loading
  • DE-81927 München
  • 10/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-134600)

Errichtung von vier Grundschulen in modularer Bauweise


  • 4. Preis

    Perspektive Haupteingang Bauhausplatz, © CODE UNIQUE Architekten

    Architekten
    CODE UNIQUE Architekten, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Boden-Peroche , Volker Giezek

    Mitarbeit
    Paul Schmelzer, Dominic Geppert, Michael Baer, Michael Klemm

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden (DE)
    Brandschutzplaner: Prof. Rühle, Jentzsch & Partner GmbH, Dresden (DE)

    Preisgeld
    54.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Der umgebende Städtebau aller vier Gundstücke ist heterogen wie auch differenziert. Die städtebauliche Körnung variiert ebenso stark wie der Zusammenhang zwischen seinen einzelnen Elementen. Diese finden sich teilweise zu Blockrändern, stehen frei oder reihen sich axial auf.
    Um sich in solch unterschiedlichen Umgebungen zu integrieren fasst ein Sockelgeschoss klar die städtebaulichen Kanten. Punktuelle Erhöhungen greifen die Geschossigkeit der umgebenden Gebäude auf und setzen Akzente an den vorgeschalteten Platzsituationen. Der höchste Baukörper markiert dabei die Eingangssituation, welche durch einen Unterschnitt zusätzlich betont wird. Innere Höfe lockern den Körper, die Kronen ihrer Bäume sind aus dem Stadtraum erkennbar und tragen die Botschaft einer grünen Schule hinaus. Der Schulkomplex wird so zu einem Baukörper zusammengezogen und zu einer eigenständigen Plastik, die auf den umgebenden Kontext reagiert.


    Innere Struktur

    Ausgehend von der Idee die Gemeinsamkeiten der einzelnen Raumprogramme herauszustellen und in einzelne Module zu fassen ergeben sich vier unterschiedliche Grundbausteine. Diese gliedern sich klar in die verschiedenen Nutzungen und sind in sich flexibel. Durch diese Herangehensweise ist es möglich jeden Modulbaustein in der späteren Ausführung separat zu planen. Aufgrund der klaren inneren Struktur und axialen Ausrichtung ist eine variable Anordnung der einzelnen Bausteine möglich. Die Grundbausteine teilen sich in den Zentralbaustein mit Lernhaus, die Dreifachsporthalle, die Zweifachsporthalle sowie das Haus für Kinder.

    Der Zentralbaustein deutet bereits durch seine Überhöhungen auf einen Eingang hin, der durch eine Auskragung noch weiter betont wird. Der Weg durch das Gebäude wird von Einblicken in Höfe und Ausblicken ins Freie begleitet.

    Die Sporthalle dockt in Verlängerung der Haupterschließungsachse an den Zentralbaustein an und bildet mit den gegenüberliegenden Werkräumen eine Einheit. Hier werden lärmintensive Nutzungen gebündelt und vom stillen konzentrierten Lernen getrennt. Für die verschiedenen Nutzer sind alle Hallenbereiche abtrennbar und separat zu erschließen.

    Das Haus für Kinder gruppiert sich um einen internen Hof. Die Leitungszimmer liegen in unmittelbarer Nähe des Eingangs wodurch die Beaufsichtigung erleichtert wird. Ähnlich dem Lernhauskonzept wird auch hier eine Vermischung der unterschiedlichen Altersgruppen gefördert.


