loading
  • DE-10179 Berlin
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-160767)

Peter-Joseph-Lenné-Preis 2014


  • Anerkennung Aufgabe A

    © Lotta Gärtner

    Anzeige


    Projekt
    Pixel Park

    Studenten der Landschaftsarchitektur
    Lotta Gärtner

    Erläuterungstext
    Der Entwurf, welcher Bestandteil der IGA 2017 in Berlin sein wird, stellt den Faktor Urbanes Gärtnern in den Mittelpunkt. Es entsteht eine Campusstruktur, die besonders Kinder und Jugendliche anlocken soll, aber auch die Bürger der näheren Umgebung mit einbezieht.

    Der Hauptpublikumsverkehr zur IGA soll entlang der Kienbergterrassen geführt werden, so dass der Campus mit eigener Wegestruktur eine intimere Atmopshäre erhält. Die Erschließung erfolgt über einen zentralen Weg in Form eines Steges, welcher sich in regelmäßigen Abständen zu Plätzen aufweitet. Diese Plätze bieten Potential für Begegnungsorte. Hier finden die IGA-Klassenzimmer und andere Veranstaltungen statt. Diese Nutzungen sind jedoch temporärer Organisation. Die dazugehörigen Materialien können in Containern, welche in regelmäßigen Abständen in dem Gebiet platziert sind, gelagert werden.

    Unterstützt wird der Hauptweg von einem Nebenwegesystem. Diese Wege sind untergeordnet und bilden einen Erkundungspfad durch das Gebiet. Auf diesem ist der Besucher direkter Bestandteil der Natur und kann aktiv sein und mitarbeiten.

    Es gibt drei wichtige Bestandteile des Entwurfes. Zum einen die Schulgärten. Hier können die Besucher unter Anleitung der IGA-Klassenzimmerbetreuern gärtnern.

    Er bietet aber auch Platz zum experimentieren und forschen. Auch Insektenhotels können hier vorgefunden werden. Zum anderen die Schaugärten. Sie bieten ebenfalls Fläche für Ertragsanbau. Jedoch werden diese von professionellen Gärtnern gepflegt, da sie lediglich zum Anschauen, Lernen und Erforschen gedacht sind. Weiterhin gibt es den Bereich der Wiesenpflanzung. Diese Flächen werden weitesgehend nicht genutzt. Lediglich ein paar Stellen können gemäht sein, um die Durchwegung zu ermöglichen.

    Um das Gebiet weiter zu gliedern, wird es in eine Rasterfläche aufgeteilt. Die Maße richten sich nach Kleinstcontainern der Maße 2,991m x 2,438m. Das Raster ermöglicht die Durchmischung der drei Hauptbestandteile des Gebietes. So tauchen diese über das ganze Areal immer wieder auf und machen dieses auf vielfältige Weise erlebbar.

    Die Durchmischung ist auch in der Pflanzplanung ablesbar. So ist die Wiesenansaat von unterschiedlichen Pflanzen geprägt. Es entsteht eine buntblühende, artenreiche Blumen- und Gräserwiese mit nieder- bis hochwüchsigen Arten. Gepflanzt werden diese zunächst in Rasterform, welche sich nach einiger Zeit dann jedoch durchmischt.

    Für die Schul- und Schaugärten sind Nutz- und Ertragspflanzen vorgesehen, die bei Bedarf auch direkt verarbeitet werden können.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasserin der Arbeit Pixel Park gelingt die Gestaltung des IGA-Campus durch zwei
    wesentliche Maßnahmen: Sie gliedert einerseits die gesamte Fläche südlich des Grenzgrabens in eine orthogonale, einheitlich dimensionierte gärtnerische Struktur. Über diese Struktur, trotzdem in deren Maßsystem eingepasst, spannt sich der Hauptweg als schwebende Holzkonstruktion. In regelmäßigen Abständen sind in den Weg Holzplateaus eingefügt, die zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten bieten und teilweise mit Sitz- und Gehstufen bis an den Graben heranführen. Die pixelartige Struktur wird auf unterschiedliche Weise gestalterisch interpretiert: Einerseits als Aufteilung in Pflanzflächen für Wiesenansaaten, die insbesondere das Ufer des Grabens begleiten, andererseits als holzgefasste Hochbeete für die Nutzung als Schulgarten. Darüber hinaus sind mit Hainen oder Baumreihen überstandene Wiesenflächen eingefügt.

    Die Jury würdigt diese Haltung, da sich mit der klaren Struktur vielfältige Möglichkeiten der Bepflanzung und Bespielung ergeben und gleichzeitig eine verständliche, gut erkennbare Idee für den gesamten Raum entsteht. Diese ermöglicht auch die flexible Entscheidung beim späteren Rückbau, wie viel der Gestaltung bzw. der Aufenthaltsangebote erhalten bleiben sollen. Nicht ganz überzeugen kann jedoch die sehr gleichförmige Abfolge der ähnlich dimensionierten Holzplateaus und der Schulgärten, die eine wenig abwechslungsreiche Raumfolge erzeugt. Hier wären aus Sicht der Jury eine differenziertere, spannungsvollere und mehr auf den Kontext bezogene Interpretation möglich gewesen, ohne die Klarheit der Gesamtidee zu verlieren. Darüber hinaus lässt die Durcharbeitung Fragen zur Qualität der Umsetzung offen, z.B. für die Ausformulierung der
    Kleinbauten wie auch der Einfassungen der Hochbeete.

    Beim Pflanzkonzept „Pixel-Park“ werden die drei Hauptbestandteile „Schulgarten“, „Schaugarten“ und „Wiese“ aufgegriffen und als einzelne Module in Rasterpflanzung kombiniert. Das Modul der Schul- und Schaugärten beinhaltet Nutz- und Ertragspflanzen, deren Früchte vor Ort verarbeitet werden können. Die Wiesenblöcke zeigen heimische Wiesenarten. Die Idee ist spannend gewählt, lässt aber in der pflanzplanerischen Umsetzung Fragen offen. So ließen sich die gewählten Gemüsearten auch nach thematischen Themen gruppieren und Arten untereinander kombinieren. Für das Wiesenmodul werden sehr interessante Initialpflanzungen vorgeschlagen, sind die ausgewählten Arten aber nach einem Blühhöhepunkt im Frühsommer in der Hauptzeit der Gartenschau ausgesprochen unauffällig. Dominante Wiesenpflanzen wie Quecke und Land-Reitgras werden sich langfristig durchsetzen und den Artenreichtum minimieren. Insgesamt ist die Grundidee sehr gut, es fehlen aber neue Bilder und innovative Kombinationen als Anregung für die Besucher.


INFO-BOX

Angelegt am 25.11.2014, 12:35
Zuletzt aktualisiert 12.12.2014, 12:42
Beitrags-ID 4-95307
Seitenaufrufe 327

Anzeige







Anzeige