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  • DE-81379 München
  • 05/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-96528)

Boschetsrieder Straße / Ecke Drygalsky-Allee


  • 3. Preis

    kein Bild vorhanden
    Akustikplaner
    Müller-BBM GmbH, Planegg/München (DE), Berlin (DE), Dresden (DE), Frankfurt (DE), Gelsenkirchen (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Köln (DE), Nürnberg (DE), Reutlingen (DE), Stuttgart (DE), Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: 03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE)
    Landschaftsarchitekten: realgrün Landschaftsarchitekten, München (DE)
    Energieplaner: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart (DE), München (DE), New York, NY (US), Paris (FR)

    Preisgeld
    26.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Hinweise und Anregungen aus dem Zwischenprotokoll wurden in die Planung eingearbeitet und es zeigt sich, dass dieses Planungskonzept Optimierungen zulässt und Veränderungen eingehen kann, ohne die prinzipielle Haltung in Frage stellen zu müssen. So kennzeichnen jetzt das Fassadenbild regelmäßig gesetzte Zugangsportale der zukünftigen Bebauung und es bilden sich ganz überzeugende Einzelhausproportionen ab. Die Öffnungen der Gebäudeblöcke und die Möglichkeit der Durchwegung und Vernetzung ist auch nachgewiesen – über die planerischen Reaktionen bestätigt sich noch einmal die Qualität dieser Planungsstrategie, die sich aus einem vertrauten städtischen Prinzip der Blockbildung herleitet und – das belegt der Übersichtsplan – sich in Maß und Größe mit dem Umfeld gut verbindet.

    Die sehr präzise ausgearbeitete Planung zeigt also die Möglichkeiten und auch die Grenzen dieser grundsätzlichen Festlegungen auf, die das städtische Prinzip, die Verwebung mit den Konventionen, forciert, örtliche Bedingungen dafür aber ein wenig vernachlässigt.

    So bleibt die Lärmbelastung über die große Öffnung an der Boschetsrieder Straße, auch wenn der Baumbestand hier als Teil der öffentlichen Grünanlage äußerst qualitätsvoll gesehen werden kann. Dennoch wird bezweifelt, dass damit die Beeinträchtigung durch die Straße aufgewogen werden kann.

    Über die Blockstruktur definieren sich ausdrückliche Zuordnungen der Freiflächen, in wohnungsnahe halböffentliche Bereiche und einem parkähnlichen öffentlichen Freiraum, der so groß bemessen ist, dass er vermutlich alle Nutzungsanspruche einlösen könnte - wäre nicht die Verkehrsbelastung im Norden, die diese Nutzung zumindest einschränkt.

    Wäre nicht dieses eine punktförmig Gebäude, das sich in diesem Konzept noch immer nicht selbstverständlich einbindet. Hier werden Quadratmeter Wohnfläche summiert, die die Bilanz entlasten – und die vermutlich gar nicht mehr benötigt werden, wie die Auflistungen belegen. Eine räumliche Linie von diesem Objekt zu den nördlich der Boschetsrieder Straße befindlichen Häusern zu sehen, wird weiterhin bezweifelt und als nicht tragfähig erachtet.

    Der Entwurfsbeitrag weist mit der vorgeschlagenen Block-Typologie im Wettbewerbsmittel die günstigste Kompaktheit auf und lässt bei mittleren solaren Gewinnen einen geringen Energiebedarf erwarten. Die in den Wintermonaten vermehrt verschatteten Innenhofbereiche wirken sich jedoch ungünstig auf den Kunstlichtbedarf aus. Des Weiteren entstehen sowohl im Block als auch im Hochhaus innenliegende Räume und dunkle Flure, die nicht durchgängig eine vorteilhafte Tageslichtversorgung gewährleisten. Die weiteren Nachhaltigkeitskennwerte (z. B. erneuerbare Energiebedarfsdeckung, Flächeneffizienz Versiegelung) liegen im durchschnittlichen Bereich.

    Diese Arbeit leistet einen wertvollen Beitrag in der grundsätzlichen Frage hinsichtlich auch heute verlässlicher Gewebe städtischer Strukturen und begleitet eine Diskussion über planerische Kriterien, die eine Balance finden müssen zwischen grundsätzliche Prägungen und örtlich faktischen Einflüssen.