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  • DE-91054 Erlangen
  • 01/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-190768)

Siemens Campus


  • 1. Preis

    Modul 1, © KSP Jürgen Engel Architekten

    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf (DE), Köln (DE)
    Verkehrsplaner: Lindschulte + Kloppe Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf (DE)
    sonstige Fachplaner: Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim (DE), München (DE)
    Tragwerksplaner: Bollinger + Grohmann Ingenieure, Frankfurt am Main (DE), Berlin (DE), München (DE), Wien (AT), Paris (FR), Oslo (NO), Melbourne (AU), Rom (IT)
    Modellbauer: modellbau hannemann, Oldenburg (DE)

    Preisgeld
    80.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau und Architektur

    Grüne Finger
    Im Süden der Stadt Erlangen entsteht auf dem Gelände des bisherigen Standortes von Siemens ein offener, moderner und innovativer neuer Stadtteil. Gegenwärtig findet man auf dem Gelände eine üppige Baumstruktur mit erhaltenswerten Baumbeständen insbesondere entlang der Wattstraße vor. Diese Ästhetik des Ortes wird wesentlicher Bestandteil des neuen Stadtteils. Die Wattstraße wird aufgeweitet, durch Gebäudestrukturen klar gefasst und transformiert in eine grüne Achse, die der nicht motorisierten Bewegung vorbehalten ist. Die Achse findet ihren Ausgang in der neuen S-Bahnstation und mündet im Südosten im Naturschutzgebiet Brucker Lache. Dieses Parkband stellt damit bereits in der ersten Ausbaustufe durch Modul 1 und 2 einen zentralen belebten Raum dar, der die unterschiedlichen Quartiere von Ost nach West verbindet. Hier werden die öffentlichen Funktionen wie Restaurants und Nahversorgung konzentriert, so dass ein aktiver öffentlicher Raum entsteht. Auch nach Feierabend und an Wochenenden stellt er eine Verbindung von der S-Bahnstation mit dem ausgesehnten Waldgebiet dar, die mit ihren Plätzen und Aktivitäten zum Verweilen einlädt.
    Ein zweites Parkband entsteht parallel zur Wattstraße, das perspektivisch ebenso bis zu den Gleisanlagen fortgesetzt werden könnte. Wie grüne Finger wachsen die beiden Parkbänder aus dem Waldgebiet. Durch die Bestandsbäume, die Aufweitungen zu Plätzen und angegliederten Funktionen werden Sie zum identitätsstiftenden Element des neuen Stadtteils.

    Räumlicher Dialog mit der Stadt und dem Naturraum
    Der Grünraum von Osten und der Stadtraum von Westen greifen wie Finger ineinander. Die Baustruktur lockert sich zum Grünraum hin stark auf. Blockstrukturen und klar gefasste städtische Räume im Bereich der Bürowelten des Siemens Campus stehen im Westen. Punkthäuser stehen wie in einem großen Park im Osten des Stadtteils.

    Quartiere
    Als zweites Ordnungsprinzip prägen unterschiedliche Quartiere den Entwurf des neuen Siemens Campus. Die Parkbänder sind das Rückgrat des Stadtteils, das Eigenständigkeiten der einzelnen Quartiere ermöglicht. Diese Eigenständigkeiten sind wie Quartiere einer gewachsenen Stadt notwendig zur Differenzierung der Aufenthalsqualitäten, zur Orientierung, Identifizierung und zur Wahrung der Massstäblichkeit des städtischen Areals. Sie sind gleichermaßen unumgänglich durch die zeitlich unterschiedliche Entwicklung.

