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Award / Auszeichnung | 07/2022

Beispielhaftes Bauen Landkreis Ravensburg 2016-2022

Umbau und Sanierung der Ev. Stadtkirche Ravensburg

DE-88212 Ravensburg, Marienplatz 5

Auszeichnung

mlw architekten morent I lutz I winterkorn

Architektur

Naumann & Naumann

Landschaftsarchitektur

freiraumsĂŒd | StĂŒber Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Evangelische Landeskirche in WĂŒrttemberg

Bauherren

Projektdaten

  • GebĂ€udetyp:

    Sakralbauten

  • ProjektgrĂ¶ĂŸe:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Fertigstellung: 01/2022

Projektbeschreibung

Die stadtbildprÀgende Evangelische Stadtkirche, mit seinem lebhaften Dach und dem höchsten Turm in Ravensburg, wurde in mehreren Bauabschnitten saniert und umgebaut.

In Abstimmung mit dem Landesamt fĂŒr Denkmalpflege wurde, in Zusammenarbeit mit Restauratoren, die Außenfassade der Kirche saniert, die Natursteine gesichert, Fenster repariert, die WĂ€nde im Chor gereinigt und farblich ausgebessert, sowie umfangreiche Sanierungsarbeiten des Daches durchgefĂŒhrt. Aufgrund des massiven Schadens am DachgebĂ€lk, die von einem Holz zerstörenden Pilz befallen waren, mussten tragende Balken ausgetauscht werden. Das Dach wurde dem zur Folge trockengelegt und neu gedeckt. So bietet es auch geschĂŒtzten Vogel- und Tierarten einen dauerhaften neuen Wohnraum. Danach folgten weitere Schritte: Innenrenovierung, HebebĂŒhne im Chorbereich und Einbeziehung des bisher ungenutzten Innenhofs.

Die Hauptaufgabe des Projektes lag allerdings darin, Lösungen fĂŒr eine barrierefreie Erweiterung zu finden um die ZugĂ€nge, sowie die Sakristei und sĂ€mtliche NebenrĂ€ume barrierefrei erreichbar zu machen. Die Substanz des GebĂ€udes sollte dabei erhalten und gesichert werden.
Vor der Sanierung war die Kirche ĂŒber drei HauptzugĂ€nge erschlossen, von denen keiner barrierefrei erreichbar war. DarĂŒber hinaus waren die Sakristei und sĂ€mtliche NebenrĂ€ume nur ĂŒber eine Treppe zugĂ€nglich. Aus diesen Gegebenheiten leitete sich der Ansatz des vorliegenden Entwurfs ab, zwei HauptzugĂ€nge und sĂ€mtliche NebenrĂ€ume auf einer Ebene barrierefrei anzuordnen. Die Besucher erreichen nun den Kirchenraum ĂŒber die ZugĂ€nge im SĂŒden und im Westen barrierefrei.
In der Planung wurde eine integrative Lösung gefunden, die trotzt der Erweiterung keine RĂ€ume an die Kirche anfĂŒgt. Alle Bereiche sind nun barrierefrei erschlossen.

Zugang SĂŒd:
Um die Kirche besser erlebbar zu machen, wurde der sĂŒdliche Zugang neu geordnet. Kirchenschiff und Chorraum erfahren dadurch eine signifikante Aufwertung. Der neue barrierefreie Zugang intergiert die Kirche attraktiv in das Stadtbild: im Außenbereich wurden einige BĂ€ume neben dem Chorraum ersetzt und ein zusĂ€tzlicher Kirchplatz als barrierefreier Zugang zwischen Dekanatshaus und Kirchturm geschaffen. Es entstand ein geschĂŒtzter Platz fĂŒr die Gemeinde.

Zugang West:
Die bisher weder gestalterische noch zufriedenstellende Parkplatz- und Zugangssituation vor dem Hauptportal auf der Westseite, wurde neu geordnet, barrierefrei erschlossen und seiner Bedeutung entsprechend aufgewertet.

