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  • DE-10179 Berlin
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-160767)

Peter-Joseph-Lenné-Preis 2014


  • Teilnahme Aufgabe A

    Berliner Datscha, © ml

    Landschaftsarchitekten
    Marisa Frey-Lubinsky

    Erläuterungstext
    Berliner Datscha

    Idee
    Berliner Datscha steht für Individualität.
    Die Idee beruht auf dem Gedanken, sich seinen eigenen Außen-Lebensraum frei zu gestalten und die Wonnen des ‚Draußenseins‘ zu erleben. All das erfüllt eine Datscha und all das soll auch auf den Campus-Maßstab übertragen werden. Den Schulkindern soll der Nutzen und der Zweck dieser Einstellung während der IGA nahe gebracht werden.
    Berliner Datscha steht für den Raum innerhalb der eigenen vier ‚Hecken‘. Der IGA-Campus interpretiert diese Tatsache in einer offeneren, lichteren Form um. Es sollen zwar auch so etwas wie geschützte Nischen entstehen, aber diese sind immer offen und zugänglich und ermöglichen von vielen Seiten den Blick in das Gelände der IGA.

    Formgebung des Entwurfes
    Die Flächenform der Plätze orientiert sich an der Form einer Gartenparzelle. In der Nachbarsiedlung sind diese Parzellen in streng orthogonaler Weise angeordnet. Für den hier vorliegenden Entwurf wurden diese Formen verdreht und überlagert, damit sich neue Ausrichtungen ergeben und jeder Raum in seiner Lage individuell ist.
    Ein weiteres übernommenes Charakteristikum der Datscha ist die Hecke. Sie ist ein wesentliches Mittel, das die Räume des Campus fassen und gleichzeitig eine ‚private‘ Atmosphäre kreieren soll. Jeder Platz ist mit einer Hecke umsäumt, wie bei einem Garten. Damit trotzdem eine Offenheit empfunden werden kann, gibt es kleine und große Lücken in den Hecken, die ein Durchgucken ermöglichen.
    Zu einer Datscha gehört auch die Laube. Diese taucht in verschiedener Art und Weise auf dem Gelände auf. Dabei ist sie manchmal abstrahiert als Grundriss zu verstehen, also als Plattform oder als Pavillon, und manchmal eben als Gebäude.
    Das Prinzip der Hecken soll in dem Bereich der Kienbergterrassen wiederholt werden. Hier werden die Hecken gestreut und unterstützend zur bestehenden Planung parallel an die Wegeführung angegliedert.

    Temporäre und dauerhafte Nutzung
    Das Prinzip ist einfach. Aufwendig errichtete Bereiche werden erhalten, ebenso Orte, die für eine Nachnutzung von gemeinschaftlichem Wert sind (Marktplatz z.B.). Temporär sind die Installationen, die sich über das Campusgelände hinaus erstrecken, sowie ein Themengarten; dazu kommt noch ein großer Teil von insgesamt drei Plätzen. Diese sind jeweils zu einer Hälfte mit Holzplanken ausgelegt, damit sie einfach zurückgebaut werden können. Nach der IGA sollen auf diesen Flächen Gehölze nachgepflanzt werden, damit sich mit der Zeit wertvolle Linienbiotope entwickeln können, die zukünftig als Anziehungspunkt für diverse Vögel dienen sollen.

    Campus-Links
    Diese Objekte sollen, wie der Name schon sagt, das umliegende IGA-Gelände mit dem Campus verlinken und natürlich auf diesen Campus aufmerksam machen. Die Objekte sind unterschiedlich in ihrer Funktion und können nach Belieben variiert werden. Grundelement ist meist ein Holzrahmen, an den Objekte gespannt, gehangen oder eingehängt werden können. Des Weiteren soll als Verweis auf das Gestaltungskonzept eine Fläche mit diversen geschnittenen Heckenobjekten angelegt werden.
    Schulkinder werden unter Anleitung die Objekte selbst bauen bzw. mithelfen und die dabei einbezogenen Gewächse in Eigenregie pflanzen und betreuen. Die Betreuung könnte jede Woche von einer anderen Gruppe durchgeführt werden.

