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  • DE-10179 Berlin
  • 11/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-160767)

Peter-Joseph-Lenné-Preis 2014


  • Teilnahme Aufgabe B

    Perspektive Stadtbalkon, © H. Heitbrink

    Studenten der Landschaftsarchitektur
    Henrik Heitbrink

    Erläuterungstext
    Das Konzept sieht eine Vernetzung der Großfestung Koblenz mit dem Freiraum in Form eins Parksystem vor. Dies bedeutet, dass ein Parksystem entsteht, dass grundlegend dem System der Großfestung Koblenz entspricht. Besaß zu Zeiten der Großfestung Koblenz jedes System ein Hauptbollwerk, so werden diese in dem Konzept durch großzügige Parkanlagen ersetzt und mittels Grünachsen verbunden. Es entsteht somit eine Art Rundweg, der als Festungsweg bezeichnet wird. Der Festungsweg ist so konzipiert, dass sowohl jedes eigenständige System vernetzt ist und darüber hinaus die Systeme untereinander verbunden sind. Infolgedessen entsteht ein Parksystem, das von jedem Stadtteil aus zugänglich ist und jeweilige Schwerpunkte als Identifikationsmerkmale setzt. Diese Schwerpunkte in Form von großzügigen Parkanlagen sollen namentlich an die Großfestung Koblenz erinnern. Der Festungsweg weist eine Gesamtlänge von etwa 22 km auf. Die jeweiligen Parksystem sind ineinander geschlossene Rundwege und darüberhinaus untereinander verbunden. Zudem ist der gesamte Festungsweg so konzipiert, dass es verschiedene Einstiege gibt, die mit dem öffentlichen Nahverkehr oder PKWs erreicht werden können. Darüber hinaus hat der Festungsweg zahlreiche Schnittstellen mit dem überregionalen Fahrrad- und Wanderwegenetz. Es entstehen Routen von unterschiedlicher Länge, die in verschiedener Weise genutzt werden können. Zugleich bilden die großen Parkanlagen mit den jeweiligen Festungsrelikten ausreichend Freiräume für Veranstaltungen. Der Festungsweg orientiert sich an der Gestaltungssprache der Bundesgartenschauflächen, um so ein gesamtstädtisches Freiraumnetz zu erzeugen. Im Detail bedeutet dies für den Festungsweg folgenden Ausbaustandart: es ist eine 3,40 m breite, mit Epoxidharz beschichtete Asphaltdecke geplant, die durch jeweils 30 cm breite Betonfertigteile flankiert wird. Die zuvor angegebene Ausbaubreite kann partiell abweichen, wenn dies aufgrund der städtebaulichen Strukturen erforderlich ist. Dennoch ist überwiegend die volle Ausbaubreite vorgesehen, um den angestrebten Boulevardcharakter zu gewährleisten. Wiederkehrendes Element entlang des Festungsweges und in den Parkanlagen sind Sitzgelegenheiten, die zum Teil durch Informationskuben begleitet werden. Bei den Informationskuben handelt es sich um ein Betonfertigteil, auf dessen Vorderseite Hinweise und die Entfernung zum nächstgelegenen Festungsreliktes aufgeführt sind. Darüber hinaus sind auf der Oberseite der aktuelle Standort sowie Informationen zur näheren Umgebung aufgeführt. Diese umfassen unter anderem die Verortung eines nahliegenden Stadtbalkons, der besondere Stadtansichten ermöglicht. Da die Informationskuben nur partiell entlang des Festungsweges positioniert sind, werden sie zusätzlich oberseits mit einer Pflanzfläche versehen, in der eine Zwerg-Blut-Pflaume (Prunus x cistena) gepflanzt ist. Begleitet wird die Zwerg-Blut-Pflaume durch eine pflegeleichte Gräserpflanzung aus Fuchsroter Segge (Carex buchananii) sowie Tulpenpflanzungen in Rot und Weiß als Frühjahrsaspekt. Diese Pflanzenkomposition symbolisieren die Farben des Koblenzer Stadtwappens und hebt sich deutlich von der Umgebung ab. Diese Pflanzenkomposition soll neben den Informationskuben zusätzlich den Festungsweg partiell flankieren. Diese, den Weg partiell flankierenden, Pflanzungen fungieren als Wegmarken und heben den Festungsweg zusätzlich aus der Umgebung heraus.
    Zusätzlich zu den zuvor genannten Ausstattungen und Pflanzungen sind Stadtbalkone entlang des Festungsweges arrondiert, die sich durch an den Hangkanten schwebenden Flächen auszeichen, die in dreieckiger Form der Einfassung des Festungsweges entspringen. Die Formsprache der Stadtbalkone soll an die Gestaltung der ehemaligen Fortifikationen erinnern. Eine besondere Form der Stadtbalkone sieht das Konzept für jeden einzelnen Stadtteilpark vor. In Anlehnung an den Aussichtspunkt auf dem Festungsplateau der Festung Ehrenbreitstein sollen ähnliche Aussichtspunkte das jeweilige Zentrum eines Stadtteilparks ausmachen. Durch diese Aussichtspunkte werden Landmarken geschaffen, die von den übrigen Stadtbalkonen aus ersichtlich sind. Sie heben somit die Relikte der Hauptwerke eines jeden Festungssystemes aus der Umgebung hervor und lassen diese einfacher im Stadtgebiet verorten. Die Form der Aussichtspunkte ist an das jeweilige Festungsrelikt angepasst.
