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  • DE-16540 Hohen Neuendorf
  • 04/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-153355)

Rathauserweiterung mit Bürgerzentrum


  • Anerkennung


    Architekten
    BRÜCH KUNATH ARCHITEKTEN, Birkenwerder (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Kathrin Kunath- Brüch

    In Zusammenarbeit mit:
    Energieplaner, TGA-Fachplaner: GEEBS, Zehdnick (DE)
    Landschaftsarchitekten: Grün + Bunt, Berlin (DE)

    Preisgeld
    2.500 EUR

    Erläuterungstext
    Der Erweiterungsneubau gliedert sich in zwei Bauteile, in ein Bürogebäude und einen
    Verbindungstrakt zwischen Alt- und Neubau. Das Bürogebäude verläuft in Ost-Westrichtung. Es grenzt im Norden zur S-Bahn ab und schafft nach Süden einen großzügigen, rechteckigen Platz, der unterschiedlichsten Veranstaltungen zur Verfügung steht. Der transparente Verbindungsbau, in welchem sich auch der Eingangsbereich und das Bürgerforum befinden, ordnet sich dem Altbau unter und schafft eine angenehme räumliche Distanz zum Bürobau, der die Traufe des alten Rathauses geringfügig überragt.
    Auf die Gestaltung des Haupteingangs in das Gebäude wurde besonderes Gewicht gelegt. Er stellt das Bindeglied zwischen Alt- und Neubau dar.
    Von der höher gelegenen Oranienburger Straße sollte er bereits wahrgenommen werden können. Zu Fuß ist er über den Rathausplatz barrierefrei als auch von der Rathausstraße erreichbar und für Besucher und Mitarbeiter, die den PKW benutzen, von den hinter dem Neubau gelegenen Stellplätzen aus durch den östlichen Eingang.
    Durch die beidseitig transparente Verglasung wirkt der Eingangsbereich offen und ansprechend. Hier findet der Besucher Empfangstresen mit Bürgerbüro und Information und wird zu den Fachbereichen des Neubaus oder in den Altbau weitergeleitet. Die Eingangshalle öffnet sich über zwei Geschosse nach oben. Die Galerie im Obergeschoss, wird über eine einläufige Treppe erreicht. Über sie gelangt man zum großen Mehrzweckraum, der teilbar ist. Bei größeren Veranstaltungen kann er über
    Schiebeelemente geöffnet und in den Flurbereich hinaus erweitert werden. Dieser Raum, der von der Bürgerschaft und seinen politischen Vertretern unterschiedlich genutzt werden kann, befindet er sich somit außerhalb des Verwaltungsbereichs, im Mittelpunkt zwischen Alt- und Neubau. Unmittelbar neben dem Foyer ist das neue Bürgerzentrum mit den erforderlichen Nebenräumen gelegen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf schlägt eine klare Schließung des nördlichen Platzrandes zur Bahn hin vor, durch einen lang gestreckten Gebäuderiegel in Ost-West-Richtung. Eine separate Erweiterung in Richtung Oranienburger Straße ist in Gebäudeflucht möglich. Durch das Absetzen des Erweiterungsbaus vom Bestand wird ein klar definierter erweiterbarer
    Rathausvorplatz geschaffen, zugleich wird der Raum geöffnet für die Anordnung des Multifunktionssaals zwischen Bestands- und Neubau. Der Saal wird somit ein eigenständiges und gut wahrnehmbares Bindeglied.
    Der Riegel des Erweiterungsbaus dominiert den Bestandsbau nicht, da dieser sich mit nur drei Geschossen und durch den Abstand im Gesamtensemble eigenständig behauptet.

    Mit dem vorliegenden Konzept wird das Raumprogramm gut erfüllt. Der dreibündige Grundriss erlaubt eine funktionierende Unterbringung der Fachabteilungen auf den einzelnen Ebenen. Als nachteilig wird empfunden, dass auch in der platzseitigen Erdgeschosszone ausschließlich Büros und keine öffentlichen Nutzungen angeordnet
    werden. Die separat nutzbaren Foyer- und Saalflächen werden positiv bewertet.

    Die Baukörpergestaltung ist modern und eigenständig, ohne aufdringlich zu werden. Durch kleine Putzflächen wird auf den Altbau Bezug genommen. Foyer und Saal entwickeln sich architektonisch selbstbewusst. Hinsichtlich der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz weist der bauliche Wärmeschutz Werte auf, die das angestrebte
    Passivhausniveau plausibel erscheinen lassen. Die Wärmeversorgung über Geothermie erscheint plausibel. Das Lüftungskonzept weist noch Unstimmigkeiten auf und muss in den folgenden Planungsphasen präzisiert werden. Bezüglich des sommerlichen Wärmeschutzes sollte insbesondere die Situation der größeren Fensterflächen nach Westen durch thermische Simulation optimiert werden.

    Die vorgeschlagene Erweiterbarkeit ist städtebaulich sinnvoll, von den internen Abläufen her jedoch bedenklich. Die Entwicklung der Freiräume ist im Sinne der städtebaulichen Vorgaben. Der Platz wird klar und hart begrenzt. Die Zugänglichkeit über den Verbinder ist platzseitig und vom Parkplatz her gut durchdacht und gibt der Erweiterung
    eine eigene „Adresse“. Durch die Baukörperbildung ergeben sich drei dezentrale Stellplatzflächen, die gleichberechtigt an diese „Adresse“ angebunden sind. Das Budget wird vollständig ausgeschöpft. Eine Unterkellerung ist nicht geplant, die Bauvorschriften werden voraussichtlich eingehalten.