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  • DE-71686 Remseck am Neckar
  • 03/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-147369)

Neue Mitte — Rathaus • Bürgersaal • Bibliothek


  • Anerkennung

    Modell - modellwerk weimar

    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: hjp architekten PGmbB _ Prof. Jürgen Hauck, Herbert Osel, Würzburg (DE), Gießen (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Durch den eindeutigen orthogonalen Bezug zu dem geplanten westlichen Stadtquartier gelingt dem Verfasser mit Aufnahme der südlichen Raumkante ein überzeugendes Gebäude-Ensemble, das ohne Probleme in 3 Bauabschnitten gebaut werden kann. Ohne die Bibliothek (3. BA) erscheint der sich dann bildende Platz einschließlich des Straßenraums überdimensioniert, zumal die Rampenlage der Straße den Platz nicht gerade aufwertet.

    Die abschnittsweise Realisierung der Tiefgarage (1. und 2. BA) funktioniert unproblematisch, wobei der TG-Teil unter dem Rathaus als „Sackgasse“ nicht ganz unproblematisch ist.

    Auch wenn die nördliche Raumkante deutlich Richtung Neckar vorspringt, entstehen unprätentiös gestaltete Uferbereiche, die das Bootshaus am Hechtkopf gut einbinden und dem Bürgersaal ein großzügig dimensioniertes Vorfeld als Pausenfläche bietet. Durch die kritisch gesehene und funktional nicht erforderliche Höhe von 6 m bzw. 11,5 m beeinträchtigt der Bürgersaal aber die Solitärstellung des Bootshauses.

    Zufahrten zur Tiefgarage und zur Ver-und Entsorgung der Bühne, der Küche und des Bootshauses funktionieren gut und sind einfach herstellbar.

    Das Funktionsprinzip des Rathauses als 4-geschossiger 3-bündiger Langkörper ist stringent aufgebaut und trägt durch ein mehrgeschossiges Atrium und einen 3-geschossigen Innenhof, denen die Dezernate zugeordnet sind, zur Qualitätsverbesserung der Flurbereiche bei. Diese sind grundsätzlich sehr schmal. Leider ist die Lage der Besprechungsräume mit Zugang aus den engen Flurbereichen ausgesprochen unattraktiv.

    Die Eingangshalle mit Bürgerbüro ist gut dimensioniert und erschließt mit einer einläufigen Treppe die weiteren Geschosse. Dem Brandschutz ist mit 2 diagonal gegenüberliegenden Treppenhäusern Genüge getan.

    Durch die Lage der großflächigen Registratur im Erdgeschoss wird leider die Chance einer weiteren Aufwertung der Eingangshalle vertan.

    Die Anordnungen der Funktionsbereiche wie Küche und „Backstage“ Bühne an den jeweiligen Gebäudeenden lassen dem Bürgersaal einschl. Foyer einen großen Freiraum, um zur Rems und zum Platz gute Ausblicke zu gewährleisten. Leider wird diese Chance zum Teil dadurch vertan, dass der Sanitär-/Garderobenblock das Foyer in seiner Nutzung stark einengt.

    Dem Sitzungssaal ist eigenes Foyer zugeordnet, das wohl aus wirtschaftlichen Erwägungen auch als Casino genutzt werden kann. Die direkte Versorgung dieses Bereiches ist nicht nachgewiesen.

    Die 5-geschossige Bibliothek hat als „Brückenkopf“ in ihrer Höhenentwicklung durchaus ihre Berechtigung. Ob sie organisatorisch und wirtschaftlich gut betrieben werden kann, soll in Frage gestellt werden dürfen.

    Über eine gutdimensionierte Eingangshalle gelangt man über eine sehr versteckt liegende enge einläufige Treppe in die weiteren Geschosse der Lesesäle und Seminarräume.

    Die Fassadengestaltung mit einem Wechsel von geschlossenen Teilen, klassischem Büroraster mit raumhohen Fenstern und partiell gesetzten, teilweise auch mehrgeschossigen Fensteröffnungen entspricht durchaus den dahinterliegenden Nutzungen.

    Die Verwendung von Natursteinplatten für die Fassadenverkleidung erscheint angemessen und gibt den Gebäuden eine gewisse Eleganz.

    Der Verfasser schlägt ein umfassendes Energiekonzept vor, das in großen Teilen von einer natürlichen Belüftung ausgeht und auf einem in der Realisierung von Bürobauten erprobten Konzept aufbaut (Wärmepumpe / Betonkern-Aktivierung).

    Die nachgewiesenen Nutzflächen liegen deutlich unter dem Mittelwert, weil teilweise Räume fehlen bzw. zu klein sind.

    Das Verhältnis von BRI / BGF liegt deutlich über dem Mittelwert. Dieser Mangel ließe sich teilweise dadurch beheben, wenn der Saal und das Foyer in ihrer Höhe reduziert würden.

    Insgesamt ist die Arbeit als guter städtebaulicher und architektonischer Beitrag zu sehen.