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  • DE-80939 München
  • 07/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-134472)

Ehemalige Bayernkaserne


  • 4. Rang Nach Überarbeitung


    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Yvonne Baur, Carola Stürzer

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LAUX ARCHITEKTEN GMBH, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Leitidee(n), Entwurfsmethodik

    Der Beitrag beruht auf drei ost-west ausgerichteten Grünräumen, die das Gelände im Norden mit Streetboulevard, mittig-zentral mit dem ost-west gerichteten Stadtpark und zum Gewerbegebiet orientiert mit dem Energiepark gliedern. Der innere Erschließungsring, der in einer klaren Ringform ausformuliert ist, schließt an die Heidemannstraße an. An der nördlichen Straße, zum Werner-Egk-Bogen orientiert, befindet sich der zentrale Stadtplatz, von dem aus die sogenannte „Ramblas“ in Richtung Süden verläuft. Die interne Ringstraße, die auch einen Anschluss in südlicher Richtung hat, dient konsequent der MIV-Erschließung. Insgesamt entspricht die Erschließung weitgehend den Vorgaben. Hervorzuheben ist aus verkehrlicher Sicht die „Ramblas“ mit einer gemeinsamen Führung von Fahrrad-, Fußgängerverkehr und ÖPNV.
    Diskutiert wird die gleichförmige Raumbildung des durchgehend geradlinig verlaufenden Erschließungsrings gegenüber dem mäanderförmig ausgeprägten zentralen Grünraum. Der Eingang am Stadtplatz wird mit einem Hochpunkt markiert.
    Identität, Adressbildung, Image

    Die Baufelder werden mit Gebäudevolumen im Sinne von „incomplete open cubes“ besetzt, eine differenzierte Großstruktur, die sich zu Freiräumen hin öffnet und eine Vielzahl unterschiedlicher Gebäudetypologien erlaubt. Insgesamt entsteht hierdurch eine robuste Grundstruktur mit einer klaren Adressbildung.
    Städtebauliche Qualität

    Der Vorschlag enthält ein Phasierungskonzept, das die Realisierung fünf unterschiedlicher Quartiere in eigene Bauabschnitte zulässt und Zwischennutzungen im Bestand ermöglicht.
    Nutzungsstruktur

    Der zentralen „Ramblas“-Achse sind auch die Schulen des Gebietes zugeordnet. Die im Nordosten positionierte Schule ist funktional günstig gelegen und campusähnlich angelegt. Die südliche Grundschule befindet sich in Nachbarschaft der zweiten Tramhaltestelle ebenfalls an einer günstigen Stelle. Ihr Freibereich verschmilzt mit dem Energiepark, was auch eine trennende Wirkung hat. Kontrovers diskutiert wird jedoch die Lage des Gymnasiums am nördlichen Stadtplatz im Zusammenhang mit seiner Belebung außerhalb der Schulzeiten.
    Die vorgeschlagene Mauer am Schulsportplatz an der Heidemannstraße ist als Raumabschluss und Lärmschutz nicht ausreichend und muss deutlicher als räumlich-gestalterische Abgrenzung des Quartiers zur Heidemannstraße ausgebildet werden.
    Durch eine ansprechende Geländemodellierung schützt der Energiepark das Quartier teilweise gegen den Lärm des angrenzenden Gewerbegebietes. Seine Schutzfunktion ist aber noch nicht vollständig erfüllt, wobei besonders im Südosten des Quartiers bauliche Lösungen bei den Gebäudefassaden getroffen werden müssen.
    Freiraumplanerische Qualität

    Die Grün- und Freiräume sind ihrer jeweiligen Lage entsprechend funktional ausgelegt. So funktioniert der nördliche Bereich an der Heidemannstraße mit integrierten Sport- und Spielplätzen als städtisch sinnvoll nutzbare Grünstruktur. Der Energiepark im Süden bildet gegenüber dem Gewerbegebiet einen Lärmschutzpuffer, dient darüber hinaus der Energiegewinnung und beinhaltet lärmunempfindliche Nutzungen.
    Der auf den ersten Blick einladend und abwechslungsreich anmutende zentrale Grünraum wird zwiespältig empfunden. Zudem stellen sich bei den stark vor- und zurückstellenden Baufeldern im Norden und Süden, die eine stark zergliedernde Mäanderform nach sich ziehen, zahlreiche Fragen hinsichtlich weiterer Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität.
    Weitere Nachhaltigkeitskriterien

    Dem Entwurf liegt ein gut integrierbares Energiekonzept zugrunde. Bezogen auf Anordnung, Abstand und Gestaltung der Baukörper zeichnet sich die Planung durch gute aktive und passive solare Gewinne aus.
    Fazit

    Zusammenfassend stellt der Entwurf ein ansprechendes, robustes Konzept dar, das in Details Verbesserungs- und Optimierungsnotwendigkeiten enthält. Die Setzung der Baublockstrukturen und die räumliche Charakteristik einzelner Quartiere erscheinen teilweise beliebig. Die Qualität des Entwurfs liegt in seiner Ausformulierung der städtischen Ramblas als Nahmobilitätsachse sowie in den gliedernden und vernetzenden Grünräumen mit der Nachbarschaft.


INFO-BOX

Angelegt am 13.08.2014, 16:03
Zuletzt aktualisiert 21.08.2014, 12:28
Beitrags-ID 4-89663
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