    Hierarchie und Vernetzung der öffentlichen Räume – lebendige Stadt
    Die Parkbänder sind das übergeordnete Verbindungselement aller Quartiere. Jedes Quartier hat einen Platz, der an einer der Parkbänder anschließt. Die Parkbänder wiederum werden durch diese Quartiersplätze, die alternierend mal nach Süden, mal nach Norden greifen, bespielt. Diese Quartiersplätze liegen wie die Bänder dort, wo Bestandsbäume besonders erhaltenswert sind. An jedem der Plätze befindet sich ein besonderes Gebäude, das im Sockelbereich öffentliche Funktionen konzentriert und sich zur Strukturierung des Raumes durch seine Form und Höhe von der übrigen Bebauung abhebt. Wie Perlen einer Kette stehen diese Gebäude wiederum an den Parkbändern. Als verbindende Elemente zwischen den beiden Parkbändern verlaufen keilförmige Grünräume jeweils von Platz zu Platz von Nord nach Süd. Dort befinden sich weniger belebte öffentliche Funktionen wie Kita, die den angrenzenden Grün raum nutzen können.

    Gebäudestruktur - Identifikation
    Zur Identifikation mit dem Stadtteil und Wahrnehmung als Siemens Camus spielen die Parkbänder die wesentliche Rolle. Öffnungen, Auskragungen und Rücksprünge der Gebäude orientieren sich zu den Bändern und verzahnen Grünraum und Gebäudstruktur. Sie spiegeln die Konzentration der öffentlichen Funktionen und damit die Bündelung der Aktivität zu diesem gestaltprägenden Element auch in der Gebäudestruktur wieder. Die Gebäudestrukturen öffnen sich zu den Parkbändern und lassen den Grünraum bis in die Büro- und Wohnhöfe eindringen. Gleichzeitig befinden sich entlang der Parkbänder die Haupterschließungen. Auskragende Gebäudeteile weisen auf die Zugänge hin und bilden zugleich Vordächer für diese. Dachterrassen orientieren sich ebenso zu den Parkbändern und bespielen den Grünraum in der Vertikalen.
    Als Orte der Erinnerung werden bestehende Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen erhalten. Sie sind im Bewusstsein der Menschen als Orientierungspunkte verankert und damit automatisch Identifikationsmarken. Die Gebäude werden dabei zum Teil gestalterisch wie auch funktional neu interpretiert. Und durch den Mix aus bestehenden Volumen und modernen Oberflächen zu originellen Punkten im Stadtbild. Auf dem zentralen Platz – dem Siemens Forum – entsteht dadurch eine mehrgeschossige Plattform für den kreativen Austausch innovativer Ideen von Forschern und Wissenschaftlern. Es ist Showroom und Experimentierfeld gleichermaßen wie kommunikatives Zentrum – pulsierendes Herz des Campus.

    Gebäudestruktur - Raumbildung und Orientierungspunkte
    Klare rechtwinklige Gebäudestrukturen formulieren klare Raumkannten, die Plätze und Aufweitungen erlebbar machen. Als besondere Orientierungspunkte stehen leicht abgerundete, etwas höhere Gebäude mit einer zweigeschossigen gläsernen Sockelzone und einer Nutzung der Dächer als Terrassen. Sie sind Blickfang von Außen und Orientierungspunkt im Inneren des Campus. Je nach Quartier variiert die Gestaltung der Häuser. Innerhalb des Gesamtgefüges kommt diesen besonderen Häusern eine Campus-übergreifende Funktion zu. Als Tor zum Siemenscampus und Willkommensgruß in Richtung Westen wirkt das Gebäude im Modul 01. Es markiert den Beginn des nördlichen Parkbands und ist von der S-Bahnstation wie von der Paul Gossen Straße aus erfahrbar. Größere zusammenhängende Konferenz- und Besprechungsbereiche im Sockel markieren den repräsentativen Auftakt zum Campus. Als Blickfang und Umlenkfunktion in Richtung Parkband fungiert das besondere Gebäude im Modul 02. Schon von der Kreuzung Paul-Gossen-Straße, Günther-Scharowsky-Straße aus zieht es den Blick von Fußgängern und Autofahrern auf sich und weiter in das Gebiet. Mit seinem großzügigen Showroom im Sockel – als Ausstellungsfläche innovativer Entwicklungen weißt es darauf hin, dass hier etwas Besonderes kommt und lädt ein, entdeckt zu werden. Als erster Blickfang von Süden steht das Hotel als markante Gebäudeform entlang der Paul-Gossen-Straße. Funktional belebt und dominiert es den Quartiersplatz in Modul 03. Es markiert den Auftakt zum südlichen Parkband.
    In Modul 04 stellt das besondere Gebäude den Übergang vom durch Büros geprägten Siemenscampus zu den Wohnquartieren dar.