    Konstruktion

    Das Gebäude bietet durch die modulare Stahlbetonskelettbauweise ein höchstes Maß an Flexibilität in der Grundrissgestaltung und begünstigt eine spätere Umnutzung innerhalb der zukünftigen Schullandschaft, da nachträgliche Wände und Einbauten frei positioniert werden können. Große Nutzungen wie der Speiseraum und die Mehrzweckräume sind nicht überbaut was eine Stützenfreie Ausbildung ermöglicht.
    Durch Stahlbetonfertigteile wird eine hohe Vorfertigung garantiert, was sich positiv auf die Herstellungsdauer sowie die Baukosten auswirkt. Die Fertigteile können für alle Schulen einheitlich hergestellt werden, was für kurze Bauzeiten spricht. Durch das Geschossübergreifende Konstruktionsraster gilt das nicht nur für die Tragstruktur und Decken des Gebäudes sondern auch für die vorgehangenen Fassadenelemente. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt durch massive Treppen-, Aufzugskerne und Versorgungsschächte. Durch die erdgeschossige Anknüpfung der Modulbausteine werden Detailanschlusspunkte minimiert und jedes Modul in der Werkplanung separat geplant und an den einzelnen Standorten als Ganzes realisiert.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Lernhausmodul
    Der Grundriss der Lernhäuser entspricht den funktionalen Anforderungen der Auslobung.
    Der zentral angeordnete Pausenbereich ist optimal mit den beiden Ganztagsräumen zusammenschaltbar und über einen Innenhof gut belichtet. Die vier in den Ecken liegenden Klassenzimmer haben hingegen nur eine eingeschränkte Sichtbeziehung zum Zentralbereich. Die Auslagerung der Abstellräume und WCs in die Erschließungsachse außerhalb der Lernhäuser wird ebenfalls nachteilig beurteilt.
    Die Brandschutzanforderungen sind nicht erfüllt, da beide Rettungswege innerhalb des Moduls über den Pausenbereich geführt werden.Die Verknüpfung jeweils zweier Lernhäuser erfolgt schlüssig, übersichtlich und knapp über eine gemeinsame Erschließungszone, welche wiederum über die Innenhöfe der Module gut belichtet werden. Da sich in einer Ebene immer nur zwei Lernhäuser verknüpfen lassen, entsteht bei ungerader Lernhaus-Anzahl keine durchlaufende Traufe, sondern unterschiedlich hohe Gebäudeteile. Die Höhenstaffelung ergibt sich also aus dem Raumprogramm und kann daher nicht auf jede städtebauliche Situation die richtige Antwort finden. Die vorgeschlagene Stahlbetonskelettbauweise in Verbindung mit massiven Deckenscheiben ist eine bewährte, kostengünstige Bauweise und lässt sich problemlos umsetzen. Das Skelett bietet hohe Flexibilität für spätere Aus- und Umbauten. Die Fassade mit ihren vorgehängten Betonfertigteilen passt zur inneren Konstruktion. Durch den hohen Fensteranteil und die angenehme Proportionierung der Fassaden ergibt sich dennoch eine für eine Grundschule angemessene architektonische Gestaltung, die durch die gelborange eingefärbten Metallpaneele eine freundliche Note erhält.

    Konstruktion und Wirtschaftlichkeit
    Die gewählte Konstruktion lässt trotz heterogener Gesamterscheinung eine noch wirtschaftliche Bauweise erwarten. Die Investitionskosten bewegen sich im mittleren Bereich. Es ist eine herkömmliche Stahlbetonskelettkonstruktion mit Stb-Decken als Halbfertigteile vorgesehen, Vorfertigung ist teilweise möglich. Durch das reduzierte Tragwerk sind Ausbau bzw. Umbau erleichtert. Der hohe Anteil an Pfosten-Riegel-Konstruktion führt zu erhöhten Kosten in den Innenhofbereichen.

    Energieeffizienz
    Aufgrund des wenig kompakten Baukörpers - und somit unvorteilhaftem A/V-Verhältnis - weisen gleichermaßen der Gesamt-Endenergiebedarf als auch der spezifische Bedarf pro m² NGF ungünstige Werte auf. Während die Tageslichtversorgung und das Raumklima noch durchschnittlich qualitätsvolle Lernumfeldbedingungen ermöglichen, erscheinen insbesondere die zu den Innenhöfen orientierten Nutzungen nur bedingt ausreichend versorgt. Bei der Baustoffwahl ist die Verwendung nachwachsender Rohstoffe nicht vorgesehen - die gesteigerte Dauerhaftigkeit der Fassade aus Beton-Fertigteilen kompensiert jedoch teilweise die aufzuwendende „Graue Energie“ bei der Herstellung. Im Vergleich der im 3. Rundgang verbliebenen Arbeiten liegt das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept der Arbeit im ungünstigen Bereich.

    Städtebau und Freiraum allgemein
    Der flächige und steife Gebäudekomplex erschwert die Ausformung von interessanten und qualitätvollen Schulfreiflächen. Es entstehen zum Teil Restflächen mit schwierigen Zuschnitten. Die Zugänge sind schwer auffindbar. Die vorgeschlagen Innenhöfe sind, zumindest in viergeschossigen Bereichen, zu eng für eine gute Belichtung. Die Zuordnung Pausenhof und Parkplatz ist klar gegliedert. Innen- und Außenbezüge sind interessant.