    Funktionen
    Das Campusgelände setzt sich aus folgenden Orten zusammen:
    Regiomarkt, Spielwiese, Hängemattengarten, Permagarten, Grünes Klassenzimmer, Spielplatz, Multi-Kulti-Garten, Berliner Garten, Gemischter Salat und dem IGA-Camp.
    Im Prinzip sind fast alle Gärten (außer die kommerziell genutzten) Gegenstand des Global School Garden, da jeder Garten ein anderes Thema behandelt und ein eigenes Pflanzenspektrum besitzt, das im Rahmen der Lehrveranstaltungen der Schulen erkundet und erforscht werden soll.
    Jeder Garten dient zu Demonstrationszwecken und als Experimentierfeld für die jungen Besucher. Die Gärten können zum Teil während und nach der IGA durch die Bewohner der Kleingartensiedlung im Rahmen der Themen mitgenutzt und mitgestaltet werden.
    Alle Flächen werden von dem Hauptverbindungsweg durchquert.
    Beginnt man den Spaziergang am nördlichen Eingang gelangt man zunächst zum Regiomarkt, der zum Verkauf von auf der Fläche oder anliegenden Flächen angebauten Pflanzen dient. Der Regiomarkt soll auch nach der IGA einen wesentlichen Anziehungspunkt für Anwohner und Besucher der Gärten der Welt bilden.
    Die Spielwiese wird während der IGA als Veranstaltungsort dienen. Dafür gibt es eine Bühne, ein Kräutercafé und Bestuhlung. Im Kräutercafé wird es Shakes, Crèpes und Torten geben aus selbstgezogenen Kräutern. Die Zutaten kann man sich direkt in dem Kräutergarten ansehen und bei Bedarf kaufen.
    Geht man den Weg weiter, so kommt man zum Hängemattengarten. Hier steht ein Pavillon, an dessen Stützen während der IGA Hängematten befestigt sein werden. Ferner gibt es eine Sandfläche, in der ein Balancierobjekt steht.
    Als nächtes gelangt man zum Perma-Garten. Hier werden kennzeichnende Pflanzen der Permakultur angebaut. Weiter gelangt man zum Grünen Klassenzimmer. Hier finden mindestens 5 Schulklassen gleichzeitig auf den Grünen Bänken Platz. Die in den Bänken integrierten Pflanzkästen können die Schüler unter Anleitung im Frühjahr selbst gestalten. Die großen Pflanzflächen sollen als Lehrbeete für den Biologie-Unterricht genutzt werden.
    Als nächstes kommt man zum Spielplatz. Hier gibt es eine Vierer-Schaukel, Klettergeräte, Tischtennisplatten und einen Streetballplatz. Die Flächen sollen dauerhaft bestehen bleiben. Es folgen drei Themengärten: der Multi-Kulti-Garten mit exotischen Pflanzen, der Berliner Garten mit einheimischen Pflanzen und der ‚Gemischte Salat‘, in dem Gemüse und Salate angebaut werden. In dem letzten Abschnitt, der Studi-Siedlung kommt die Idee der Laube zur Entfaltung. Hier werden 5 ‚Lauben‘ stehen, die während der IGA für Tagungen, Lehrveranstaltungen und zum Übernachten genutzt werden. Der Ort ist Gegenstand des IGA-Camp, zu dem auch die umliegenden Wiesenflächen gehören. Hier werden die Zelte aufgeschlagen. Nach der IGA sollen die Lauben als Wohnraum auf Zeit für Austausch-Studenten bzw. Austausch-Schüler genutzt werden.

    Pflanzen und Materialien
    Die verwendeten Pflanzen sollen einen realistischen Bezug herstellen zur Nutzung im eigenen Garten oder der eigenen Küche. Darüber hinaus kann man im Multi-Kulti-Garten ‚exotische‘ Arten kennenlernen. Die Kinder haben also die Möglichkeit, Pflanzen aus ihrem Umfeld kennenzulernen und diese mit allochtonen Pflanzen zu vergleichen.
    Für die dauerhaften Flächen werden größtenteils einheimische Arten verwendet. In einigen Ausstellungsgärten (Hängemattengarten und Multi-Kulti-Garten) kommen allerdings nicht-einheimische Arten vor.
    Um die Stringenz und Regelhaftigkeit der Hecken zu unterstützen, werden sie alle aus dem gleichen Gehölz bestehen (Hainbuche. Sie variieren in ihrer Breite und in ihrer Höhe von 1m bis 2m. Während der IGA werden sie in regelmäßigen Abständen geschnitten. Danach soll der Schnitt reduziert werden, damit sich vor allem an den ehemals temporären Flächen Linienbiotope entwickeln können. Bäume werden während der IGA vereinzelt gepflanzt und haben vor allem raumbildende und schattenspendende Funktion .
    Die Möbel (Bänke, Einfassungen, Spielgeräte) und alle weiteren gebauten Objekte sollen aus Holz gefertigt werden und den natürlichen Charakter des Gebiets unterstützen.

    Berliner Garten
    Charakteristisches Merkmal dieses Gartens ist die Herkunft der Pflanzen, die ausschließlich aus dem ostdeutschen Tiefland stammen. Diese sind optimal an die örtlichen klimatischen Verhältnissen angepasst. Die Auswahl besteht aus wilden Sträuchern, und typischen Wiesenpflanzen und Gräsern, die in Tuffs gepflanzt werden. Hauptfarben sind Malve und Weiß. Der Garten ist Teil des Global School Gardens und soll als Lehrgarten dienen. Zu diesem Lehrzweck werden alle Pflanzen mit Namen gekennzeichnet.

    Studi-Garten
    Der östliche Eingang zum Campus wird zu beiden Seiten durch diesen Garten gesäumt. Kennzeichnend sind die freiwachsenden Blütenhecken mit Staudenbeeten, bestehend aus verschieden blühenden Gehölzen und goldfarbenen Wildstauden. Den Eingang markiert eine Brombeerpergola. Der Garten kann später erweitert werden und in Eigenregie durch Austausch-Studenten bzw. Austausch-Schüler genutzt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 26.11.2014, 10:07
Zuletzt aktualisiert 12.01.2015, 14:25
Beitrags-ID 4-95391
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