    Gebäudestruktur Funktionalität und Flexibilität
    Ein Baukastensystem aus winkelförmigen Bauten, die sich zum U oder O addieren lassen, ermöglicht flexible Häuser von ca. 5000 bis 15.000m² BGF. Durch Brücken lassen sich auch größere Strukturen darstellen. Jedes Bürohaus ist 400m² Nutzungseinheiten mit freier Grundrissgestaltung teilbar.

    Gebäudestruktur - Quartiere und Gestaltungsrichtlinien
    Um eine Differenzierung der beschriebenen Quartiere zu erreichen, ist ein Gestaltungshandbuch Bestandteil weiterer Planungen. Dabei werden Unterschiede durch Fassadengliederungen, Materialität und Oberflächen wie matt und glänzend nötig. Einzelne Akzentfarben insbesondere entlang der Fassaden, die zu den Parkbändern weisen könnten von Quartier zu Quartier ebenso variieren, innerhalb eines Quartieres allerdings einheitlich sein. Insbesondere die Sockelzone wird in Funktionalität und Gestaltung von Quartier zu Quartier unterschieden, um eine spannungsreiche Vielfältigkeit zu erreichen.

    Parkhäuser
    Der Verzicht auf Tiefgaragen im Bereich der Büronutzungen führt zu einem hohen Anteil von Parkhäusern. Um die belebten Stadtstrukturen nicht zu unterbrechen sind die Parkhäuser so platziert, dass sie zum Teil an Rändern Lärm abschirmend zu den großen Straßen stehen. Sockelzonen sind gezielt mit Sonderfunktionen belegt, die öffentliche Räume beleben. Und Dächer können nach Feierabend und am Wochenenden als Sportflächen genutzt werden.

    Lärmkonzept
    Als Puffer zu den Schienen- und Straßenverkehrsgeräuschen werden die bestehenden Baumstrukturen weitestgehend erhalten. Die nördlichste Reihe Bürohäuser lässt wenige Freiräume und schirmt die innenliegende Campusstruktur gegen außenliegende Geräusch-Immissionen ab. Zusätzlich könnten partiell gläserne Schallschutzwände zum Einsatz kommen, die die wenigen Lücken schließen. Der Erhalt der bestehenden Parkhäuser auf Modul 07 bietet zusammen mit dem kleinen „Wäldchen“ einen starken Puffer für die geplanten Wohnhäuser.

