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  • Anerkennung

    Perspektive Vorbereich Museum

    Landschaftsarchitekten
    Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten, Regensburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure: U.T.E. Ingenieur GmbH, Regensburg (DE)
    Verkehrsplaner: Michael Angelsberger Planungsbüro für Verkehrsplanung und Städtebau, Rosenheim (DE)
    Architekten: Christian Kirchberger, Regensburg (DE)
    Visualisierer: AMY ARCHITEKTEN - Schöberl Morawietz PartGmbB, Regensburg (DE)

    Erläuterungstext
    Für das Umfeld des neu entstehenden Museums der Bayerischen Geschichte sowie die angrenzenden Platz- und Straßenräume war ein Konzept zu entwickeln, welches an diesem prominenten Ort einerseits die verkehrlichen und bautechnischen Notwendigkeiten in stark frequentierten Straßenräumen berücksichtigt, als auch die städtischen Räume in das Altstadtgefüge integriert.

    Die Straßen- und Platzräume bilden- über funktionale Zusammenhänge verknüpft- verschiedenartige stadträumliche Situationen aus. Diesen verschiedenen Charakteren wird in der Neugestaltung Rechnung getragen und die jeweiligen Weg- und Platzräume im städtischen Gefüge verortet. Dabei wird das Wechselspiel von “Stadtboden” (der Erhalt und die Weiterentwicklung bestehender historischer Altstadträume) und neu formulierten “Interventionen” zum entwurfsbestimmenden Motiv.


    Hunnen-/St.-Georgen-Platz

    Gemeinsam mit der in der Bausubstanz gut ablesbaren Mauer des römischen Kastells, des kleinteiligen Altstadtgefüges und des Kolpinghauses definiert der markante Neubau des Museums bayerischer Geschichte als “primus inter pares” einen neuen, im Altstadtgefüge bisher nicht anzutreffenden Typ des öffentlichen Raums……

    Die Intervention eines Platzteppichs – eines veredelten Betonbodens mit einer ungerichteten Oberflächentextur – schafft einerseits einen neuen Platz in einem neu definierten städtischen Raum und garantiert zugleich die Funktionsfähigkeit als Verkehrsraum….

    Bestehende bauliche Strukturen erhalten ihr Vorfeld, das markante Nordosteck des Römerkastells wird mit seinem Vorgelege aus Dolomitplatten zum Schaustück im Platzraum.


    Schwanenplatz

    Der Schwanenplatz – eigentlich eine durch Abrisse entstandene Lücke im städtischen Gefüge- bietet Raum für eine eigenständige Intervention:

    Ein großes Baumdach aus Vogelkirschen schafft einen Binnenraum mit hoher Aufenthaltsqualität, der zugleich die historische Maßstäblichkeit von Freiräumen und angrenzenden Gebäudestrukturen wieder herstellt.

    Dieses Baumdach integriert auch die geforderten Servicefunktionen unter einer leichten Stahlkonstruktion; ein Cafe-Kiosk oder eine Milchbar, die Möglichkeit von Freisitzen der angrenzenden Gastronomie und eine freie öffentliche Bestuhlung sind auf der wassergebundenen Decke gut vorstellbar. Der entstehende Raum kann gerade auch Jugendlichen einen informellen Treffpunkt bieten. Über eine Unterbrechung des Baumrasters wird auch der wichtige visuelle und funktionale Bezug zwischen Alten Kornmarkt, Pfluggasse und Schwanenplatz und weiter in die östliche Altstadt ablesbar; um das Baumdach herum bilden sich Gassen, die mit den angrenzenden Wegräumen vernetzt sind.

    Bekanntes und Neues ergänzen sich so zu einem neuen städtischen Platzraum.


    Der Verlauf der Römermauer wird mit einem Vorgelege aus Dolomitplatten ablesbar gemacht, die historisch bedeutsame und visuell relevante Baustruktur entlang der Römermauer wird freigestellt und erhält ein angemessenes Vorfeld.


    Die Ortbetonbauweise ermöglicht in den Fahrgassen und Linienbusspuren eine technisch wie gestalterisch hochwertige Ausführung. In den Seitenbereichen sollen hochwertige, nach Teilflächen ausdifferenzierte Granitpflasterbeläge soweit wie möglich in unstarrer oder halbstarrer Bauweise ausgeführt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll:

    “Die konsequent gestaltete Trennung des Museumsumfeldes von den Räumen rund um den Schwanenplatz ist ein überzeugender Ansatz.
    Das einheitlich herausgehobene Umfeld verschafft dem Museum einen angemessenen Auftritt, der insbesondere auch durch die vorgesehene Beleuchtung unterstrichen wird.
    ...
    Am Schwanenplatz erscheint das Infrastrukturgebäude sehr selbstverständlich platziert, es ist allerdings evtl. etwas zu groß geraten.
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    Sehr angenehm wirkt das großzügige Vorfeld für die Römermauer. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist besonders zu begrüßen, dass der direkte Kontakt zwischen Römermauer und Museum möglich und die Blickbeziehung zur Ostengasse ungestört ist. Der baumüberstandene Anger am Schwanenplatz ist eine gute Antwort auf die räumliche Aufgabe. Allerdings würde die Kombination von Gebäude und Baumstellung voraussichtlich die gewünschte Wirkung nicht ganz erreichen.
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    Das Infrastrukturgebäude am Schwanenplatz erfüllt alle Anforderungen und findet eine sehr überzeugende Form.
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    Die vorgeschlagenen Betonoberflächen sind technisch sinnvoll, aber die Ausrichtung des Fugenbildes und die Oberflächenbehandlung müsste näher überprüft werden.”