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  • 1. Preis

    Modell

    Landschaftsarchitekten
    knoll landschaftsarchitekten, holzgerlingen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Werkgemeinschaft HHK Architekten Gesellschaft mbH, Stuttgart (DE)
    Architekten: gramlich architekten bda, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau und Schallschutz – „Licht, Luft und Sonne“ mit Hanglage

    Im Mittelpunkt des Entwurfes steht die Verbindung von Architektur und Natur. Die meisten Wohnungen erhalten eigene Gärten oder große Dachterrassen, mindestens aber übergroße Balkonanlagen als Loggien. Die Gliederung in mehrere Einzelbaukörper bietet zahlreiche Sichtbezüge in die umgebende Landschaft und ist klimatisch günstig. Die Häuser folgen in Ihrer Höhenstaffelung dem natürlichen Hang und bieten Fernsicht in das Tal, wodurch eine hohe Wohnqualität geschaffen wird.
    Durch das Versetzen der Gebäude wird zudem die hohe Verdichtung von GFZ 1,1 sehr verträglich umgesetzt. Besonderen Wert legt der Entwurf auf die Einpassung in die umgebene Bebauung: Hinsichtlich der Gebäudegrößen und –höhen fügt sich die Planung weitestgehend in die Nachbarschaft ein.
    Der notwendige Schallschutz zur Aulendorfer Straße wird über eine zweistufige Lösung erreicht. Zum einen wird eine sogenannte „Schwere Hecke“ als landschaftlich integrierter Schallschutz unmittelbar an die Aulendorfer Straße geplant, zum anderen erhalten die Wohnhäuser einen erhöhten passiven Schallschutz durch entsprechende Wand- und Fensterkonstruktionen. Dadurch wird die gewünschte Offenheit und Luftigkeit der Gesamtanlage erhalten.

    Grünraum – private und öffentliche Angebote

    Leitgedanke des Grünkonzeptes ist es, möglichst viele der bestehenden Bäume zu erhalten. Deshalb wird der süd- und östlich gelegene Baumstreifen bewahrt, um das vorhandene Grünpotential zu nutzen. Die Gesamtanlage erhält zwei Geländestufen, welche sich durch großzügige Treppenanlagen und begrünte Böschungen mit dem
    Hang abstaffeln. Der verkehrsberuhigte zentrale obere Erschließungsweg ist Spielfläche für die Kinder und erhält Straßenbäume. Diese Quartiersachse führt in den baumbestandenen großzügigen Grünraum zum östlichen Rand, der Treffpunkt und Ruheplatz für die Anwohner darstellt. Konsequent privat sind die sichtgeschützten kompakten Gärten für die integrierten Maisonetten und Reihenhäuser. Das vielfältige Angebot an unterschiedlichen Grünräumen soll vor allem auch Familien mit Kindern ansprechen.

    Erschließung und Parken – barrierefrei für Alle

    Die fußläufige Erschließung erfolgt über eine zentrale „Achse“ von Westen nach Osten. Als Querverbindung von Norden nach Süden verbindet am westlichen Ende des Grundstückes ein großzügiger öffentlicher Weg die Aulendorfer und die Erisdorfer Straße und bindet die Bushaltestelle an die oberhalb gelegenen Wohnquartiere an. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar, da die Hauseingänge über Aufzüge erreichbar sind. Das Quartier ist autofrei geplant. Die 18 Besucherparkplätze sind an der südlichen Quartierseite zusammengefasst. Die Tiefgaragenstellplätze für die Wohnungen sind sämtlich in zwei besonders übersichtlichen Längsspangen angeordnet und untereinander verbunden. Die Zufahrt erfolgt an der nordöstlichen Grundstücksgrenze über die Aulendorfer Strasse mit ausreichender Rückstauzone. Die Tiefgarageneinfahrt nutzt die bestehende Topografie des Geländes, so dass hier nahezu eben eingefahren werden kann. Die Tiefgarage folgt in ihrer Höhenlage dem Hangverlauf und grenzen direkt an die Treppenhauskerne, so dass jedes Wohngebäude direkt und barrierefrei erschlossen wird. Insgesamt entstehen so 102 Tiefgaragenstellplätze.

    Wohnformen – Integration verschiedenster Wohnvorstellungen

    Die Wohnanlage verbindet vier bis fünf Wohnungstypen zu einem geschlossenen Ensemble. Besonders Familien sollen mit dem breiten Wohnangebot angesprochen werden. Aber auch Ein- und Zweipersonenhaushalte finden individuelle Grundriss-angebote vor. Im wesentlichem kombiniert der Entwurf flexible Etagenwohnungen auf kompakten quadratischen Wohngrundrissen und verschiedene Maisonettetypen. Diese sind entweder als Reihenhäuser oder gestapelt konzipiert und in die Gesamtanlage integriert.
    Durch diese Entwurflösungen verbinden sich unterschiedlichste Wohnentwürfe, so dass die typische Vereinzelung der Haustypen - wie aus Neubaugebieten bekannt - nicht entstehen kann.

