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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2023

6. ThĂŒringer Landesgartenschau 2028 in der Orlaregion

ehem. Lederwerke, PĂ¶ĂŸneck

ehem. Lederwerke, PĂ¶ĂŸneck

ein 3. Preis

Preisgeld: 32.000 EUR

geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit entwickelt fĂŒr die 3 Standorte der Landesgartenschau 2028 je eigenstĂ€ndige und nachvollziehbare Themen. In PĂ¶ĂŸneck die Revitalisierung und Konversion, in Neustadt an der Orla der Umgang mit den historischen GrĂŒnanlagen und in Triptis die naturnahe Gestaltung von GrĂŒnrĂ€umen in einem landschaftlichen Umfeld. In jedem der TeilrĂ€ume ĂŒberzeugt die Arbeit durch einen angemessenen und eher zurĂŒckhaltenden Umgang mit den jeweiligen Bestandssituationen.
PĂ¶ĂŸneck
Die FlĂ€che der ehemaligen Lederwerke wird differenziert in zwei intensiver gestaltete Bereiche um die BestandsgebĂ€ude, die von einem naturnahen Park umgeben werden. Dieser vom Preisgericht sehr positiv bewertete Umgang mit der Bestandssituation wird durch die dargestellte stĂ€dtebauliche Entwicklung im weiteren Ausbau jedoch leider nicht mehr aufrechterhalten. Die eingefĂŒgten EinfamilienhĂ€user können das Preisgericht nicht ĂŒberzeugen. Auch die schöne Idee einer „Aussichtsvoliere“ muss in der spĂ€teren Entwicklung den Überformungen weichen.
Die Erschließung von der Saalfelder Straße erscheint in die bestehende Topografie integrierbar, die Anordnung der StellplĂ€tze ganz am Ende wird jedoch problematisch gesehen. Der Übergang in den sĂŒdlich der Saalfelder Straße gelegenen sogenannten Erlebnisort an der Kotschau wird positiv bewertet.
Das Areal der ehemaligen Streichgarnfabrik und der benachbarte Rosenbergplatz werden lediglich durch barrierearme FußgĂ€ngerwege besser in das stĂ€dtische Umfeld integriert und mit neuen Spiel- und Sportmöglichkeiten ergĂ€nzt. Dieser zurĂŒckhaltende und auch aus wirtschaftlicher Sicht sparsame Umgang wird durch das Preisgericht ausdrĂŒcklich begrĂŒĂŸt.
Neustadt an der Orla
Der im Ideenteil dargestellte Busbahnhof wird kontrovers diskutiert. Einerseits bietet er in der dargestellten Form eine direkte Verbindung zwischen Busbahnhof und Bahnhof, andererseits ist die am Ende platzierte Wendeschleife in ihrer Dimension nur gerade so ausreichend und die Umsetzung des Konzepts erfordert durch die Verschiebung der Hangkante einen nicht unerheblichen Aufwand.
Entsprechend der Grundidee beziehen sich die vorgeschlagenen Konzepte fĂŒr den Umgang mit den FlĂ€chen in Neustadt an der Orla auf die behutsame Wiederbelebung der bestehenden GrĂŒnanlagen. Positiv wird vom Preisgericht die Einordnung einer Entreesituation fĂŒr den Volkshauspark mit CafĂ© und Staudenbepflanzungen bewertet.
Das rĂ€umliche Konzept fĂŒr den Park der 5 Jahreszeiten, die unterschiedlichen Teilbereiche des Parks durch einen Marktplatz zu verbinden, ist plausibel. Die dadurch entstehende große versiegelte FlĂ€che erscheint jedoch insbesondere in der Dauernutzung als Marktplatz problematisch. Auch der Erhalt des ehemaligen Wolllagers wird kritisch gesehen, da das GebĂ€ude durch seine Stellung den Bezug zum Teich verstellt und die Nutzungsfindung fĂŒr ein weiteres GebĂ€ude an dieser Stelle nur schwer vorstellbar ist.
Triptis
FĂŒr den Schlosspark in Triptis schlĂ€gt die Arbeit wiederum den Erhalt der bestehenden Grundstruktur vor. ErgĂ€nzt durch sparsam eingefĂŒgte Nutzungsbereiche, wie Quellgarten und Wasserspielplatz.
Der Eingangsbereich von der Stadt kommend wird akzentuiert und der Bezug zum Schlossteich an wenigen Stellen inszeniert. Dieser Umgang wird vom Preisgericht als angemessen und entsprechend dem Grundkonzept, der StĂ€rkung von naturnahen GrĂŒnrĂ€umen in einem landschaftlichen Umfeld, gut umgesetzt.
Ein Loop um den Stausee mit kleineren Eingriffen im Uferbereich folgt ebenfalls dem Grundkonzept. Der Sport- und Eventpark bildet die Möglichkeit unterschiedliche Sportnutzungen zu konzentrieren und lĂ€sst auch lautere Nutzungen zu. Die Platzierung des VersorgungsgebĂ€udes wird kritisch gesehen, eine Platzierung im Eingangsbereich wĂ€re schlĂŒssiger.
Aus wirtschaftlicher Sicht stellt die Arbeit einen angemessenen Beitrag dar, der mit dem vorgegebenen Budget sorgsam umgeht. Die Bestandspflege der EinzelflĂ€chen ist jedoch in den Kosten noch nicht berĂŒcksichtigt.
Ausstellungskonzept
Das Preisgericht vermisst konkretere Aussagen zu den Themen der Gartenschau. Dargestellt sind lediglich WegefĂŒhrungen. Positiv ist jedoch anzumerken, dass die unterschiedlichen Elemente der Gartenschau jeweils in den Daueranlagen erhalten bleiben.
Fazit:
Insgesamt zeigt die Arbeit durchgĂ€ngig eine hohe QualitĂ€t und fĂŒhrt durch zurĂŒckhaltende Eingriffe mit jeweils großer Wirkung zu einer fĂŒr die Gartenschaustandorte PĂ¶ĂŸneck, Neustadt an der Orla und Triptis angemessenen Lösung.
ehem. Lederwerke, PĂ¶ĂŸneck

ehem. Lederwerke, PĂ¶ĂŸneck

Buteilepark, Neustadt an der Orla

Buteilepark, Neustadt an der Orla

Buteilepark, Neustadt an der Orla

Buteilepark, Neustadt an der Orla

Schlosspark, Triptis

Schlosspark, Triptis

Schlosspark, Triptis

Schlosspark, Triptis