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  • DE-79224 Umkirch ‎
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-143103)

Quartiersentwicklung am Mühlbach


  • Engere Wahl

    Lageplan

    Architekten
    Humpert & Kösel-Humpert Freie Architekten und Stadtplaner GmbH, Karlsruhe (DE), Ludwigshafen am Rhein (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Patrick Humpert

    Mitarbeit
    Ella Beinhofer

    Erläuterungstext
    STANDORTBEWERTUNG:

    LEITIDEE:
    Das neue Baugebiet soll ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität, vielfältigen Wohnformen und einprägsamer räumlicher Struktur werden. Es soll sich in die dörflich gewachsene Umgebung einfügen und auf die tangierende Hauptstraße und den Mühlbach mit dem angrenzenden Park angemessen reagieren. Alte und neue Wegeverbindungen sollen verknüpft werden.
    Potentiale wie der kleine Park, der Bach und die Mühle herausgearbeitet werden. Das Erschließungssystem soll als „Shared Space“ dem innerörtlichen Charakter entsprechen.
    Die Baufelder sollen den stadträumlichen Aufgaben entsprechend unterschiedlich in der Struktur und flexibel in der Aufteilung sein. Attraktive, auch der Nachbarschaft zugängliche öffentliche Freiräume sollen entstehen. Ökologische Gesichtspunkte hinsichtlich Entwässerung, Sonnenenergienutzung usw. sollen wenn möglich in das Gesamtkonzept integriert werden.

    BEBAUUNGSKONZEPT:
    Die Gebäudestellung und Erschließung bestimmt die neue raumbildende, ortsprägende Grundstruktur des Baufelds. Im Norden entlang der Hauptstraße bilden dreigeschossige, geschlossene Geschosswohnungsbauten den Rücken und Lärmschutz. Sie öffnen sich nach Süd-West zu einer attraktiven Wohnlage mit Wohnungen mit kleinen privaten Gärten oder mit attraktiven Balkonen. Fahrräder, Kinderspielgeräte und auch der Abfall werden in teils offenen Pergolen aufgeräumt, die entlang der Zuwege angeordnet sind. Die Mehrfamilienhäuser können durch eine gemeinsame Tiefgarage unterirdisch verbunden werden. Die Läden in den Erdgeschossen entlang der Hauptstraße stärken den innerörtlichen Handel und können den Straßenraum positiv beleben. Die leicht verschränkte Bebauung lässt einen spannenden, das Gebiet verbindenden und prägenden Freiraum entstehen. Die innere Struktur ist eine lockere Bebauung die Durchblicke in den Park ermöglicht. Sie lässt bei Erhalt des städtebaulichen Gesamtkonzepts je nach Bedarf eine flexible Bebauung mit Doppel- und Reihenhäusern zu. Die Geschossigkeit der Mehrfamilienhäuser sollte 3+Dach die der Reihenhäuser 2+Dach nicht überschreiten.
    Das Pflegezentrum mit dem integrierten Quartierstreff ist am südlichen Ende des Parks platziert. Gemeinsam mit der Mühle entsteht hier eine attraktive Einfassung und Abrundung des Freigeländes und ein einladendes Entree am südlichen Eingang.

    FREIFLÄCHEN:
    Das Gebiet ist mit dem Mühlbach und den Park Teil des in Ost-westlicher Richtung verlaufenden Freiraumsystem. Die Lage und Stellung des Pflegezentrums im Park formuliert die grüne Mitte und steigert auch durch den im Gebäude integrierten Quartierstreff die Aufenthaltsqualität. Die wichtigen Wegeverbindungen werden verknüpft.
    Eine Verbreiterung des Mühlbach und die Anordnung von Sitzstufen im Bereich der Brücke macht diesen wieder erlebbar. Dichtere Baumbepflanzungen bilden den südlichen Rand zur Bestandsbebauung und fassen den Park ein. Der Quartierstreff mit Außenraumnutzung soll fester, belebender Bestandteil des Parks werden. Zusätzliche Möblierung mit Bänken und ein Kleinkinderspielplatz zum verweilen und erholen einladen.

    Die Grünfläche ist als eine mit Wiesenblumen bewachsene Wiese vorstellbar, die mehrfach im Jahr gemäht wird und allen Bewohnern für Spiel und Entspannung zur Verfügung steht .
    Dazu einzelne gepflegte „Staudeninseln“ für die Augen.

    ERSCHLIESSUNG:
    Die Haupterschließung des Baugebiets erfolgt von der Hauptstraße aus.
    Die Verkehrsflächen zwischen den Gebäuden sind als gemeinsam nutzbare Flächen (Shared Space), entsprechend den dörflichen Plätzen und Straßen, geplant.
    Die öffentliche Parkierung findet als freie Parkierung auf im Straßenraum markierten Flächen statt.
    Die Parkierung der Geschosswohnungsbauten ist überwiegend in Tiefgaragen untergebracht. Die Parkierung der Reihenhäuser auf den Grundstücken unter begrünten Carports.

    Das Fußwegenetz verbindet auf kurzen Wegen das Gebiet mit der Nachbarschaft und über den Park mit den Freizeitangeboten, den Schulen und der offenen Landschaft. Kurze Stichwege ermöglichen einen direkten Zugang sowohl zu der Naherholungsfläche wie auch zur Ortsmitte und Einzelhandel.

    Das Pflegezentrum wird über den Mundenhofer Weg erschlossen. Die Eingangs- und Empfangszone bildet gleichzeitig das freundliche Entree zum Park. Die PKW werden in einer Tiefgarage untergebracht. Besucher und Kurzparker parken auf dem kleinen Vorplatz.

    NACHHALTIGKEIT:
    Die Orientierung der Gebäude lässt auf den Dächern weitgehend eine solare Nutzung zu. Das Kanalsystem belastenden Oberflächenwasser der Straßen und Wege werden über (Dränfugenpflaster) durch Versickerung verringert. Dazu die Verringerung der Abflussbeiwerte durch die Dachbegrünung der Carports und intensive begrünten Flächen der Tiefgaragen. Dachflächenwasser der Reihenhausbebauung kann auf den Privatflächen versickert oder in Zisternen gespeichert werden. Dazu gehört ein sorgsamer Umgang mit den vorhandenen Bäumen im Park und ein Entsiegeln der derzeit versiegelten Flächen.

    SOZIALE ASPEKTE:
    Zu einem guten Standort gehört die dauerhafte soziale Ausgeglichenheit. Die Mischung verschiedener Gebäudetypen ermöglicht verschiedene Wohnformen die unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechen können. Das betrifft sowohl die unterschiedlichen Lebensentwürfe wie auch die finanziellen Möglichkeiten.
    Ein Mix von Familien mit und ohne Kinder, von Alleinstehenden, Senioren, Generationen übergreifender Bevölkerung, kann hier einen qualitätsvollen, den Ansprüchen entsprechenden, Wohnort finden. Das Angebot der öffentlichen Freiflächen ermöglicht ungezwungene Begegnungen der Bewohner und Bildung von Nachbarschaften.

    Die variable Bebauung der Baufenster lässt eine Anpassung an die letztendlich sich wirklich darstellende Nachfrage zu, ohne die städtebauliche Grundstruktur zu zerstören.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 21.06.2013, 15:51
Zuletzt aktualisiert 21.12.2016, 22:12
Beitrags-ID 4-69864
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