    Verkehrskonzept
    Die Haupterschließung des Plangebietes erfolgt im Westen (für die Module 1 bis 5) über die Günther-Scharowsky-Straße und im Süden über die Henri-Dunant-Straße. Die Module 6 und 7 werden im Osten über die Hammerbacherstraße angebunden. Über die Paul-Gossen-Straße sind zwei untergeordnete Anbindungen (Parkhäuser) vorgesehen. Die Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte wird entsprechend der baulichen und betrieblichen Vorgaben aus der Verkehrsuntersuchung hergestellt. Ausnahme hiervon ist der Knotenpunkt Günther-Scharowsky-Straße / Planstraße Modul 1 / Planstraße Modul 2. Hier entsteht aus städtebaulichen Gründen ein versetzter Knotenpunkt. Die erforderlichen Leistungsfähigkeitsreserven sind hier vorhanden (Qualitätsstufe C gemäß Verkehrsuntersuchung). Die fußläufige Verbindung von Modul 1 und Modul 2 erfolgt über eine Mittelinsel, wodurch eine leichtere Überquerung der Günter-Scharowsky-Straße gewährleistet wird. Für die innere Erschließung (Module 2 bis 7) sind zwei weitestgehend getrennte Erschließungssysteme vorgesehen. Das westliche für die Nutzung Arbeiten und das östliche für die Wohnnutzung bzw. die Optionsfläche. Eine Verbindung zwischen den Erschließungssystemen besteht bewusst nur für den Nahverkehr, den Rad- und Fußgängerverkehr sowie Ver- und Entsorgungsverkehre. Auf diese Art werden insbesondere innerhalb des Wohngebietes unnötige Durchgangsverkehre verhindert, eine entsprechende Verteilungsfunktion ist aber über die beiden Erschließungssysteme gewährleistet. Die Haupterschließungsstraßen werden als 2-spurige Erschließungsstraße für den Begegnungsfall Bus / Bus ausgebaut. Für den Fußgängerverkehr und den Radverkehr gibt es breite straßenbegleitende Gehwege bzw. Radwege. In den Haupterschließungsstraßen sind zumeist Längsparkstände vorgesehen. Im Bereich der Wohnnutzung ist trotz Busverkehrs Tempo 30 denkbar.
    Die Anbindung der Parkhäuser sowie die Zufahrt zu den Gebäuden erfolgt auf kurzem Wege über die Haupterschließungsstraßen sowie die Günter-Scharowsky-Straße, die Henri-Dunant-Straße und die Paul Gossen-Straße. Insgesamt werden im Modul 1 und 2 5300 Stellplätze für Kfz und ca. 2.000 Stellplätze für Fahrräder angeboten. Um die Leistungsfähigkeiten der Zufahrten der Parkhäuser zu gewährleisten, sind jeweils 2 Abfertigungspunkte vorgesehen. Die Bedienung mit dem ÖPNV erfolgt zum einen über die neue S-Bahnhaltestelle Paul-Gossen-Straße, die insbesondere für das Modul 1 eine ideale, fußläufige Anbindung darstellt sowie über die bestehenden Buslinien. Ergänzt wird dies durch eine neue Buslinie bzw. eine modifizierte Buslinie zwischen Hammerbacherstraße und Günther-Scharowsky-Straße. Dabei wird analog zur Henri-Dunant-Straße eine Durchfahrt zwischen den beiden Erschließungssystem gewährleistet (Busschleuse über versenkbare Poller, Schranke). Die Haltestellenabstände der barrierefrei ausgebauten Haltestellen liegen zwischen 400 m und 450 m, so dass in Kombination mit den bestehenden Buslinien eine sehr gute Abdeckung des Planungsgebietes gewährleistet wird. Optional ist die Stadtumlandbahn auf dem Linienweg Äußere Nürnberger Straße / Nürnberger Straße berücksichtigt worden. Eine entsprechende Haltestelle wurde am Knotenpunkt beider Straßen eingeplant. Ein Verlauf entlang der Paul-Gossen-Straße und der Koldestraße wurde aufgrund der Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes Günther-Scharowsky-Straße / Paul-Gossen-Straße / Koldestraße und aufgrund der engen Abbiegeradien dort verworfen. Hinzu kommt, dass auch die Paul-Gossen-Straße für die Aufnahme eines besonderen Bahnkörpers sowie einer entsprechenden Haltestelle zu schmal scheint. Für die äußere Anbindung des Fuß- und Radverkehr in Richtung Norden sind 3 Rad- und Fußgängerbrücken über die Paul-Gossen-Straße vorgesehen. Die Anbindung an die geplante S-Bahnstation erfolgt über einen breiten Grüngürtel innerhalb von Modul 1. Die Querung der Günther-Scharowsky-Straße erfolgt an mehreren Stellen signalgesichert. In Richtung Süden und Osten sind ebenfalls Verzahnungen in den Freianlagen vorhanden. Innerhalb des Plangebietes sind zahlreiche, direkte Wegeverbindungen vorhanden. Dabei wird der Radverkehr grundsätzlich auf der Fahrbahn oder in weiten Teilen des Gebietes unabhängig vom Kfz-Verkehr geführt. Für den Fußgängerverkehr gibt es breite straßenbegleitende Gehwege sowie ebenfalls großflächige unabhängige Bereiche. Zur Unterstützung der Elektromobilität werden in allen Parkhäusern (kostenlose) Ladestationen für Elektrofahrzeuge vorgesehen. Außerhalb der Parkhäuser werden Schnellladestationen für Fahrräder installiert. Weiterer Baustein eines alternativen Mobilitätskonzeptes ist die Anordnung von Car-Sharing Stellplätzen innerhalb der Parkhäuser bzw. an zentralen Stellen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept ist geprägt von „Parkbändern“, die in unterschiedlicher Ausformung den Campus durchziehen. Ein erstes Parkband spannt den Freiraum von der S-Bahn- Station im Westen bis hin zum Landschaftsraum der Brucker Lache im Osten auf. Die Wattstraße wird hierzu zu einem Boulevard aufgeweitet. Unter Berücksichtigung des umfangreichen Baumbestands werden entlang dieses Boulevards interessante Platzfolgen kreiert.

