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  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf (DE), Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Konrath und Wennemar Architekten Ingenieure, Düsseldorf (DE)

    Preisgeld
    19.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das robuste städtebauliche Konzept setzt die Anforderungen der Auslobung auf den Ort bezogen geschickt um. Eine südliche Achse vom ehemaligen Kloster zum künftigen Campusband schafft eine räumlich prägnante innere Erschließung. Das historische Klostergebäude wird so zur unverwechselbaren Adresse für das neue Quartier.

    Das Erschließungssystem in Spangenform ermöglicht eine klare Orientierung. Die Straßen, Plätze und Freiräume bieten unterschiedliche stadträumliche Identitäten, sind wohlproportioniert und versprechen hohe Aufenthaltsqualität. Die Baufelder bieten trotz der unterschiedlichen Gebäudestrukturen ein harmonisches Raumgefüge. Das Stellplatz- und Garagenkonzept entspricht der kleinteiligen Logik der Baufelder. Der Standort der Kita im Südosten ist richtig gewählt.

    Die dargestellten barrierefreien Grundrisse sind gut geschnitten, allerdings werden die ausschließlich nach Nordosten orientierten Kleinwohnungen kritisch gesehen. Die halboffene Bauweise mit überschaubaren Häusern erlaubt eine typologische Mischung ebenso wie unterschiedliche Finanzierungsformen.

    Die architektonische Sprache ist solide und qualitätvoll. Begrüßt wird der Vorschlag, ein vielfältiges Bild durch eine differenzierte Fassadenmaterialität entstehen zu lassen, Die verglaste Schallschutzfassade zum Campusband verspricht Aufenthaltsqualität im verlärmten Bereich, bedarf jedoch hinsichtlich ihrer baulichen Umsetzungsmöglichkeit und der von den Verfassern beschriebenen Reversibilität weiterer Klärung. Die Realisierbarkeit der beiden Zugänge zum Campusboulevard mit gläsernen Schallschutzwänden erscheint in der dargestellten Filigranität zweifelhaft.

    Die Verfasser schlagen ein in seiner Hierarchie gut abgestuftes Freiraumgerüst vor. Die großzügige grüne Mitte fokussiert den Blick auf das identitätsstiftende Klostergebäude und lässt vielfältige Spielund Aneigungsmöglichkeiten erwarten. Die südliche Fassung durch eine doppelte Baumreihe und der geschickte Umgang mit der Topografie stellen eine gelungene Rahmung und einen Übergang zum attraktiv gestalteten öffentlichen Platz und Straßenraum dar. Die Feuerwehrrettungswege sind zu überprüfen.

    Mit 278 WE für 707 Bewohner wird die Wettbewerbsvorgabe geringfügig übertroffen. Die differenzierte Erschließung, die hochwertigen Baustrukturen und die Grundrissvariabilität versprechen vorbehaltlich der Realisierbarkeit des Schallschutzes eine wirtschaftliche Vermarktung. Die angestrebte Passivhausbauweise mit kontrollierter Lüftung macht eine energieeffiziente Wohnnutzung möglich.

    Das städtebauliche Konzept ist prägnant und dem Ort angemessen. Die Architektur der Gebäude ist grundsätzlich ebenfalls überzeugend, bedarf jedoch hinsichtlich der Wohnungsorientierung und des Schallschutzes der Überarbeitung und weiterer Untersuchung. Die Arbeit stellt einen individuellen und innovativen Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.