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  • DE-21640 Horneburg
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-132559)

Lange Straße


  • 3. Preis 2500

    Ausschnitt

    Landschaftsarchitekten
    arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Peter Köster, Sara Dahlheimer, Franziska Husung, Holger Pietrzok

    Erläuterungstext
    '...Der Entwurf für die Lange Straße und den Platz „Im Großen Sande“ orientiert sich in der städtebaulichen Grundstruktur und in der Materialität an den Besonderheiten Horneburgs. Der Dreiklang von Burg, Straße und Platz soll durch das ruhige Grundthema des Klinkers und die an die jeweiligen Besonderheiten angepassten Details von Straße und Platz gestärkt und für die Zukunft als städtebauliches Leitthema zurückgewonnen werden. '

    '...Mit der neuen Verkehrsführung auf Grundlage der Rahmenplanung wird die Lange Straße in Zukunft in drei Abschnitte gegliedert. Im Abschnitt West, vom Platz „Im Großen Sande“ bis zur Kurzen Straße, wird die Lange Straße Fußgängerzone. Im mittleren Abschnitt, von der Kurzen Straße bis zum Burgwall, wird sie zur Einbahnstraße, die nur von Ost nach West befahrbar ist. Im östlichen Abschnitt vom Burgwall bis zum Marschdamm ist sie als Einbahnstraße nur von West nach Ost befahrbar. Ziel des Gestaltungskonzeptes ist es, trotz dieser unterschiedlichen Verkehrsfunktionen, die Lange Straße als städtebauliche und gestalterische Einheit zu erhalten.

    Für den gesamten Straßenzug wird daher neben dem Thema der Spalierbäume eine durchgängige Breite der Fahrbahn vorgeschlagen. Grau-beige-farbene Granitborde bilden neben den Spalierbäumen im Straßenraum ein wichtiges gestalterisches Leitelement. Im Bereich der Fußgängerzone, zwischen dem Platz „Im Großen Sande“ und der Kurzen Straße werden diese Granitborde bündig in den Klinkerbelag eingelassen. Im mittleren und östlichen Bereich wird das Bord mit einer wasserführenden Kante von ca. 2 cm ausgeführt und von einer straßenseitig vorgelagerten Klinkerrinne begleitet. Diese beiden linearen Elemente ermöglichen es, den Zusammenhang des Straßenzugs auf der einen Seite zu stärken und andererseits den verkehrstechnischen Funktionen der unterschiedlichen Teilbereiche gerecht zu werden.

    Als Oberflächenmaterial wird ein rot-bunter Klinkerbelag vorgeschlagen. Durch die Mischung von vier unterschiedlichen, aufeinander abgestimmten Farbtönen erhält die Oberfläche ein lebendiges Farbspiel, das in der Lage ist, mit den verschiedenen Fassadenfarben zu harmonieren. Im Bereich der Gehwege und Plätze wird dem vierten Farbton noch ein fünfter hinzugefügt, um die funktionale Gliederung der Straßenräume zu unterstreichen. Durch einheitlichen Kohlebrand werden die unterschiedlichen Klinkerfarben gestalterisch wieder zu einer Einheit verbunden.
    ...'

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Als gestalterische Leitidee benennt der Verfasser den Dreiklang von Burg-Lange Straße und Platz im Sande als Städtebauliche Grundstruktur Horneburgs. Die Gestaltung der öffentlichen Räume soll vom historischen Vorbild abgeleitet werden. In einem Struktur-Piktogramm werden dazu 4 Nutzungsschwerpunkte formuliert. Die historische Achse der Langen Straße bildet dabei Leitlinie und verbindendes Element. Insgesamt werden die Vorgaben des Verkehrsentwicklungs-konzeptes berücksichtigt.

    Dieses Konzept soll durch eine differenzierte Darstellung von Klinkerbelägen sichtbar gemacht werden, dabei verwendet der Verfasser 4 abgestimmte Farbtöne, die durch unterschiedliche Verlegearten betont werden. Darüber hinaus werden die Fußgängerbereiche durch Beimischung eines fünften Farbtones unterschieden. Der Verfasser bezieht dieses Prinzip auch auf den Kreuzungsbereich mit der Bahnhofstraße. Trotz dieser differenzierten Verwendung von Klinkerpflaster ist der Eindruck nicht zu vermeiden, dass die differenzierte Raumgliederung der Langen Straße und der Plätze durch die starke Wirkung der roten Farbe dominiert wirkt.

    Der Vorschlag zur Abgrenzung der privaten flächen Spalierobstbäume mit Verweis auf das ,, Alte Land´´ als weiteres gestalterisches Element ist gut.
    Die Schließung der Baulücken auf dem Hameygelände und am Burggraben, durch zurückgesetzte Neubauten entspricht der städtebaulichen Situation.
    Die Kreuzung ,,Im Sande/ Lange Straße´´ soll als Platzbereich zur wirtschaftlichen Nutzung Horneburgs entwickelt werden, deshalb verlegt der Verfasser den Wochenmarkt auf den neu formulierten Platzbereich ,,Im Sande´´! Die Zufahrt zur Langen Straße wird durch eine torartige Baumstellung, einen Brunnen, sowie die Anordnung von Mastleuchten markiert, jedoch erscheint diese Führung zu diffus.

    Die Kreuzung ,,Neumarktstraße/ Lange Straße´´ wird als Platz im Burgraben in-terpretiert und soll die neue ,,Sozial-kulturelle Mitte´´ bilden und als ,,Treffpunkt der Generationen“ dienen. Baumdächer mit Sitzbänken schaffen Aufenthaltsqualitäten. Das Relikt des Burggrabens wird bis an diese Platzfläche herangeführt und durch ein Fontänenspiel in die Platzfläche integriert. Die vorhandene Allee wird ergänzt und als grüne Raumkante an die Lange Straße herangeführt. Die scharfe Trennung des grünen Raumes am Mehrgenerationenhaus von der geklinkerten Platzfläche wirkt stadträumlich abrupt.
    Der Verfasser bietet ein differenziertes Lichtkonzept, das die städtebauliche Struktur unterstreicht. Die Beleuchtung des Platzbereichs im Sande durch eine überhohe Mastleuchte ist maßstäblich verfehlt und führt zu einer undifferenzierten Lichtführung.