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  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    Planstatt Senner, Überlingen (DE), Stuttgart (DE), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Baumschlager Eberle Architekten, Lustenau (AT), Vaduz (LI), Wien (AT), Zürich (CH), Hong Kong (CN), Berlin (DE), Hanoi (VN), Paris (FR), Hamburg (DE), Saigon (VN), Kraków (PL)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit wählt den Ansatz eines blockhaften Solitärs. Dabei wird die Kante an der Dachauer Straße schlüssig aufgenommen, jedoch ist die Ausbildung des Baukörpers an der Gabelsbergerstraße ohne Bezug zur Umgebung. Die Höhenentwicklung ermöglicht eine gute Sicht von der Dachauer Straße auf die Frauenkirche. Ein städtebaulicher Akzent wird dabei aber nicht gesetzt.

    Der Eingang liegt gut positioniert in der Mitte der beiden ineinander verschränkten Gebäudeteile und dient als Gelenk für beide Blöcke. Die Großzügigkeit des Vorplatzes spiegelt sich jedoch nicht in der Ausgestaltung des niedrigen und engen Eingangsbereichs wider, der keinen Wiedererkennungswert für das RGU bietet.

    Die Zulieferung an der Gabelsbergerstraße ist an dieser Stelle zwar machbar, jedoch in Bezug auf die Nähe zu Frei- und Wohnbereichen des Männerwohnheims kritisch zu sehen. Die gewünschte Fußwegverbindung zwischen Maßmannpark und den angrenzenden Wohngebieten ist nicht erkennbar.

    Aufgrund der städtebaulich kritisch zu sehenden Situierung des Baukörpers auf dem Grundstück als Solitär verschenkt der Entwurf zudem wertvolle Freiräume. Die beiden Innenhöfe ermöglichen nur teilweise eine Belichtung der umliegenden Büros und bieten zudem keine Aufenthaltsqualität für alle Mitarbeiter/innen des RGU. Die ruhige Fassade mit ihrem Low-Tech-Ansatz hat einen angenehmen Charakter und wirkt einladend. Der Schallschutzproblematik wird durch spezielle Lüftungspaneele begegnet. Die Erschließung des Inneren über das zentrale Atrium ist gut gelöst, es entstehen kurze Wege. Die Barrierefreiheit ist dabei gegeben. Die Kombibüros und die Untersuchungsräume orientieren sich logisch um die Innenhöfe, die Wartebereiche und Mittelzonen sind dabei jedoch ohne Tageslicht. Die Raumzuschnitte entsprechen den Vorgaben. Die Flexibilität ist aufgrund des teilweise großen Fassadenrasters jedoch nur eingeschränkt gegeben. Die horizontale Bereichsbildung innerhalb des Gebäudes ist ab dem 1. Obergeschoss unproblematisch. Im Erdgeschoss durchmischen sich sensible Themenbereiche wie Tuberkulose und Infektionsschutz, was so nicht möglich ist.

    Als problematisch sind die Führung von Besucherströmen bis ins 3. Obergeschoss und der nicht separat mögliche Zugang zum Konferenzbereich im Erdgeschoss zu sehen.
    Der längliche zweigeschossige Baukörper der Kindertagesstätte reduziert in seiner Ausgestaltung und Platzierung den Freiraum zusätzlich. Der Eingang ist gut situiert, bei der Raumaufteilung ist jedoch die offensichtlich ausschließliche Anordnung der Kinderräume im
    1. Obergeschoss und damit ohne unmittelbare Anbindung an die Freiflächen ungünstig. Die Höhenentwicklung des Erweiterungsbaus des Männerwohnheims ist in Bezug auf die gegenüberliegende Bebauung und die Nachbarbebauung kritisch zu sehen. Die Barrierefreiheit ist gegeben. Die Nähe des RGU-Neubaus und der Anlieferzone
    beeinträchtigen die Belichtung sowie die Nutzbarkeit der Freiräume. Der Beitrag, die Außenfassade mit 76 cm Hochlochziegelsteinen ohne zusätzliche Wärmedämmung auszubilden, wird als innovativer Ansatz gewertet.


    Bei einer eher überdimensionierten Eingangssituation verbleibt wenig Raum für die Gartenseite. Eine klare Durchwegung ist nicht erkennbar. Vorhandene Bäume können nur bedingt erhalten werden. Besondere Angebote im Freiraum werden nicht entwickelt


    Im Themenfeld „Komfort und Gesundheit“ verfügt die Arbeit infolge des zu geringen Gesamtfensterflächenanteils, der sehr tiefen Laibungen sowie insbesondere der
    unzureichend belichteten hofseitigen Büros – nahezu ohne Außenraumbezug – über eine ungünstige Tageslichtversorgung. Auch das Raumklima wirft Fragen nach qualitativen Arbeitsplatzbedingungen auf; einerseits überrascht der Low-Tech Ansatz mit den massiven speicherfähigen Außenwänden, andererseits kann das Sonnenschutzkonzept nur über die Laibungstiefe vor allem in Ost-West-Richtung nicht ohne weitere Maßnahmen funktionieren. In Bezug auf die „Wirtschaftlichkeit“ liegt das NF/BGF-Verhältnis sowie die Lebenszykluskosten (Erstellung und Betrieb) im Durchschnitt. Hinsichtlich „Ressourcen und Energie“ ist ein mittlerer Anteil des Gesamtgrundstücks versiegelt. Der Primärenergieinhalt der Baustoffe („graue Energie“) weist gleichermaßen mittlere Werte zur Baumasse unter Gelände, zum
    Bruttorauminhalt und zum Hüllflächenanteil auf. Die Fassadenausbildung erscheint allerdings ausgesprochen robust und dauerhaft. Der absolute und spezifische Endenergiebedarf befindet sich jeweils ungefähr im Durchschnitt. Die Energiebedarfsdeckung könnte durch ein großes PV-Potential aufwarten, allerdings werden über die Integration von Solartechnik keine Aussagen getroffen. Insgesamt liegt das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept des Beitrages im Wettbewerbsmittel aller Arbeiten im oberen Bereich, fällt jedoch im Vergleich mit den Arbeiten in der Engeren Wahl deutlich ab.