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  • DE Schleswig
  • 04/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-4080)

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb "Auf der Freiheit"


  • 2. Preis

    Lageplan

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    Architekten
    plan-lokal Körbel + Scholle Stadtplaner PartmbB, Dortmund (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: dreibund architekten BDA ballerstedt | helms | koblank | PartGmbB, Bochum (DE)
    Landschaftsarchitekten: wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum (DE)

    Erläuterungstext


    Leitidee

    Der herausragende Standort des ehemaligen Kasernengeländes, direkt am Ufer der Schlei bietet ideale Vorraussetzungen für qualitätvolle Wohnlagen am Wasser. In Verbindung mit dem vorhandenen wertvollen Baumbestand und den erhaltenen Bestandsgebäuden können von Anfang an integrierte, in die Geschichte des Ortes eingefügte Wohnanlagen mit vielfältigen Blickbeziehungen in die Parklandschaft und auf die Wasserfläche der Schlei entstehen.

    Behutsam sollen die vorhandenen Qualitäten in das Konzept integriert werden, wobei der Erhalt in Verbindung mit der vorgeschlagenen neuen Nutzung der Bestandsgebäude 43 (ehem. Stabsgebäude) und 33 (ehem. Wirtschaftsgebäude) dazu beiträgt, die historischen Spuren zu sichern und als qualitäts-und idenditätsstiftende Elemente in das neue Quartier zu integrieren.

    Städtebau

    Die hervorragende Anbindung an die Innenstadt durch das ehemalige „Westtor“ wird durch einen kleinen Platz als Auftakt zum Gesamtgebiet akzentuiert. Hier werden einzelne Einrichtungen der Nahversorgung angeboten, ein Infopoint für das Gesamtgebiet kann erste Anlaufstelle für Besucher und Nutzer auch der zukünftig entstehenden Einrichtungen sein.

    Die vorhanden Großstrukturen mit ihren beiden Baufeldern werden aufgenommen und in die parkartige Landschaft eingefügt. Vorhandene Erschließungselemente werden genutzt, die Felder ohne vorhandenen Baumbestand werden verdichtet, der Baumbestand zwischen den Gebäuden kann vollständig erhalten und ergänzt werden. Die weite Wasserfläche der Schlei ist sowohl von den Erschließungsstraßen als auch aus den einzelnen Gebäuden erlebbar und als wichtigste Standortqualität einbezogen.

    In beiden Baufelder werden ausgehend von der Erschließungsstraße im Norden, verschiedene, auf die jeweilige Situation reagierende Bautypen angeboten. Im Norden eine Stadthauszeile, die den Straßenraum begleitet und gleichzeitig als Puffer die anschließende Bebauung schützt. Daran anschließend werden in den Park eingefügte flexibel teilbare Einzel- und Doppelhäuser mit Dachterrassen vorgeschlagen, die durch die vorgeschlagene versetzte Anordnung vielfältige Blickbeziehungen in den Park und auf das Wasser erlauben. Grundstückseinfriedungen sollen weitgehend vermieden werden um ein „Durchfließen der Parklandschaft zu ermöglichen. Eine übergeordnete Gestaltung auch von Teilen der privaten Freiräume kann dieses Bild unterstützen. Als Abschluss und/oder Auftakt der beiden Baufelder sind einzelne Parkvillen mit direktem „Meerblick“ an eine Promenade gestellt. Dieser Bautyp lässt auch für die dahinter liegende Gebäude immer wieder Durchblicke zur Schlei zu.

    An der Marina im Osten sind den Parkvillen ähnliche Bautypen vorgeschlagen, jedoch werden hier kleinere Appartments oder auch Ferienwohnungen vorgeschlagen. Im Erdgeschoss werden Dienstleistungen in Verbindung mit dem Bootsbetrieb am Hafen vorgesehen.

    Für das zentrale Wirtschaftsgebäude (33) wird betreutes Wohnen in Verbindung mit einer Arzt- und oder Physiotherapiepraxis, alternativ ein Wellness- und Fitnessbereich vorgeschlagen. Die weiten Flächen des vorgelagerten dreieckigen Landschaftsraumes tragen maßgeblich zur Qualität dieses Standortes mit seinen neuen Nutzungen bei.

    Das ehemalige Stabsgebäude (43) wird erhalten und mit Maisonettetypen mit jeweils eigenem ebenerdigen Zugang der neuen Wohnnutzung zugefuhrt.

    Verkehr

    Von der vorhandenen Erschließungsstrasse zwischen „Holmer Noor“ und dem südlich anschließendem Wettbewerbsgebiet erschließen je drei nach Süden verlaufende Straßen als verkehrsberuhigte Mischverkehrsflächen jedes Baufeld. Vorhandene Trassen werden genutzt, zum Teil zurückgebaut, entsiegelt oder auch ergänzt.

    Die Parkierung erfolgt flächensparend, direkt von diesen Flächen aus, oder für die Parkvillen in Tiefgaragen mit direkten Zugängen zu den Treppenhäusern. Die Einzel- und Doppelhäuser könne alternativ auch mit direkt zugeordneten Stellplätzen angeboten werden. Öffentliche Stellplätze können zusätzlich im Straßenraum und im Bereich der Marina in einer Tiefgarage unter den Appartementhäusern nachgewiesen werden.

