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  • DE-20097 Hamburg
  • 07/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-170876)

Sonninstrasse 3


  • 1. Preis Städtebau

    © 03 Architekten GmbH Architekten BDA, grabner + huber landschaftsarchitekten partnerschaft

    Landschaftsarchitekten
    grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb, Freising (DE), Freising (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Felix Ziegler

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: 03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE)

    Preisgeld
    11.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser haben den städtebaulichen Vorschlag der ersten Phase in den Grundzügen weiterentwickelt, ohne den eingeschlagenen Weg zu verlassen. Das gesamte Baufeld wird mit einem weitläufigen Baublock besetzt, der zur Planstraße im Norden, zur Sonninstraße im Westen und zum Nagelsweg im Osten eine geschlossene Raumkante als Blockrandbebauung anbietet. Die Öffnung des Baublocks zum Mittelkanal wird mit zwei kräftigen Portalhäusern akzentuiert. Mit der Idee, alle Anforderungen der Auslobung in einer städtebaulichen Großfigur abzubilden, gehen die Verfasser ein Wagnis ein, das von der Jury ausdrücklich gewürdigt wird. Wie zu erwarten, führt diese Entwurfshaltung zu einer intensiven und zum Teil kontroversen Diskussion in der Jury.

    Die gewählten historischen Bezüge, seien es Britische Squares, das Grand Palais in Paris oder die Hamburger Jarrestadt, wurden unter gänzlich anderen Bedingungen entwickelt; sind im wahrsten Sinne des Wortes „weit hergeholt“ und treffen nur bedingt auf den Standort Sonninstraße zu. Nichtsdestoweniger kann man sich der Faszination der gefundenen städtebaulichen Lösung nicht entziehen, da sie im Gegensatz zu kleinteilig strukturierten Baublöcken, der von anderen Teams angebotene Standardlösung, manchen Vorteil bietet.

    Die außergewöhnliche städtebauliche Figur antwortet sinnvoll auf die besondere Situation des Grundstücks, das auch in Zukunft erheblichen Lärmeinträgen ausgesetzt sein wird und für die Wohnnutzung immer noch einen Pionierstandort darstellt. Die gewählte Großform bietet die Chance, eine große, perfekt abgeschirmte, öffentliche Grünfläche im Inneren mit gleichwertigen Wohnadressen am Rand zu verbinden. Damit entkommen die Verfasser auf geschickte Weise der Versuchung, die öffentlich geförderten Wohnungen dem Lärm auszusetzen und die frei finanzierten Wohnungen im geschützten Bereich am Freiraum zu platzieren. Im weiten Geviert werden allen Bewohnern gleichwertige Wohnlagen angeboten.

    Alle Funktionen sind sinnvoll platziert und organisiert. Der SB-Markt funktioniert in Orientierung und Anbindung. Die Kindertagesstätten erhalten auf dem Dach des Supermarktes geschützte Freiflächen. Die Erschließung bleibt auf die Randstraßen beschränkt, von denen auch die Tiefgaragen angefahren werden. Dimension und Zufahrt der Garagen sind jedoch noch nicht optimal organisiert. Eine Unterteilung in mehrere eigenständig erschlossene Abschnitte wäre funktional, eigentumsrechtlich und sicherheitstechnisch dringend zu empfehlen.

    Die Entscheidung, die zentrale Freifläche, die auch die Nachbarquartiere versorgen soll, in die Blockmitte zu legen, wird in der Jury intensiv diskutiert. Es besteht Konsens, dass die Zugänglichkeit niedrigschwellig gesichert wird und die Eingänge zum Betreten des Innenparks einladen müssen. Die im Entwurf angebotenen Perforierungen des Blockrands erfüllen diese Forderung bisher noch nicht. Insbesondere der Eingang Richtung Sonninkanal und Münzviertel ist nicht hinreichend signifikant, müsste also stärker geöffnet und baulich akzentuiert werden. Auch die sperrigen Portalhäuser am Mittelkanal bleiben in ihrer Kubatur und Qualität deutlich hinter der städtebaulichen Tradition Hamburgs, vor allem in den 1920er Jahren, zurück. Hier besteht in der städtebaulichen Feinjustierung noch Potenzial.

    Die Nahtstelle zwischen den privaten Gärten am Blockrand und den öffentlichen Innenflächen hat in der Überarbeitung deutlich gewonnen. Der vorgeschlagene Höhenunterschied zum Promenadenweg und die Absenkung der Spielflächen deuten in die richtige Richtung. Mit diesen Vorschlägen gewinnt die Schnittstelle zwischen Öffentlichkeit und Privatheit an Glaubwürdigkeit. Um möglichen Konflikten zwischen den Nutzern des Freiraums und den Bewohnern vorzubeugen, wäre die Freiraumlösung allerdings noch zu verfeinern und weiter zu qualifizieren.

    Insgesamt bieten die Verfasser einen außergewöhnlichen Entwurf für ein besonders herausforderndes Grundstück in der Hamburger City-Süd an. Der Kontrast von der kleinteiligen Straßenrandbebauung an den flankierenden Straßen zu den großen Volumen im Norden und Süden des Quartiers fällt zu stark aus; hier sind die gewählten Referenzen des gründerzeitlichen Parzellenstädtebaus und die voluminöse Kontorhausarchitektur noch nicht optimal zu einer Komposition verwoben. Die Lösung der angesprochenen Kritikpunkte ist innerhalb einer robusten städtebaulichen Struktur möglich. Die Jury lobt einen Entwurf, der zwar nicht frei von Widersprüchen ist, dessen originelle wie tragfähige Idee ein großes Potential für die Zukunft bietet.