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  • DE-10179 Berlin
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-164264)

Mehring- und Blücherplatz


  • Teilnahme

    Masterplan, © OKRA

    Landschaftsarchitekten
    OKRA landschapsarchitecten, Utrecht (NL) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure: Witteveen + Bos, Deventer (NL)

    Erläuterungstext
    Auf den ersten Blick vermittelt die Luftaufnahme dieses Teils von Kreuzberg einen grünen, ja sogar attraktiven Eindruck. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch bei den vielen mit Bäumen bestandenen Flächen hauptsächlich um anonymen öffentlichen Raum. Diesem früher ausgesprochen lebendigen Gebiet fehlt es heute an der städtischen Vitalität, die das Leben in der Stadt attraktiv macht. Sieht man einmal von die unstrittigen Defiziten ab, muss sofort hinzugefügt werden, dass dieses Gebiet trotz des zugegebenen Veränderungsbedarfs auch ein großes Potenzial aufweist, sich zu einem vitalen Stück Berlins zu entwickeln, das den Vergleich mit anderen markanten Punkten der Stadt nicht zu scheuen braucht.

    Umkehrung in der Stadt
    Die zukünftige Umgestaltung des Gebiets soll die Stadt mit einer neuen Bedeutung bereichern. Das neue städtische Gerüst des Gebiets Mehringplatz-Blücherplatz soll als treibende Kraft für das Berlin des 21. Jahrhunderts wirken. Die Position dieses Gebiets rückte nach der Öffnung der Mauer von der Westberliner Randlage zurück in die Mitte des heutigen Berlins. OKRA’s Vorschlag für die Umgestaltung besteht in der Hinzufügung einer dritten Schicht, wobei das moderne Erbe des Sharoun-Entwurfs mit dem des Klassizismus verbunden werden soll.

    Vom verkehrsreichen, charakteristischen Platz in der Vergangenheit über eine mehr oder weniger freie Position im Raum verändert sich dieser Block jetzt erneut, indem er wieder mit der Stadt verankert wird und indem die Beziehung zwischen dem inneren und dem äußeren Bereich umgekehrt wird.
    Eine neue Schale am Außenrand unterstreicht die heutige Position mitten in der Stadt und bewirkt eine städtische Kontinuität entlang der Wilhelmstraße und der Lindenstraße. Zweitens wird das Herzstück zu einem Element der lebendigen Achse, die von der Friedrichstraße über den Brückenplatz und den Landwehrkanal bis zur Anbindung von Blücherplatz und Amerika-Gedenkbibliothek reicht. Das ursprüngliche Konzept der Amerika-Gedenkbibliothek als Bestandteil des Ensembles der Südlichen Friedrichstadt wird aufgegriffen: Die Sichtachse wird wiederhergestellt, indem die Südseite der Bebauung am Mehringplatz umgewandelt und die Luftbrücke entfernt wird. An der Stelle des ehemaligen Halleschen Tors entsteht eine neue Landmarke. Und der Landwehrkanal, als lange Linie im rechten Winkel zu dieser Achse, wird zu einer grün-blauen Ader, mit Parkflächen mit guter Anbindung an ein Freizeit-Streckennetz entwickelt.

    Wohnen und Arbeiten in ein Grünes Stadtviertel
    Durch eine verbesserte Verankerung dieses Teils der Stadt mit seiner Umgebung wird erreicht, dass an mehreren Stellen gebaut werden kann. Die Verdichtungsvorgabe, die neue Bebauung ermöglicht, setzt einen qualitativen Ansatz voraus, der zur sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit des Stadtviertels führt. Dabei wird eine ausgewogene Mischung von Funktionen in diesem Teil der Stadt mit gleichzeitiger Aktivierung des öffentlichen Raums entstehen.
    Das Wegenetz für den langsamen Verkehr wird stark verbessert, die Achse der Friedrichsstraße für Radfahrer und Fußgänger wird benutzerfreundlicher gemacht und sie wird in das übergreifende Radwege-Netz sowie in das Spazierweg-Netz kleinerer Verbindungen eingebunden.
    Die Umwandlung dieses Teils der Südlichen Friedrichstadt setzt eine Verlagerung der anonymen Grünelemente in fragmentierten Räumen zu größeren, bedeutsamen Einheiten mit einer erkennbaren Nutzung voraus.

    Der öffentliche Raum wird in Zukunft attraktiv und ist für viele verschiedene Nutzungsarten geeignet. Die Differenzierung der Begrünung führt zu einer Unterscheidung zwischen der öffentlichen Begrünung bzw. der mit Infrastruktur verbundenen Begrünung und der Begrünung innerhalb der Blöcke, die gerade einen ruhigen Charakter hat und für die Anwohner wertvoll ist. Der größte Gewinn lässt sich dabei durch Schaffung eines Landwehrparks erzielen, der mit einem größeren Park an der Ostseite verbunden wird.

    Für die Umgestaltung des Stadtteils wird es mit OKRA’s Vorschlag möglich, dass die Südliche Friedrichstadt sich allmählich entwickelt, sodass bestehende soziale Verknüpfungen verstärkt werden und die verschiedenen Gruppen von Anwohnern, Unternehmern und Nutzern sich in dem verändernden Stadtteil heimisch fühlen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 09.12.2014, 19:16
Zuletzt aktualisiert 15.12.2014, 12:21
Beitrags-ID 4-96279
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