    Umsetzung/Einzelne Standorte

    Grundschule an der Ruth-Drexel-Straße

    Städtebau und Freiraum
    Der Entwurf ist gekennzeichnet durch eine flächige, räumlich bewegte Bauform mit unterschiedlicher Höhenentwicklung. Gleichzeitig lässt das Gebäude jedoch kaum Platz für Freibereiche. Es entstehen zahlreiche Resträume. Die Straßenräume wirken unruhig und werden wenig gefasst. Die Erscheinung von der Eugen-Jochum-Straße ist fragwürdig.

    Der Parkplatz liegt entlang der Schwimmhalle, was aus Sicht des Schallschutzes bei oberirdischer Stellplatzanordnung noch die günstigste Lösung darstellt. Einschränkungen bei außerschulischer Nutzung verbleiben, vor allem während der Nacht. Die Lage des Pausenhofes wird kritisch beurteilt.

    Erschließung und innere Funktion
    Der Eingang der Schule liegt sinnvoll im Gebäude. Alle zentralen Funktionen befinden sich im Erdgeschoss und sind somit auf kurzen Wegen auch für externe Besucher gut erreichbar. Leider sind die Eingangsbereiche etwas beengt ausgefallen. Durch den unmittelbaren Anschluss des Sportbereichs ergibt sich im Erdgeschoss ein etwas unübersichtliches Wegesystem; zentrale EG-Bereiche und Lernhäuser im OG sind dagegen durch die klare mittige Erschließungsachse verknüpft.
    Die barrierefreie Erschließung ist durch die Lage der Aufzüge gut gelöst. Zwischen Lernhäusern und Fachlehrsälen sind jedoch weite Wege zurück zu legen. Die Anlieferung für die Küche erfolgt über den Pausenhof und liegt damit ungünstig. Der Musiksaal liegt abseitig und befindet sich nicht im räumlichen Zusammenhang mit den zentralen Funktionen (Speisebereich, Mehrzweckraum).
    Insgesamt sind die funktionalen Anforderungen der Auslobung im wesentlichen umgesetzt und die erforderlichen Raumgrößen nachgewiesen.

    Grundschule am Bauhausplatz

    Städtebau und Freiraum
    Die flächige Gebäudeagglomeration bildet eine bewegte Silhouette, wobei die Raumbildung zum Bauhausplatz nicht optimal ist und unruhig wirkt. Die Viergeschossigkeit weicht von den Vorgaben ab. Die Erscheinung von der Gertraud-Grunow-Straße ist fragwürdig.
    Diese Anbindung wird eher als Rückseite ausgebildet und durch die Situierung der Sporthalle noch verstärkt.
    Der Parkplatz liegt schalltechnisch günstig am Straßenende, wodurch Einschränkungen der schulischen Nutzung verringert werden. Fahrradstellplätze liegen auf dem Pausenhof ungünstig. Der Zugang zur Hausmeisterwohnung über die öffentliche Grünfläche wird problematisch beurteilt.

    Erschließung und innere Funktion
    Der Eingang der Schule und des Hauses für Kinder liegen sinnvoll im Gebäude. Alle zentralen Funktionen befinden sich im Erdgeschoss und sind somit auf kurzen Wegen auch für externe Besucher gut erreichbar. Leider sind die Eingangsbereiche etwas beengt ausgefallen. Durch den unmittelbaren Anschluss von Sportbereich und Haus für Kinder ergibt sich im Erdgeschoss ein etwas unübersichtliches Wegesystem; zentrale EG-Bereiche und Lernhäuser im OG sind dagegen durch die klare mittige Erschließungsachse verknüpft.
    Die barrierefreie Erschließung ist durch die Lage der Aufzüge gut gelöst. Zwischen Lernhäusern und Fachlehrsälen sind jedoch weite Wege zurück zu legen. Die Anlieferung für die Küche erfolgt über den Pausenhof und liegt damit ungünstig. Der Musiksaal liegt abseitig und befindet sich nicht im räumlichen Zusammenhang mit den zentralen Funktionen (Speisebereich, Mehzweckräume).
    Insgesamt sind die funktionalen Anforderungen der Auslobung im wesentlichen umgesetzt und die erforderlichen Raumgrößen nachgewiesen.

