu strukturiert durch „grüne Inseln“, auf denen sich die jeweiligen Wohngebäude um private und halbprivate Innenräume gruppieren.
    Die grünen Inseln werden von gepflasterten Bewegungsflächen umflossen und dienen sowohl Fußgängern und Radfahrern als auch den Anwohnern zur Feinerschließung. Hecken und Sitzbänke definieren die Ränder dieser Inseln und markieren die notwendigen Grenzen zum „öffentlichen“ Raum. Dieser ist dem Charakter nach öffentlich, teilweise aber im Eigentum der Wohnungsbaugesellschaften. Hier gibt es Aufenthalts- und Serviceflächen, sowie Flächen für den ruhenden Verkehr. Sie gewährleisten gleichzeitig eine großzügige und vielfältige Durchlässigkeit des Quartiers zur Uferpromenade und über die Schutterstege in Richtung Dinglingen.

    Die Quartiere entlang der Schutter werden behutsam nachverdichtet, ohne bestehende Qualitäten durch Verschattung und Anbauten einzuschränken. Auf eine bauliche Schließung zur Blockbildung wird deshalb verzichtet. Die aufgestockten Dachgeschosse können bei den kürzeren Zeilen mit den kleinen Einheiten und den darunterliegenden Wohnungen zu Duplex- Einheiten verbunden werden. Dadurch entstehen großzügige Wohn-/Ess-Bereiche, die jeweils zu den Dachterrassen orientiert sind. Genauso werden die Erdgeschosswohnungen mit eigenem Gartenanteil mit dem darüberliegenden Geschoss zu Maisonetten kombiniert. Hier haben die Wohn/Ess-Bereiche im Erdgeschoss teilweise eine 2-Geschossigkeit, um den etwas niedrigen Deckenhöhen abzuhelfen. Alle 8 neuen Einheiten haben damit 5 Zimmer und sind besonders für Familien geeignet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Idee der grünen Wohninseln ist konsequent und qaulitätsvoll umgesetzt und gibt dem Gesamtquartier das gewünschte neue Erscheinungsbild. Das organische Gesamtbild lockert die bestehende Zeilenstruktur angenehm auf. Die städtebauliche Dominante im Kreuzungsbereich Schwarzwaldstr. / Otto-Hahn-Str. wird grundsätzlich positiv gesehen, eine Positionierung nördlich der Schwarzwaldstraße als Auftakt ins Quartier wäre jedoch zu prüfen.

    Die Zonierung der Inseln, konsequent autofrei, verspricht angenehme private Bereiche. Soziale Einheiten bilden sich nahezu selbstverständlich durch die wohlproportionierten Hofstrukturen. Die hochwertige Grünanlage mit Hecken lässt einen höheren Pflegeaufwand erwarten, der jedoch hinsichtlich der geschaffenen räumlichen Qualitäten ge-rechtfertigt erscheint. Die Zuordnung der Spielpunkte für kleine Kinder zu den jeweiligen Inseln ist sinnvoll. Die kon-sequente Parkierung an den Rändern der Wohninseln soll-te in Hinblick auf die Materialität, Qualität, Dimensionierung und Nutzungsmöglichkeiten der Verkehrsflächen nochmals überprüft werden.

    Der Abstand der Gebäude zur Schutter hin fällt wohltuend auf. Der Raum entlang der Schutter lässt auf eine hohe Verweilqualität schließen. Das Konzept des „blauen Bandes der Schutter“ wird durch die Renaturierung in diesem Bereich konsequent verwirklicht. Die Idee der zusätzlichen Stege über die Schutter zur Verknüpfung von Alt-Dinglingen und dem Gebiet wird positiv bewertet. Die Dimensionierung der Schutterpromenade sollte nochmals überprüft werden.

    Die Nachverdichtung wird im Wesentlichen durch Aufsto-ckungen mit Attikageschossen realisiert, die insgesamt ei-ne Aufwertung der Siedlungsstruktur darstellt. Der Umfang des Bestandseingriffs wird als aufwändig eingeschätzt.

    Der Quartiersplatz erscheint von seiner Lage her im Gebiet gut positioniert, lebt jedoch von der architektonischen Qualität der ihn begrenzenden Gebäude und muss von den Nutzungsmöglichkeiten her noch weiter ausformuliert werden.

    Insgesamt wirkt das Konzept der Inseln und Wohnhöfe identitätsstiftend und wird dadurch dem Wunsch des Auslobers nach Neuorientierung des Quartiers Kanadaring gerecht.


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