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  • DE-16540 Hohen Neuendorf
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-134227)

Stadtzentrum


  • ein 4. Preis

    Präsentationsplan

    Architekten
    Winkens Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Karl-Heinz Winkens

    Mitarbeit
    Claudia Alvino

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: fpb - Freie Planungsgruppe Berlin GmbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    6.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen vor, über eine „aktive Zone“ die Verbindung vom Wildbergplatz zum Bereich des Rathauses herauszuarbeiten. Hier soll in ihrer Lesart die neue grüne Mitte der Stadt entstehen. Expressive Solitäre für die Rathauserweiterung und ein neues Wohn- und Geschäftshaus bilden mit ihrer ovalen Figur Adresse und Orientierung sowie einen wirkungsvollen Kontrast zur Heterogenität des stadträumlichen Gefüges. In ihrer Maßstäblichkeit können diese Neubauten gegenüber den Baukörpern des Fachmarktzentrums und dem Brückenbauwerk der B 96 eigene Akzente setzen. Ob mit dieser starken stadträumlichen Beziehung auch die Vernetzung der Freiräume über und unter der B 96 hindurch gelingen kann, stellt das Preisgericht in Frage. Auch bleibt offen, ob eine grüne Mitte für eine Stadt in einem landschaftlich attraktiven Umfeld notwendig ist.
    Sehr positiv bewertet die Jury die Gegenüberstellung von altem und neuem Rathaus auf einem verbindenden Platz. Auch der architektonische Kontrast zwischen Alt- und Neubau überzeugt. Wie der konvexe Neubau Besucher des Rathauses räumlich „empfangen“ kann, bleibt jedoch offen.
    Die Nutzungsverteilung im Planungsgebiet erscheint insgesamt als gelungen. Dazu trägt besonders der hohe Wohnanteil bei, der fast für alle Teilräume vorgeschlagen wird. Kritisch sieht die Jury in diesem Zusammenhang jedoch die Wohnbebauung nördlich des Rathauses – sie ist durch die Lage an der Bahn lärmexponiert und reagiert mit der gewählten Anordnung in Solitären nicht angemessen auf den zu erwartenden Lärmeintrag. Eine Bebauung des Grundstücks mit dem sowjetischen Ehrenmahl ist nicht vorstellbar – wäre für das Konzept aber auch nicht entscheidend. Die 3-geschossige Bebauung südlich der Karl-Marx-Straße vermittelt nicht wirkungsvoll genug zu den angrenzenden Einfamilienhäusern.
    Die räumliche und funktionale Verbindung von Wildbergplatz und Rathaus durch die bestehende Unterführung wird vom Preisgericht kritisch bewertet. Die Möglichkeiten einer Entflechtung von Fahr- und Fußgängerverkehr werden hier nicht genutzt. Sehr positiv wird hingegen die Querung der B 96 über die verlängerte Mittelstraße bewertet – ein wichtiger Beitrag zur Integration von Fachmarktzentrum und neuem Einzelhandel. Sie trägt auch zur Belebung des vorgeschlagenen neuen Marktplatzes auf dem Wildbergplatz bei. Insgesamt werden die Chancen zur fußläufigen Verbindung jedoch nicht nachgewissen. Vermisst werden allerdings Vorschläge zur Entwicklung des Fachmarktzentrums.
    Insgesamt würdigt die Jury als einen eigenständigen Beitrag zur Neugestaltung des Stadtzentrums, dessen räumliche Qualitäten durch funktionale Mängel eingeschränkt werden.