    Gesamtenergiekonzept – Nachhaltigkeit und KfW 40

    Angestrebt wird eine KfW 40 - Lösung die primärenergetisch betrachtet 60% unter der gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) für Neubau liegt. Dieses Ziel erreichen wir über eine intelligente Nahwärmelösung aus erneuerbaren Energien mit zusätzlicher Wärmepufferung. Des Weiteren schließt unser Entwurf die Nutzung
    Solarthermie ein.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Entlang einer großzügig gestalteten Quartiersachse entwickeln die Verfasser eine kompakte autofreie Wohnanlage, die sich vom Maßstab und der Körnung gut in die Topographie und umgebende Bebauung einfügt.

    Die Erschließung erfolgt lediglich von der Aulendorfer Straße her, an der sich auch die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage befindet. Die autofreie Planung des neuen Wohnquartiers bietet im Inneren Sicherheit und Ruhe, bringt aber auch erschließungstechnische Nachteile hinsichtlich Anlieferung, Entsorgung und Brandschutz mit sich. Die Tiefgarage ist bis zum letzten Stellplatz sehr lang und ist die einzige innere Erschließung.

    Der am Ende der Achse gelegene Quartiersplatz und weitere \"halböffentliche\" Bereiche sind zu Lasten der Hausgärten sehr großzügig gestaltet. Der Freiraum der einzelnen Wohngebäude besteht lediglich aus \"grünen Zimmern\" - hier wäre mehr Fläche notwendig. Um die große Steigung zu überwinden, sind mehrere Treppenanlagen (\"Stäffele\") geplant, die nicht gerade eine Barrierefreiheit versprechen.

    Die Bebauung gliedert sich in zwei Zonen, die südliche wird durch vier Punkthäuser gestaltet und die nördliche durch Zeilen mit Hausgruppen und Appartments. Die Bebauung wirkt architektonisch hochwertig und von den Proportionen gut gestaltet. Die Grundrisse versprechen eine gute Wohnqualität. Die Mischung der unterschiedlichen Wohnungsbauprogramme ist gut gelungen und ausgeglichen. Jedoch hat die Gesamtbebauung den gravierenden Nachteil, daß sie siche aus schematischen Gründen nach Nordwesten orientiert. Dies geht sehr zu Lasten der Besonnung und Belichtung - gerade in den Wintermonaten.

    In den Sockelbereichen befindet sich keine Wohnbebauung, auch hier wäre eine Öffnung zum Freiraum denkenswert.

    Die schwere Hecke als Lärmschutzwand entlang der Aulendorfer Straße ist als Maßnahme denkbar, jedoch wird die Ausführung weitaus massiver und höher sein müssen, um einen ausreichenden Lärmschutz garantieren zu können.

    Insgesamt stellt der Entwurf jedoch durch die zeitgemäße und eigenständige Architektur und kompakte Bauweise einen guten Ansatz dar, das Areal der ehemaligen Rinderunion für Wohnzwecke umzustrukturieren.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Entlang einer großzügig gestalteten Quartiersachse entwickeln die Verfasser eine kompakte autofreie Wohnanlage, die sich vom Maßstab und der Körnung gut in die Topographie und umgebende Bebauung einfügt.

    Die Erschließung erfolgt lediglich von der Aulendorfer Straße her, an der sich auch die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage befindet. Die autofreie Planung des neuen Wohnquartiers bietet im Inneren Sicherheit und Ruhe, bringt aber auch erschließungstechnische Nachteile hinsichtlich Anlieferung, Entsorgung und Brandschutz mit sich. Die Tiefgarage ist bis zum letzten Stellplatz sehr lang und ist die einzige innere Erschließung.

    Der am Ende der Achse gelegene Quartiersplatz und weitere \"halböffentliche\" Bereiche sind zu Lasten der Hausgärten sehr großzügig gestaltet. Der Freiraum der einzelnen Wohngebäude besteht lediglich aus \"grünen Zimmern\" - hier wäre mehr Fläche notwendig. Um die große Steigung zu überwinden, sind mehrere Treppenanlagen (\"Stäffele\") geplant, die nicht gerade eine Barrierefreiheit versprechen.

    Die Bebauung gliedert sich in zwei Zonen, die südliche wird durch vier Punkthäuser gestaltet und die nördliche durch Zeilen mit Hausgruppen und Appartments. Die Bebauung wirkt architektonisch hochwertig und von den Proportionen gut gestaltet. Die Grundrisse versprechen eine gute Wohnqualität. Die Mischung der unterschiedlichen Wohnungsbauprogramme ist gut gelungen und ausgeglichen. Jedoch hat die Gesamtbebauung den gravierenden Nachteil, daß sie siche aus schematischen Gründen nach Nordwesten orientiert. Dies geht sehr zu Lasten der Besonnung und Belichtung - gerade in den Wintermonaten.

    In den Sockelbereichen befindet sich keine Wohnbebauung, auch hier wäre eine Öffnung zum Freiraum denkenswert.

    Die schwere Hecke als Lärmschutzwand entlang der Aulendorfer Straße ist als Maßnahme denkbar, jedoch wird die Ausführung weitaus massiver und höher sein müssen, um einen ausreichenden Lärmschutz garantieren zu können.

    Insgesamt stellt der Entwurf jedoch durch die zeitgemäße und eigenständige Architektur und kompakte Bauweise einen guten Ansatz dar, das Areal der ehemaligen Rinderunion für Wohnzwecke umzustrukturieren.