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  • DE-83512 Wasserburg a. Inn
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-134447)

Neubau kbo-Inn-Salzach-Klinikum und RoMed Klinik


  • 4. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Mola + Winkelmüller Architekten GmbH BDA, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Rentschler und Riedesser Ingenieurgesellschaft mbH, Filderstadt (DE), Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: bwp Bode, Williams und Partner - Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Mitarbeiter:
    Luis Mola
    Astrid Kantzenbach-Mola
    Miguel Cabezas Prudencio
    Israel Moreno Torres
    Alberto Ribotis
    Shruti Singh

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept besticht durch ein markantes Hauptgebäude mit Innenhof und seitlich angefügtem Riegel im Nordwesten, in dem alle wesentlichen zentralen Klinikfunktionen beider Nutzer gebündelt sind. Diese signifikante Setzung markiert den gewünschten gemeinsamen Eingang im Hauptgebäude. Die bettenführenden Stationen sind konsequent nach Süden ausgerichtet, wobei die topografischen Gegebenheiten mit einer Bauhöhenentwicklung von zwei bis drei Geschossen von der Baumasse her gut in den Hang integriert sind. Konzeptionell zu hinterfragen wäre jedoch die Freistellung des Erschließungsgangs nach Nordosten sowie das bauliche Sockelgeschoss um das denkmalgeschützte Haus 4. Die landschaftliche Integration wird durch diese Entscheidungen des Planers deutlich erschwert.

    Im zentralen Wettbewerbsgebiet entsteht eine gut nutzbare Freianlage, die den Charakter der Gesamtanlage fortschreibt. Bedingt durch den tief eingegrabenen Hauptbaukörper entsteht eine breite Landschaftstreppe, die einerseits den Blick nach Süden vom Vorplatz spektakulär freigibt, andererseits das denkmalgeschützte Haus 4 auf einem freigestellten Platz belässt und damit aus dem topografischen Kontext befreit. Die Erschließung der Stellplätze könnte direkt von Norden erfolgen. Dies würde die Allee vom Verkehr entlasten und die wertvolle Grünstruktur für Patienten und Besucher in ihrer Qualität stärken.

    Die einzelnen Nutzungen sind überwiegend klar und übersichtlich gegliedert. Allerdings ist die im Hauptgebäude vorgeschlagene zweibündige Gebäudeorganisation im Hinblick auf die flächigen Nutzungen als OP, Radiologie und Entbindung unbefriedigend. Gut gelöst dagegen ist die Situierung der Arztpraxen in der Eingangsebene des Hauptgebäudes. Die funktionale Anbindung der bettenführenden Stationen in der Ebene 1 ist grundsätzlich positiv zu beurteilen. Die großzügigen, nach Süden geöffneten Höfe, sind zwar wegen Belichtung und Aussicht positiv zu sehen, führen jedoch auch zu betrieblich langen Wegen. Insbesondere weist der Entwurf leider bei den bettenführenden Stationen des ISK mit einer erheblichen Unterfläche von fast 3000 m².

    Die äußere Erschließung erscheint sinnfällig und nachgewiesen. Die klare Trennung von Personen und Güterverkehr ist positiv zu beurteilen. Die innere Erschließung hingegen ist unübersichtlich und indirekt. Das Auffinden der Aufzugsgruppen ist schwierig, die Erschließung der bettenführenden Stationen ist durch Aufzugswechsel und wie bereits erwähnt durch betrieblich nachteilige lange Wege gekennzeichnet. Der aufgelöste Gebäudekomplex verfügt über große Hüllflächen. Damit wären Bau- und Unterhaltskosten
    im oberen Bereich zu erwarten. Für eine wirtschaftlich optimale Nutzung sind die langen Wege zwischen den einzelnen Bereichen sehr problematisch. Die Ökologie würde im Wesentlichen von den verwendeten Baumaterialien und der Bauausführung abhängen.
    Der Flächenverbrauch ist durch die Konzentration der Baukörper relativ gering. Das für die Kinder– und Jugendpsychiatrie vorgesehene denkmalgeschützte Haus 4 reicht hierfür bereits von den Flächen her gesehen keinesfalls aus.

    Die Geländeeingriffe im Bereich von Haus 4 führen zu einer Art Aufsockelung dieses Denkmalbestandteils. Die so entstehende Monumentalisierung dieses einen Bauteils des Gesamtdenkmals ist unangemessen. In Frage zu stellen ist aber hier der Umgang des Entwurfs mit der Topographie, nicht etwa der Erhalt von Haus 4. Als eines der letzten erhaltenen Bestandteile des ehemals nördlichen „Kopfes“ der historischen Krankenhausanlage kommt ihm besondere Zeugnisfunktion zu. Positiv zu bewerten ist die Einführung einer Grünzäsur zwischen Neubauteilen und den Gebäuden der historischen Nord-Süd-Achse.