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  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    Burkhardt | Engelmayer | Mendel Landschaftsarchitekten Stadtplaner Partnerschaft mbB, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: steidle architekten, Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München (DE)
    TGA-Fachplaner: Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim (DE), München (DE)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Konzeption schließt konsequent die Blockrandbebauung entlang der Straßenränder ab. An der Dachauer Straße wird mit einer zu schmalen Vorzone auf den Stadtraum und die gegenüberliegende Grünfläche kaum reagiert. An der Maßmannstraße wird analog zum benachbarten Wohnhaus ein Pavillonabstand ausgebildet. Obwohl das Gelände nach Süden deutlich abfällt, reagiert der Entwurf mit einer einheitlichen Traufhöhe und akzentuiert diesen Gebäuderiegel mit zwei höheren Baukörpern im Blockinneren und einem deutlichen städtebaulichen Akzent an der Maßmannstraße, der an dieser Stelle im Grundsatz nachvollziehbar ist. Allerdings beeinträchtigt dieser mit sieben Geschossen die anschließende Wohnbebauung. Die Sechsgeschossigkeit im Blockinneren wirkt sehr dominant. Die durchgehende Traufhöhe am Straßenrand führt zu einer Überlagerung und einer Beeinträchtigung der Sichtbeziehung von der Dachauer Straße auf die Türme der Frauenkirche. Der Anschluss an das Männerwohnheim gelingt mit einer schlüssigen Höhenstaffelung.

    Der Neubau des Wohnheims fügt sich gut in die Umgebung ein. Insgesamt erreicht der Städtebau, auch mit dem dreigeschossigen, kompakten Haus für Kinder einen großzügigen
    Innenhof, der den historischen Geländesprung der Isarhangkante spürbar macht und Raum für eine Durchwegung und differenzierte Freiraumnutzung bietet. Die Tiefgarageneinfahrt ist funktional richtig an der Gabelsbergerstraße situiert.

    Aufgrund der unmittelbaren Lage des Gebäudes an der Dachauer Straße und Gabelsbergerstraße wird ein großzügig bemessener halböffentlicher, grün geprägter Binnenraum geschaffen. Aufgrund der Enge hat der Hauptzugangsbereich nur geringen Einladungscharakter, ein adäquat ausgeformtes Vorfeld wird vermisst. Die Zugänglichkeit zum Innenbereich führt überwiegend über Gebäudedurchgänge. Da der halböffentliche Grünraum in die Höfe hineinspielt, könnte damit eine gewisse Beunruhigung der Büroarbeitsplätze verbunden sein.

    Die wichtigen Bestandsbäume können, verbunden mit besonderen Schutzmaßnahmen, integriert werden. Der Wegeführung fehlt eine wünschenswerte Eindeutigkeit.


    Die Erschließung des Gebäudes liegt im Hinblick auf die innere Funktionalität und die Wegelängen sehr zentral, in Bezug auf die stadträumliche Situation an der Ecke
    Gabelsbergerstraße jedoch ungünstig. Auch die architektonische Gestaltung der Eingangssituation scheint nicht gelöst.

    Das hohe Foyer mit den halbgeschossig versetzten Nutzungsbereichen wirkt großzügig, insbesondere mit der Öffnung zum Freiraum und reagiert auf die Geländesituation. Die
    funktionalen Anforderungen im Inneren sind gut gelöst. Die Belichtung der Flure über „Lichtschächte“ ist nicht ausreichend.

    Es fehlt eine separate Erschließung des Konferenzbereichs. Die Idee, die Ziegelfassade des Bestandes aufzugreifen und zu verwenden wird kontrovers diskutiert. Schade ist, dass die
    Gestaltung der Fassade wenig differenziert ist und die unterschiedlichen Fassadentypologien, insbesondere mit ihren Übergängen, nicht schlüssig erscheinen.
    Die Eingangssituation zum Männerwohnheim und die Verbindung vom Alt- zum Neubau sind funktional gut angeordnet, die einseitige Orientierung zum Innenhof erscheint nicht notwendig und wird erkauft mit einer überdimensionierten Verkehrsfläche. Das vorgeschlagene, dreigeschossige Haus für Kinder ist richtig platziert, der Eingang aber
    umwegig vorgesehen. Die dargestellte Innenraumgestaltung entspricht nicht den betrieblichen Anforderungen. Eine Trennung der Freiflächen für die Krippengruppe von den Freiflächen für die Kindergartengruppen ist nicht erwünscht.

    Die Arbeit formuliert städtebaulich eine eigenständige, konsequente Lösung. In der schlüssigen Umsetzung des Raumprogramms und der Funktionalität weist sie Potentiale, in der stadträumlichen und architektonischen Ausformulierung Schwächen auf.

    Im Themenfeld „Komfort und Gesundheit“ verfügt die Arbeit infolge des mittleren Gesamtfensterflächenanteils und der Lochfassade über eine mäßige Tageslichtversorgung. Das Raumklima bietet dagegen durch den mittleren Ost-West-Fensterflächenanteil, das effiziente Sonnenschutzkonzept, die opaken Brüstungsbereiche sowie die Möglichkeit zur Nachtauskühlung über Lüftungspaneele sehr günstige Arbeitsplatzbedingungen. In Bezug auf die „Wirtschaftlichkeit“ liegt das NF/BGF-Verhältnis sowie die Lebenszykluskosten (Erstellung und Betrieb) im Durchschnitt. Hinsichtlich „Ressourcen und Energie“ ist nur ein niedriger Anteil des Gesamtgrundstücks versiegelt. Der Primärenergieinhalt der Baustoffe („graue Energie“) weist gleichermaßen mittlere Werte zur Baumasse unter Gelände, zum Bruttorauminhalt und zum Hüllflächenanteil auf. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe ist nicht beabsichtigt, die Fassadenausbildung erscheint allerdings sehr dauerhaft. Der absolute und spezifische Endenergiebedarf befindet sich jeweils im Durchschnitt. Die Energiebedarfsdeckung kann durch ein großes PV-Potential aufwarten, die Solartechnik ist teilweise formal in die Dachflächen integriert. Insgesamt liegt das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept des Beitrages gleichermaßen im Wettbewerbsmittel aller Arbeiten sowie der Arbeiten in der Engeren Wahl im oberen Bereich.