loading
  • 2. Preis


    Architekten
    Glass Kramer Löbbert Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    14.500 EUR

    Erläuterungstext
    Die klaren Vorgaben aus dem Masterplan für den PTB-Campus in Berlin Charlottenburg lassen für die Setzung des Neubaus nur wenige Variablen zu. Dabei erfordert schon die Unterbringung des Programms eine leichte Überschreitung der Zielvorstellungen des Masterplans entweder in der Höhenentwicklung oder in der Baukörperausdehnung. Die Abwägung der städtebaulichen und funktionalen Rahmenbedingungen ergibt eine eindeutige Präferenz für die niedrigere und längere Variante auf einer Grundfläche von 24m x 48m:
    In der Gesamtwirkung hat die reduzierte und auf das Ensemble reagierende Höhenentwicklung zur Abbestraße vorrangige Bedeutung vor der begrenzten Ausdehnung des neuen Baukörpers. Die sinnigste Funktionsanordnung für den Neubau gelingt auf vier oberirdischen Nutzgeschossen, die jeweils eine Arbeitsgruppe vollständig aufnehmen. Damit wird ein übersichtliches Haus der kurzen Wege ermöglicht.

    Der Neubau orientiert sich mit seinem Haupteingang nach Norden - eindeutig zur neuen Verbindungsspange zwischen den beiden Campusteilen. Im grünen Zwischenraum von Förster-, Helmholtz- und zukünftigem Meißnerbau führt eine flache zentrale Rampen- und Treppenanlage einladend auf das Niveau des Eingangsgeschosses. Dieser Zugang nimmt den Gestus des historischen Bestands auf und schafft einen angemessenen Übergang vom Campus in das erhöhte Erdgeschoss.
    Die einladende Geste des Eingangs wird zusätzlich durch die großzügige, von tiefen Lisenen rhythmisierte Öffnung mit Einblick in den Vorbereich unterstrichen. Unmittelbar in den Eingangsbereich münden der Aufzug und die Haupttreppe, deren erster, gerader Lauf von der Nordseite auf die Südseite des Gebäudes wechselt. An dieser Stelle liegen in allen Obergeschossen die offenen und kommunikativen Treffpunkte mit Teeküchen und Kopiermöglichkeiten.

    Als freistehender Solitär zeigt sich der neue Meißner-Bau zu allen Seiten mit einer regelmäßig und lebendig gegliederten Fassade aus geschoßhohen massiven Wandpfeilern. Diese werden aus Werkstein mit Rüdersdorfer-Ziegelbruch-Zuschlag und einer sandfarbenen Matrix vorgefertigt. Auf dem Erweiterungsgelände gelegen schafft der Neubau so ein harmonisches materielles und strukturelles Zusammenspiel mit dem Bestand des Kerngeländes und erhält gleichzeitig eine klare Eigenständigkeit.
    Die Tiefe der Leibungen zusammen mit der wechselseitigen Abschrägung der Elemente lässt den Baukörper je nach Betrachtungswinkel als geschlossen-monolithischen Körper oder als offenen und feingliedrigen Wechsel von Stein und Fenster wirken. Die feinen Gesimsbänder aus dem ensemble-typischen Elbe-Sandstein nehmen die wesentlichen Höhen des benachbarten Försterbaus auf und unterstützen so die Ensemblewirkung von Alt und Neu.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.