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  • 1. Preis Zuschlag

    Blick von Süden auf den Schwanenplatz, © TDB Landschaftsarchitektur Partnerschaft

    Landschaftsarchitekten
    TDB Landschaftsarchitektur Thomanek Duquesnoy Boemans, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Karl Thomanek , Eva-Maria Boemans

    Mitarbeit
    Florian Feiertag

    Preisgeld
    36.300 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    St.-Georgen-Platz und Schwanenplatz werden richtigerweise als zwei eigenständige Stadträume mit eigener Charakteristik definiert, wobei die einheitliche Materialität mit unaufgeregten Belägen aus Granit das wichtige Nord-Süd-Kontinuum gewährleistet. Die notwendigen Verkehrsspuren in eingefärbtem Asphalt liegen wie selbstverständlich in diesen Flächen. Durch die richtigen Platzierungen der Baukörper und Platzelemente werden interessante Raumsequenzen angeboten, die ihre Logik aus der Historie beziehen. In der Kalmünzergasse greift die Arbeit geschickt mit der Anordnung der Parkplätze die alte Struktur auf. Die Bäume sind richtig gesetzt. Die Blickbeziehung in die Ostengasse wird durch den angebotenen Neubau angenehm geleitet. Die verkehrlichen Notwendigkeiten werden auf allen Ebenen gut erfasst. Positiv wird hierbei die Fahrradabbiegespur gesehen, auch weil diese das Potential aufzeigt, hier die fehlende Querungsinsel für Fußgänger anzubieten. Richtig ist die steinerne Formulierung des St.-Georgen-Platzes, wobei die westlichen Busbuchten der Belastung nicht Stand halten würden. Die vier westlichen Bestandsbäume werden angenehm in die Platzfläche integriert. Der Baum vor dem Museum verdeckt leider ungünstig den Eingangsbereich und auch den Ausblick auf die Nordost-Ecke des Römerlagers. Der Schwanenplatz bietet mit seiner wohlproportionierten Gestaltung vielfältige Angebote für alle Bevölkerungsgruppen. Gewürdigt wird hierbei die kleine Rasenfläche, geschützt hinter dem interessant geformten Servicegebäude. Dieses ist gut organisiert und hat richtig gesetzte Durchblicke. Der südliche besondere Streifen ist genauso sinnvoll vor den Stellplätzen wie die Baumstandorte, die nordöstliche Bankgruppe und die lässig angebotene Freischankfläche. Sympathisch ist, dass die taktilen Streifen in die Gestaltung integriert sind. In manchen Bereichen, z.B. bei den Reisebussen, wünschte man sich jedoch die gleiche Selbstverständlichkeit wie entlang der Hauskanten. Die Beleuchtung ist entsprechend dem Gesamtkonzept unaufgeregt. Das Projekt erscheint sowohl in Ausführung und Unterhalt wirtschaftlich zu sein, auch wenn die Herstellung aufwändig sein dürfte und eine farbkonforme Wiederherstellung bei Reparaturen nicht sichergestellt werden kann. Eine Realisierung ist ohne größere Probleme möglich. Insgesamt stellt die Arbeit aufgrund ihrer interessanten Räumlichkeit, ihrer funktionalen Richtigkeit und ihrem gestalterischen Understatement einen wertvollen Beitrag für die gestellte Aufgabe dar.