loading
  • DE-18055 Rostock
  • 11/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-140164)

Nordseite Neuer Markt


  • Preisgruppe

    © Hübotter + Stürken Architektengemeinschaft BDA Visualisierung PROFORMA Markus Eusterbrock

    Landschaftsarchitekten
    Lohaus · Carl · Köhlmos PartGmbB Landschaftsarchitekten · Stadtplaner, Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HÜBOTTER + STÜRKEN + DIMITROVA Architektur & Stadtplanung BDA Partnerschaftsgesellschaft mbB, Hannover (DE)
    Verkehrsplaner: BPR Dipl.Ing. Bernd F. Künne & Partner mbB, Hannover (DE), Bremen (DE), Esslingen (DE), Wolfsburg (DE), Osnabrück (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf der Arbeit basiert auf den historischen Raumkanten unter Berücksichtigung der heutigen stadträumlichen Situation (Lange Straße mit der Trasse der Straßenbahn). Drei Plätze bestimmen den Entwurf in einer interessanten Platzfolge: der Neue Markt und der wieder geschaffenen Platz Am Schilde sowie ein neuer grüner Platz an der Marienkirche, der sogenannte Baumhof. Letzterer geht zum einen sensibel mit der Kirche und seinem Ostchor um und stellt gleichzeitig ein gelungener Raumabschluss am östlichen Ende der Langen Straße dar. Auch in Richtung östliche Altstadt schlägt die Arbeit eine spannungsvolle, räumlich gelungen konzipierte Raumfolge vor. Der Neue Markt erhält an seiner Nordostecke einen Vorplatz vor dem Giebel eines neuen Baukörpers mit Einzelhandel, Gewerbe und Wohnen und öffnet sich hinter einer Einengung in den Platz Am Schilde. Die klare städtebauliche Struktur setzt sich in Verteilung der Nutzungen fort. Die Verwaltung wird in einem Gebäudekomplex hinter dem Rathaus untergebracht, nördlich schließt sich ein neues Wohnquartier an. Einzelhandel mit Gewerbe und einem Anteil Wohnen bildet als drittes Baufeld die Westseite des Platzes Am Schilde und öffentliche Nutzungen in Form einer Bibliothek bilden die neue Nordkante am Neuen Markt. Der Entwurf hält alle zwingenden Vorgaben hinsichtlich der Nutzungen Verwaltung, Kultur und Wohnen ein. Der höhere Anteil Wohnnutzung wird begrüßt. Die klare Nutzungsverteilung ermöglicht sehr gut eine zeitliche Umsetzung der Arbeit und die gewünschte zeitnahe Realisierung des Verwaltungsneubaus. Die Baumassenverteilung und Höhenentwicklung entspricht grundsätzlich dem städtebaulichen Umfeld. Die Gestaltung eines begrünten Rathaushofes und die Integration der Bestandsgebäude an der Großen Scharrenstraße in den Gesamtentwurf mit einem „grünen Einschnitt“ wird positiv gewertet. Im Detail werden einzelne Anbindungen an den Bestand im Bereich der Kleinen Wasserstraße und An der Hege jedoch kritisch gesehen. Gleiches gilt auch für die mit der Arbeit vorgeschlagene architektonische Haltung. Diese nimmt keinen Bezug zum historischen Umfeld und steht im Widerspruch zum gelungenen Städtebau. Das betrifft insbesondere die Dachlandschaft und die eher großstädtisch-monotone Fassadengestaltung, die dem Standort nicht gerecht wird. Das vorgeschlagene Grün steigert die Qualität sowohl der öffentlichen als auch privaten Räume und wird wirkungsvoll eingesetzt.
    Zum Thema Verkehr ist besonders die vorgeschlagene Mitnahme der Radfahrer an der Straßenbahntrasse hervorzuheben. Die räumliche Verbindung von der Langen Straße zum Neuen Markt wird durch den Baumhof als neu gebildeter städtebaulicher Raum trotz der Schließung der Nordkante des Neuen Marktes in guter Qualität gewährleistet. Erdgeschossige Einzelhandelsnutzungen im westlichen Baufeld Am Schilde unterstreichen diese Verbindung.
    Die Arbeit überzeugt insbesondere durch einen soliden Städtebau im Grundriss, enttäuscht jedoch in seiner Haltung der hochbaulichen Ausbildung zukünftiger Baukörper.