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  • DE-38446 Wolfsburg
  • 03/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-148565)

Feuer- und Rettungswache


  • 1. Preis

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    Landschaftsarchitekten
    Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten GmbH, Essen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: GATERMANN + SCHOSSIG, Köln (DE)
    TGA-Fachplaner: DS-Plan Ingenieurgesellschaft für ganzheitliche Bauberatung und Generalfachplanung GmbH, Köln (DE), München (DE), Stuttgart (DE), Hamburg (DE)
    Tragwerksplaner: HIG - Ingenieurgesellschaft GmbH, Köln (DE), Braunschweig (DE)
    Brandschutzplaner: d/b/d Planungsgruppe Dröge Baade Drescher GmbH & Co. KG, Salzgitter (DE)

    Preisgeld
    40.000 EUR

    Erläuterungstext
    Zur Dieselstraße und zum Amselweg öffnet sich der Gebäudekomplex über einen offenen Asphaltplatz, in den parallel laufende Plattenbänder eingelegt sind.
    Die Eingänge werden durch in diese Plattenbänder eingesetzte Heckenstreifen und durch sich daraus erhebende Werksteinbänke betont.
    Am Amselweg wird der Platz durch ein Raster kleinkroniger Blutpflaumenbäume überstellt, unter dem sich die Besucherstellplätze anordnen.
    Im Süden dient die Grünfläche der unterirdischen Anlage von Versickerungsrigolen für das Niederschlagswasser.
    Das Baumraster des Platzes wird über den Amselweg gezogen und schafft so eine einladende Erschließung für das sich im Süden entwickelnde Wohngebiet.
    Auf dem Dach des westlichen Rieges wird das Ballspielfeld angeordnet. Hochgesetzte Pflanzenbeete mit Sitzrosten gliedern die weiteren Dachterassen und laden zum Verweilen ein.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser artikulieren zur Dieselstraße hin eine städtebaulich klare, dabei in der Längen- und Höhenentwicklung maßstäblich durchgestaffelte Blockkante. Zurückgesetzte Öffnungen in den Köpfen des Dachgeschosses kommunizieren in beide Raumrichtungen der Dieselstraße.

    An der südlichen Grundstücksgrenze wird durch eine Rücknahme der Bauflucht ein Bereich für zusätzliches Abstandsgrün gewonnen und das Feuerwehrtechnische Zentrum kann folglich eine Befensterung ohne planungsrechtliche Probleme erhalten; die großflächige wenig gegliederte Abwicklung zum angrenzenden Wohngebiet wird jedoch trotz des vorgelagerten Grünfilters als eher problematisch gesehen.

    Im Zugangsbereich zum Amselweg bleibt das Gebäude bewusst hinter der möglichen Bauflucht zurück: Ein großzügiges Baumdach formuliert hier ein „grünes Entree“ in das zukünftige neue Wohnquartier und kann gleichzeitig notwendiges Besucherparken der Feuerwache dem öffentlichen Zugangsbereich gut zuordnen.

    Die Durchgliederung des Baukörpers im Bereich der Eckausbildung erscheint allerdings eher überdifferenziert und erreicht, ähnlich den Terrassenstaffelungen im Innenhof, nicht den Anspruch der grundsätzlich eleganten Linienführung des Projektes.

    In der Fassadengestaltung tritt das Gebäude über eine stark horizontale Gliederung mit langen Bandfenstern und strukturierten Filterbereichen in einer silbern metallischen Fassade gemessen an der Bauaufgabe eher „elegant“ in Erscheinung.

    Grundsätzlich erscheinen die Fassaden entlang der Dieselstraße, insbesondere hinsichtlich der Gliederung ihrer Erdgeschosszone und Adressbildung des Eingangs, noch nicht abschließend präzisiert.

    Im Bereich der Programmumsetzung bewältigt das Projekt die Anordnung der Funktionsbereiche bis in die Durcharbeitung der einzelnen Raumgruppen hoch funktional und entspricht dabei den tatsächlichen Prozessabläufen.

    Notwendige Fahrzeugstellplätze, Durchfahrten, Zuordnung der dem Betrieb dienenden Funktionsflächen, Trennung notwendiger ‚schwarz-weiß-Bereiche‘ usw. sind überzeugend gelöst. Die zentrale Anordnung der Einsatzbekleidung zwischen allen Fahrzeughallen ist dabei hervorzuheben. Auch das Feuerwehrtechnische Zentrum und die Leitstelle überzeugen durch klare Gliederung und optimierte Erschliessungszusammenhänge.

    Darüber hinaus enthält das Projekt Potentiale im Hinblick auf zukünftige Änderungen von Programmanordnung und möglichen Erweiterungsoptionen in Zukunft.

    Lediglich der Bereich der Tauchübung sollte hinsichtlich seiner Zugänglichkeit überprüft werden; die Warenanlieferung könnte auf Rangierabläufe hin weiter optimiert werden.

    Die Realisierung steht hier in Abhängigkeit der Abtragung der alten Wache, ist aber in Abschnitten gut darstellbar. Die Technikflächen überschreiten das Programm deutlich; auch die BGF liegt im erhöhten Bereich; der Anteil der Verkehrsflächen ist eher niedrig. Die plastisch gestaffelten Metallfassaden werden im Vergleich zu einem Standardansatz wohl zusätzliche Aufwendungen notwendig machen. Die Vergrößerung der Oberfläche ist aus energetischer Sicht einem optimierten A/V Verhältnis abträglich. Der Energiestandard mit EnEV 2009-35% verbessert die Anforderungen des Auslobers leicht. Der vorgeschlagene Einsatz von regenerativen Energien ist umfänglich; ein energetisch wirtschaftlicher Betrieb des Gebäudes ist zu erwarten.

    Insgesamt überzeugt das Projekt durch eine hohe funktionale und gestalterische Qualität und leistet vom städtebaulichen Ansatz bis hin zur architektonischen Positionierung dem Auftritt einer „zeitgemäßen Feuerwache“ im städtischen Umfeld- einen wertvollen Beitrag zum Verfahren.