    Ein zweites Parkband im Süden verknüpft den Bürocampus mit dem Wohngebiet und garantiert auch in den späteren Realisierungsstufen ein attraktives Freiraumsystem. Sekundäre grüne Querverbindungen in Nord-Süd-Richtung verbinden diese Bänder, schaffen einen Ringschluss zwischen den Freiräumen und komplettieren das vom Verfasser als „Harfe“ bezeichnete Grundmotiv des Freiraumkonzepts. Sämtliche Bürogebäude sind zu diesen Freiräumen orientiert, was als besondere Qualität des Entwurfs gewürdigt wird. Damit entstehen durchgängig hochwertige Adressen. Die Freiräume weiten sich immer wieder auf, wodurch sie eine hohe Differenziertheit erlangen. Die Dimension der Freiräume ist für den Campus wie auch für Erlangen angemessen.

    Die Einzeldenkmäler werden erhalten und schlüssig in die neu geschaffenen Freiräume eingebunden. Das Gesamtkonzept greift das Grundkonzept des Maurerschen Gesamtplans einer Sequenz sich öffnender und schließender Räume auf und führt es in seiner Grundidee fort. Das „Siemens Forum“ mit den Maurer-Bauten bildet den zentralen Freiraum des Campus entlang eines grünen Boulevards.

    Die Bebauung des Campus lockert sich von regelmäßigen Blockstrukturen im Westen, über L-förmige und lineare Gebäude bis hin zu Punkthäusern im Osten auf und öffnet sich so zur freien Landschaft.

    Die begrünten Parkhäuser sind überwiegend an den Rändern des neuen Quartiers sowie zentral in Modul 3 und 4 angeordnet. Die Höhenentwicklung der Beubauung ist moderat, auf neue Hochhäuser wird verzichtet, wodurch das bestehende denkmalgeschützte Hochhaus als Solitär gestärkt wird. Während die Bürogebäude überwiegend 5-geschossig ausgeformt sind, sind einzelne, sogenannte „Auftaktgebäude“, prägnanten Punkten des Quartiers zugeordnet, wie z.B. an der Eingangssituation der S-Bahn-Haltestelle ein Geschoss höher und setzen richtige Akzente.

    Bei den Standard-Bürogebäuden wird die Siemens CI umgesetzt. Sie bildet die durchgängige architektonische Handschrift, die den Ausdruck der Gebäude prägt. Durch subtile architektonische Mittel und die Modifikation des Grundtyps gelingt den Verfassern eine architektonische Vielfalt aus Blöcken und U-förmigen Gebäuden innerhalb des Campus. Die Organisation der Bürogebäude erlaubt eine einfache Realteilung bzw. Drittverwendung. Das Volumen der einzelnen Gebäude steht in einem guten Verhältnis zur Größe der Innenhöfe.

    Der Entwurf weist eine hohe Flächeneffizienz und Wirtschaftlichkeit auf. Die geforderten Flächen in den einzelnen Bauabschnitten werden übertroffen.

    Insgesamt überzeugt der Entwurf durch hohe städtebauliche und gebäudeplanerische Qualitäten. Das filigrane Freiraumsystem lässt eine konzeptgetreue und stringente Umsetzbarkeit erwarten. Der Charakter des Campus wird bereits in Modul 1 und 2 spürbar.