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  • AT-6971 Hard
  • 07/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-162749)

Neugestaltung Strandbadareal - Thalerareal Hard


  • 3. Rang


    Architekten
    Dietrich | Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Bregenz (AT), Wien (AT), St. Gallen (CH), Paris (FR), München (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    9.500 EUR

    Erläuterungstext
    In der Abwicklung des öffentlichen Raumes entlang des Binnenbeckens vollzieht sich im Bereich der Strandbadhalbinsel ein signifikanter Wechsel. Die öffentliche Parkanlage findet hier ihren Abschluss und die Welt der Boote, Schiffe und Werften beginnt. Der Hafenplatz ist somit ein wichtiger Vermittler im städtebaulichen Gefüge: er ist Dreh- und Angelpunkt verschiedener Bewegungslinien, Funktionen und Anforderungen. Das Grundlayout ist einfach, robust und vielfältig nutzbar und besteht hauptsächlich aus einem Platzbelag beispielsweise hellem Asphalt sowie bestehenden und geplanten Bäumen. Mit einer großzügigen, einladenden Geste gegenüber der Kohlplatzstrasse führt er die Bewegung zum Binnenbecken und über eine breite Sitzstufenanlage hinunter zum Wasser. Er trägt die beiden Neubauten, die den Platz räumlich fassen. Durch ihre Ausstrahlung und Wechselwirkung mit dem Freiraum gliedern sie den Platz in verschiedene Teilbereiche. Die grosse Mitte jedoch bleibt erhalten und steht vielfältigen Anlässen und Aktivitäten offen zur Verfügung.

    Entlang der Siedlungskante (Kohlplatzstrasse) verläuft ein langer Baumhain aus verschiedenen Zierkirschen (in Arten und Sorten). Dieses markante städtebauliche Element nimmt mehrere Aufgaben und Funktionen in einer einheitlichen Raumfigur auf. Ob Platzzugang, Fahrradstellplätze oder Parkplätze, alles findet unter einem Dach statt. Die Anordnung der Bäume sorgt für eine verbindende Wirkung zwischen Siedlungskörper, Hafenareal und Wasser. Fussgänger, Radfahrer und Hafenzubringer wie Bootsanlieferer bewegen sich frei und gleichberechtigt entlang dieser Achse.

    Das Strandbadareal erfährt nur schonende und zurückhaltende Eingriffe. Der Baumbestand bleibt bestehen und wird mit einigen Neubepflanzungen ergänzt. Die Liegewiesen bleiben uneingeschränkt erhalten, wie auch die Beckenanlage und Spielflächen innerhalb der Anlage. Entlang der westlichen Böschungskante führt ein neuer Weg vom Eingang zum platzartig ausgestalteten Endpunkt der Halbinsel. Den Auftakt des Platzes bildet eine Servicestation für Radfahrer und markiert den Übergang von privatem Wohnen zur Zone öffentlicher Funktionen.

    Der Baukörper des Strandbades fasst die Vielfalt und Varianz der Funktionen unter seiner freien Form zusammen. Die Ausrichtung der Gebäudekanten orientiert sich klar an der Wegführung und Funktion der einzelnen Platzzonen. Die Baukörpergeometrie formuliert in Verbindung mit dem Baumhain ein Eingangsthema des Platzes. Es fasst den Hafenplatz an seiner Längsseite und verschafft ihm dadurch Massstab und Proportion. Am Binnenbecken weicht der Baukörper zugunsten einer Freitreppe und gibt den Blick auf die Bucht frei. Mit seiner Holzfassade ruht der Baukörper leicht und dynamisch im Naturraum. Trotz seiner Länge versucht der Baukörper die beiden Hafenwelten zu verbinden und gibt mit einem großen Schaufenster Blickwechsel zwischen Sport- und Zollhafen frei.

    Das Seerestaurant als markanter Abschluss des Baukörpers kragt deutlich über die Uferkante hervor und eröffnet den Besuchern einen attraktiven Blick auf die Harder Bucht. Das Restaurant schwebt mit seiner Terrasse über dem Platzniveau und bietet die Möglichkeit die Gastronomie vom Strandbad- und Bootsbetrieb räumlich zu entkoppeln. Die Yachtclubräumlichkeiten sind ebenfalls im Obergeschoss positioniert. Der Clubraum öffnet sich in seiner ganzen Breite zu den Liegeplätzen und verschafft seinen Mitgliedern unverstellten Blick auf die Hafenwelt.

    Als Akzent zu dem längsorientierten Strandbadgebäude bildet ein Aussichtsturm in Cortenstahl den Startpunkt für den Hohentwiel Steg. Dem Turmbesucher werden durch eine Vielzahl an Öffnungen unterschiedliche Ausblicke auf und über das gesamte Areal ermöglicht. Alle untergeordneten Nutzungen für den Betrieb und die Instandhaltung des Strandbades und seines Aussenraumes sind in einem Funktionsgebäude direkt in Wiesen- und Beckennähe untergebracht. Dieser Baukörper ist ebenfalls in eine Holzfassade gehüllt und nähert sich auf diese Weise der umgebenen Natur an.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Es gelingt mit Aussichtsturm und dem Gebäude einen Platz zu bestimmen. Materialisierung und interessante plastische Ausformulierung entsprechen der Aufgabe. Die Zugänge zu Freibad und Yachtclub machen den Baukörper funktional durchlässig. Dennoch bleibt eine gewisse Sperrigkeit erhalten. Es entsteht jedoch eine sehr große befestigte Platzfläche, deren Gestaltung nicht ausformuliert ist und keine räumliche Gliederung aufweist.