    Grundschule Freiham, Am Quartierszentrum

    Städtebau und Freiraum
    Der Quartiersplatz erhält mit dem Hochpunkt des Schulkomplexes nur einen teilweisen Abschluß. Die Gebäudehöhen staffeln sich nach Süden ab und reagieren damit richtig auf die angrenzende Bebauung. Die Fassade der Sporthalle bildet wiederum einen visuellen Endpunkt für das Ende der Wohnstraße. Die kompakte Nord-Südausrichtung eröffnet große Spielräume für die Freiflächengestaltung.
    Der Parkplatz liegt etwas von der Seniorenwohnanlage abgerückt, wodurch die Lärmkonflikte bei außerschulischer Nutzung verringert werden. Der langgestreckte, gut proportionierte Pausenhof wird positiv bewertet, die lange Wegestrecke zwischen Stellplätzen und Sporthallenzugang ist ungünstig.

    Erschließung und innere Funktion
    Der Eingang der Schule und des Hauses für Kinder liegen sinnvoll im Gebäude. Alle zentralen Funktionen befinden sich im Erdgeschoss und sind somit auf kurzen Wegen auch für externe Besucher gut erreichbar. Leider sind die Eingangsbereiche etwas beengt ausgefallen. Durch den unmittelbaren Anschluss von Sportbereich und Haus für Kinder ergibt sich im Erdgeschoss ein etwas unübersichtliches Wegesystem; zentrale EG-Bereiche und Lernhäuser im OG sind dagegen durch die klare mittige Erschließungsachse verknüpft.
    Die barrierefreie Erschließung ist durch die Lage der Aufzüge gut gelöst. Zwischen Lernhäusern und Fachlehrsälen sind jedoch weite Wege zurück zu legen. Die Anlieferung für die Küche erfolgt über den Pausenhof und liegt damit ungünstig. Der Musiksaal liegt abseitig und befindet sich nicht im räumlichen Zusammenhang mit den zentralen Funktionen (Speisebereich, Mehrzweckräume).
    Insgesamt sind die funktionalen Anforderungen der Auslobung im wesentlichen umgesetzt und die erforderlichen Raumgrößen nachgewiesen.

    Grundschule Freiham, An der Aubinger Allee

    Städtebau und Freiraum
    Mit dem Hochpunkt markiert der Entwurf den Endpunkt der städtebaulichen Entwicklung Freihams nach Norden, der mit dem Vorplatz vor dem Haupteingang der Schule damit eine belebte Situation erfährt.
    Der separate Eingang zur Sporthalle im Norden wirkt dagegen wie ein vernachlässigter Hintereingang. Sportfläche und Schulhof sind klar getrennt und ermöglichen eine gute Nutzbarkeit.

    Der Parkplatz liegt günstig vom Wohnen abgerückt. Die Hausmeisterwohnung liegt lärmbelastet direkt an der Aubinger Allee. Der dargestellte Pausenhof ist zu klein. Die Wegeverbindung zwischen Sporthalle und Stellplätzen ist ungünstig.

    Erschließung und innere Funktion
    Der Eingang der Schule liegt sinnvoll im Gebäude. Alle zentralen Funktionen befinden sich im Erdgeschoss und sind somit auf kurzen Wegen auch für externe Besucher gut erreichbar. Leider sind die Eingangsbereiche etwas beengt ausgefallen. Durch den unmittelbaren Anschluss des Sportbereichs ergibt sich im Erdgeschoss ein etwas unübersichtliches Wegesystem; zentrale EG-Bereiche und Lernhäuser im OG sind dagegen durch die klare mittige Erschließungsachse verknüpft.
    Die barrierefreie Erschließung ist durch die Lage der Aufzüge gut gelöst. Zwischen Lernhäusern und Fachlehrsälen sind jedoch weite Wege zurück zu legen. Die Anlieferung für die Küche erfolgt über den Pausenhof und liegt damit ungünstig. Der Musiksaal liegt abseitig und befindet sich nicht im räumlichen Zusammenhang mit den zentralen Funktionen (Speisebereich, Mehrzweckräume).
    Insgesamt sind die funktionalen Anforderungen der Auslobung im wesentlichen umgesetzt und die erforderlichen Raumgrößen nachgewiesen.