    Eine übergeordnete fußläufige Verbindung, ausgehend von der Fischersiedlung, in Verlängerung der Süderholmstraße, wird als landschaftlich geführter Weg in das neue Quartier geführt, in den zentralen Grünraum und darüber hinaus bis zur Marina bzw. zur südöstlichen Spitze am Ufer der Schlei.

    Fuß- und Radwege

    Ein dichtes Netz von Fuß- und Radwegen verbindet die Gebiete untereinander und darüber hinaus mit dem Bestand. Dieses System ist unabhängig vom Straßennetz konzipiert und ermöglicht die entspannte, sichere Benutzung auch für Kinder. Fußgänger haben hier “Vorfahrt”. Zwei Hauptfuß- und Radwege in Ost-West-Richtung übernehmen innerhalb der Wohnbereiche die Hauptverteilung und Orientierung im Gebiet. Als gebauter Abschluss übernimmt die “Landschaftspromenade” im Süden diese Funktion.

    Bautypologie

    Einzel-/ Doppelhaus als freistehende Gebäude im Park. Beide Typen werden in drei Größenvarianten angeboten. Die Ausrichtung der Gebäude erfolgt zum Wasser. Unterschiedliche Ausstattungsdetails wie Terrassen, Loggien, eine integrierte Garage oder großzügige Verbindungen der Geschosse über Lufträume lassen individuelle Kombinationsmöglichkeiten zu. Allen Geschossen sind Abstellräume zugeordnet.
    Die auf einem steinernen Sockel stehenden Häuser sind in hellem Putz gehalten. Grosse Fenster mit Holzrahmen sind wie „ Ausblicke“ in die Fassaden gesetzt. „Schwebende“ Holzdecks im Erdgeschoss schaffen die direkte Verbindung zu dem Grün. Die zurückversetzten Dachgeschosse öffnen sich zu großzügigen Dachterrassen.

    Reihen-/ Stadthaus nach Süden ausgerichtet mit großzügigem Garten. Angeboten werden zwei Größen als Reihen- bzw. Reihenendhaus. Die Obergeschosse können als Ausstattungsvariante mit Arbeitsgalerie, zwei Zimmern oder Studio im Dachgeschoss gewählt werden. Materialien wie Einzel-/ Doppelhaus.

    Parkvilla / Appartementhaus in erster Reihe am Wasser. Tiefgarage, Aufzug, schwellenlose Erschließung aller Wohnungstypen. Die offenen Grundrisse der Parkvilla werden in drei Größenvarianten angeboten – bis zur Loftwohnung im zurückversetzten Dachgeschoss. Materialien wie Einzel-/ Doppelhaus.

    Bauabschnitte

    Das Konzept ermöglicht die Realisierung unterschiedlichster Bauphasen. Die Bauabschnitte Hauptbauabschnitte lassen eine in sich schlüssige und “fertige” Lösung entstehen, fragmentarische Teillösungen werden vermieden.

    Freiflächen

    Großzügige mit alten Bäumen überstandene Grünflächen zeugen von der Zeit der Kasernennutzung. Den wertvollen Baumbestand erhaltend, beschränkt sich die Neubebauung weitestgehend auf die beiden bereits heute bebauten Felder.

    Die historische Wegebeziehung aus der vormilitärischen Nutzung aufnehmend, quert ein Fußweg die Neubebauung und schafft mit seinen kleinen Aufweitungen einen hohen Nutzwert für die Bewohner.

    Mit der Reduzierung der Neubebauung auf die beiden Felder wird eine selbstverständliche Abgrenzung der privaten von den öffentlichen Freiflächen erreicht: private Gärten innerhalb der beiden Felder, locker mit Bäumen überstellt unterscheiden sich klar von den öffentlichen Freiflächen, die mit ihrem Großbaumbestand einen offenen, parkartigen Charakter erhalten.
    Diese positiv wirkende Trennung, die eine Aneignung der Freiflächen durch die Bewohner erst ermöglicht, wird außerdem durch die Uferpromenade unterstützt, die den südlichen Rand der Neubebauung mit einer klaren Kante zum parkartigen Schleiufer abschließt.

    Die Uferpromenade führt als Fuß- und Radweg bis zum großzügigen Hafenplatz der Marina. Den etwas tiefer liegenden Park durchziehen einige wenige wassergebundene Wege, die abwechslungsreich zwischen den Baumgruppen bis an das Ufer der Schlei führen. Rundspaziermöglichkeiten sind damit ebenso gegeben wie eine Nutzung der weiten Rasenflächen zum Entspannen und Erholen. Das Schleiufer wird in seiner heutigen Ausprägung belassen.

    Der Dreiecksplatz und die Fläche um das Gebäude Nr.33 werden als öffentliche Freifläche genutzt. Damit ist eine Verbindung zwischen Holmer Noor und der Schlei gegeben.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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