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  • 4. Preis

    Lageplan

    Architekten
    HASCHER JEHLE Architektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Michael Meier

    Preisgeld
    14.500 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau:
    Das Gelände der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg ist städtebaulich stark heterogen geprägt. Die Struktur der historischen Heil- und Pflegeanstalt ist durch Neubauten seit 1945 in ihrem Gesamtbild und ihrer ursprünglichen Maßstäblichkeit nur noch teilweise erfahrbar. Trotzdem hat der Campus, vor allem aufgrund seiner naturräumlichen Lage, den Charakter einer ausgedehnten, durchgrünten Parkanlage mit verstreuten Einzelgebäuden bis heute bewahrt. In diesen Kontext fügt sich das neue Hörsaal,- Seminar- und Bibliotheksgebäude als freistehender, markanter Solitär in herausragender Stellung nahe des Haupteingangs zum Campus und gegenüber des Festsaalgebäudes ein. Die kompakte Bauform schont die vorhandenen Freiflächen, sowie den östlich gelegenen Baumbestand, und stärkt so das Wechselspiel aus Gebäuden und Grünräumen. Die prägnante Form des Baukörpers macht seine Sonderstellung als zentrale, verbindende und repräsentative Funktion des gesamten Universitätscampus von außen erkennbar, markiert einen zentralen Anlaufpunkt mit hohem Wiedererkennungswert und verkörpert die räumliche Nahtstelle, gleichsam als Gelenk, zwischen den Bereichen Forschung, Lehre und dem Klinikbetrieb. Zudem fügt sie sich elegant und selbstverständlich in die radiale Struktur des Städtebaus ein, erzeugt keine „Rückseiten“ und schafft einen gemeinsamen Vorplatz mit dem bestehenden Festsaalgebäude, das in absehbarer Zukunft wieder für Veranstaltungen genutzt werden soll. Dabei orientiert sich der Haupteingang des Neubaus sowohl auf den Platz, als auch auf den Hauptzugang des Campus. Zusätzlich wird das Gebäude über zwei weitere Zugänge von allen Richtungen aus auf kurzen Wegen erschlossen. Diese dienen auch der unabhängigen Erschließung der Seminarräume, der Skill-Labs und der Bibiliothek bei Veranstaltungen im zentralen Foyer.
    Auf der nördlich angrenzenden Freifläche wird die Anordnung des Studenten-Cafes mit Ladenzeile vorgeschlagen. Es wird den neuen Campus-Platz zusätzlich beleben und einen attraktiven, zentralen Treffpunkt für Studenten, Lehrende, Patienten und Besucher schaffen. Die Haupterschließungsstraße wird im Bereich des Platzes durch einen Wechsel des Belags zurückgestuft, die Fläche vor dem Haupteingang vom Individualverkehr freigehalten. Die erforderlichen Stellplätze für Mobilitätseingeschränkte und Kurzzeitparker, sowie die Stellfläche für die Anlieferung werden südlich des Gebäudes angeordnet.
    In seiner Höhenentwicklung mit drei Geschossen und einer Traufhöhe von 11,70 m respektiert der Neubau die umliegenden zwei- bis dreigeschossigen Bestandsgebäude.

    Neubau:
    Die übersichtliche Anordnung aller Funktionen rings um ein gemeinsames, über Oberlichter natürlich belichtetes Atrium sorgt für eine leichte Orientierung und kurze Wege innerhalb des Gebäudes. Gleichzeitig entsteht so ein unverwechselbarer, zentraler Kommunikationsraum mit vielfältigen Blickbeziehungen und einer starken Identifikation, der zum Verweilen und zum informellen Austausch unter den Nutzern einlädt und einen repräsentativen Rahmen für Veranstaltungen, wie Kongresse, Ausstellungen und weitere, vielfältige studentische Aktivitäten bietet. Schon im Eingangsbereich sind diese Qualitäten erfahrbar. Von dort erreicht man im Erdgeschoß auf kurzem Weg die beiden zusammenschaltbaren Hörsäle und die Bibliothek. Die Hörsäle sind über ihr ansteigendes Gestühl auch aus dem ersten Obergeschoß erschlossen. Die Fassade schafft großzügige Sichtbezüge zu den umliegenden Grünflächen und versorgt die Säle mit Tageslicht. Bei Bedarf lassen sie sich verdunkeln. Die Bibliothek bietet durch ihre Lage und die Anordnung der Arbeits- und Leseplätze ebenfalls angenehme Blickbezüge zum Außenraum und eine hohe Aufenthaltsqualität.
    Die Seminarräume werden im ersten Obergeschoss angeordnet und über die umlaufenden Galerien des Atriums erschlossen. Im 2. OG liegen die Skill-Labs und die Büros. Die Skill-Labs und die Dekanatsbüros verfügen über jeweils eine interne Erschließung. Alle Räume werden über die Fassaden natürlich belichtet und sind mit einem aussenliegendem Sonnenschutz ausgestattet.
    Die Konstruktionsweise des Gebäudes beruht auf einer wirtschaftlichen, Ressourcen schonenden Stahlbetonstruktur aus Stützenraster und Flachdecken bei maximalen Spannweiten von 8,40m und maximalen Auskragungen an den Galeriekanten von 3m. Der zweigeschossige Hörsaalbereich wird mit radial angeordneten Unterzügen überspannt, die auch das darüberliegende 2.OG abfangen. Zur Aussteifung dienen die beiden Treppenhaus- und Fahrstuhlkerne. Die Gebäudehülle besteht aus einer Lochfassade mit vertikalen, raumhohen Fensterelementen. Die schmalen Fenster haben Öffnungsflügel zur natürlichen Belüftung. Ein gläsernes Brüstungselement vor diesen Fenstern dient als Absturzsicherung. Aus Kostengründen wird in den Seminar- und Bürobereichen auf eine aufwendige Hohlraumbodenkonstruktion verzichtet. Die Medienversorgung wird über Bodentanks, die zusammen mit den Leitungskanälen in den Estrich eingelegt werden, sichergestellt. Bei der Innenausstattung kommen vorwiegend ökologisch nachhaltige Baustoffe zum Einsatz. Zum Beispiel werden System-Trennwände aus CO2-neutralen Holzwerkstoffen vorgesehen, die gleichzeitig eine hohe Aufenthaltsqualität gewährleisten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 02.07.2014, 17:49
Zuletzt aktualisiert 04.07.2014, 14:10
Beitrags-ID 4-87327
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