    Der neue Stadtteilpark definiert sich durch zwei unterschiedliche Räume. Im Norden bietet eine große Rasenfläche die Möglichkeit zum Verweilen, für sportliche Aktivitäten oder der Gleichen. Die Rasenfläche wird gerahmt durch einen 4m breiten Boulevard, der sich an der nördlichen Spitze zu einem Platz ausweitet. Der Verlauf des Boulevards orientiert sich an dem Gehölzbestand, so dass dieser in weiten Teilen erhalten bleibt und den Rahmen für den Stadtteilpark bildet. Durch eine Terrassierung der Rasenfläche in zwei Ebenen wird das vorherrschende Gefälle aufgefangen und die Rasenfläche erhält überwiegend ebene Flächen, denen größere Nutzungsmöglichkeiten zu kommen. Die entstandenen Böschungen zwischen den Ebenen bieten für Kinder Spielmöglichkeiten und können unter anderem im Winter auch als Rodelhang genutzt werden.
    Im südlichen Teil des Stadtteilparks ist das Festungsrelikt des Fort Asterstein verortet. Der aktuelle Wildwuchs, der das Relikt umgibt, wird entfernt. Das Umfeld soll durch eine wassergebundene Wegedecke befestigt und eingeebnet werden. Dies hebt das Relikt aus seinem Umfeld heraus und schafft eine großzügige Platzfläche, die als Vorplatz für das Relikt fungiert. Das Relikt selbst soll nach den Ansprüchen des Denkmalschutzes restauriert werden. Im Inneren der baulichen Anlage sind Ausstellungsflächen vorgesehen, die zum einen den historischen Werdegang des Fort Astersteins und dessen Bedeutung in der Großfestung Koblenz aufzeigen und zum anderen Raum für Ausstellungen bietet. Darüber hinaus soll der Innenhof für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden können. Um den Veranstaltungen eine größtmögliche Flexibilität zukommen zu lassen, sind keine baulichen Anlagen im Innenhof vorgesehen. Es sind Veranstaltungen wie Sommerkino, Stadtteilfeste, Märkte oder Musikveranstaltungen vorstellbar, die durch die Kulisse des historischen Bauwerks eine besondere Atmosphäre erhalten.
    Ähnlich wie in den übrigen Stadteilparks ist auch hier ein besonderer Aussichtspunkt vorgesehen, der die Relikte aus seiner Umgebung hervorhebt und es ermöglicht diese im Stadtgefüge zu verorten. Der Aussichtspunkt , bestehend aus einer hölzernen Konstruktion, rahmt das Relikt und erinnert in der Formsprache an den Verlauf der ehemaligen Außenmauern der Fortifikation. Am Ende, dem höchsten Punkt des Aussichtspunktes, ist ein Überblick über die gesamte Parkanlage und dessen Umgebung, sowie eine Sichtbeziehung zu der Festung Ehrenbreitstein möglich. Im Boden des Aussichtspunktes ist eine Karte eingelassen, die das Festungssystem im heutigen Stadtbild verortet.
    Erschlossen wird das Relikt sowohl durch eine Treppenanlage als auch durch eine barrierefreie Rampenanlage. Entlang der Rampenanlage sind Terrassen vorgesehen, die in der Formsprache an die Stadtbalkone erinnern, an dieser Stelle jedoch lediglich einen Ausblick auf die Parkanlage ermöglichen. Die Böschungen entlang der Rampenanlage werden durch flächige Gräserpflanzungen begrünt und sollen an die ehemaligen Erdwälle erinnern, die eine Festungsanlage umgeben haben. Die Gräserpflanzung besteht aus einer Komposition aus Purpur-Rutenhirse (Panicum virgatum ‘Shenandoah‘) und Fuchsrote Segge (Carex buchananii). Diese Gräser zeichnen sich durch rötlich gefärbtes Laub aus und erreichen eine Höhe von 30 bis 50cm (Carex buchananii) und 80 bis 100cm (Panicum virgatum ‘Shenandoah‘). Zudem zeichnen sich die Gräser als ausgesprochen pflegeextensiv aus. Punktuell ist die Gräserpflanzung durch Zwerg-Blut-Pflaumen (Prunus x cistena) überstellt.
    Als Entree für diesen Stadtteilpark fungiert eine Sichtbeton Mauerscheibe mit Cortenstahl Verblendung. In dieser ist der Schriftzug ‚Fort Asterstein Park‘ eingefräst. Dieses Entree gelegen an dem Kolonnenweg, bildet den Haupteingang der Parkanlage. Zusätzliche Erschließungswege sind im Norden, sowie der Fortgang des Festungsweges im westlichen Teil des Stadtteilparks vorgesehen. Die Ausstattungsmerkmale, wie Bänke und Illumination sind analog zu dem Festungsweg. Somit ist der Stadtteilpark als Teil des gesamtstädtischen Freiraumsystem erkennbar und fügt sich diesem ein.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 01.12.2014, 16:23
Zuletzt aktualisiert 03.12.2014, 21:14
Beitrags-ID 4-95725
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