Zugang Landgerichtsgang (Marienplatz):
Eine gestalterische VerÀnderung erfÀhrt auch der sogenannte Landgerichtsgang.
Der Zugang zum Lager unter der Gesellschaftskapelle war vorher nur ĂŒber den Chorraum und zwei Treppen möglich. Deshalb wurden RĂ€ume im Bereich des Landgerichtsgangs geschaffen, die ebenfalls auf Ebene des Kirchenraumes liegen und somit eine barrierefreie Erschließung erlauben. Als gestalterisches Element wurde ein Steg ausgebildet, unter dem die notwendigen NebenrĂ€ume eingeschoben sind. Somit wurde in das Bestehende eine neue Ebene eingearbeitet. Der zweigeschossige Ausbau des Erschließungsraumes ermöglichte die Einbindung der erforderlichen Toilettenanlage, Lager und einer TeekĂŒche in die bestehende RaumhĂŒlle. Diese NebenrĂ€ume und der ebenfalls abgesenkte Innenhof sind nun vom Kirchenraum barrierefrei erreichbar. Die Fenster zum Innenhof, die sich nun als freigestellte Fenster mit BrĂŒstungen zum Flur zeigen, werden als relevante und natĂŒrliche Belichtungsquelle unterstrichen. Dies macht die Zweigeschossigkeit des Raumes erlebbar und schafft ein neues RaumgefĂŒhl. Die Neuanordnung der Treppenanlage ermöglicht zusĂ€tzlich, dass die Gesellschaftskapelle vom Marienplatz aus barrierefrei erreichbar ist. Das obere Geschoss schließt an das Straßenniveau vom Marienplatz an und fĂŒhrt ĂŒber eine Treppenanlage in den Kirchenraum.
Schritt fĂŒr Schritt entlang des Steges wird dem Kirchenbesucher so die Möglichkeit gegeben, vom Alltag zu entschleunigen und sich auf die sakrale AtmosphĂ€re vorzubereiten.

Die beim Umbau freigelegten WandflĂ€chen dokumentieren die unterschiedlichen Bauphasen des Landgerichtsganges und lassen dadurch die Geschichte der Stadtkirche lebendig werden, deren Baubeginn auf das Jahr 1344 zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Weitere Schritte umfassten die Renovierung des Kircheninnenraumes; die Modernisierung der Technik in der Kirche, die Verbesserung von Beleuchtung und Akustik, das Sanieren von WĂ€nden und Boden, sowie von Reformatorenfenstern, die Treppensanierung mit erforderlicher Absturzsicherung unter der Wahrung des Bestandschutzes. Eine neue Rampe fĂŒhrt jetzt zum Altarpodest und mithilfe eines scheinbar unsichtbaren Treppenhubtisches, kann der Chorraum barrierefrei erreicht werden.

Auf diese Weise wurde nicht nur die schĂŒtzenswerte Substanz erhalten, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion und Teilhabe aller Menschen am Kirchenleben, auch jener mit EinschrĂ€nkungen, als Gestaltungsziel berĂŒcksichtigt.
Der neue barrierefreie Zugang SĂŒd intergiert die Kirche attraktiv in das Stadtbild.

Der neue barrierefreie Zugang SĂŒd intergiert die Kirche attraktiv in das Stadtbild.

Zugang West wurde neu geordnet, barrierefrei erschlossen und seiner Bedeutung entsprechend aufgewertet.

Zugang West wurde neu geordnet, barrierefrei erschlossen und seiner Bedeutung entsprechend aufgewertet.

Gestalterische VerÀnderung des Landgerichtsgangs - ein Steg unter dem die notwendigen NebenrÀume eingeschoben sind.

Gestalterische VerÀnderung des Landgerichtsgangs - ein Steg unter dem die notwendigen NebenrÀume eingeschoben sind.

Der zweigeschossige Ausbau ermöglicht die Einbindung der erforderlichen Toilettenanlage, Lager und einer TeekĂŒche in die bestehende RaumhĂŒlle.

Der zweigeschossige Ausbau ermöglicht die Einbindung der erforderlichen Toilettenanlage, Lager und einer TeekĂŒche in die bestehende RaumhĂŒlle.

Barrierefreiheit auf Ebene des Kirchenraumes. Neu entstandener Flur und verlÀngerte Fenster zum abgesenkten Innenhof.

Barrierefreiheit auf Ebene des Kirchenraumes. Neu entstandener Flur und verlÀngerte Fenster zum abgesenkten Innenhof.

Innenraumgestaltung der neu geschaffenen Ebene.

Innenraumgestaltung der neu geschaffenen Ebene.

Kircheninnenraum mit sanierten Boden, WĂ€nden,
sowie restaurierten Reformatorenfenster.

Kircheninnenraum mit sanierten Boden, WĂ€nden, sowie restaurierten Reformatorenfenster.

Eine neue Rampe zum Altarpodest.

Eine neue Rampe zum Altarpodest.

Mithilfe eines scheinbar unsichtbaren Treppenhubtisches, kann der Chorraum barrierefrei erreicht werden.

Mithilfe eines scheinbar unsichtbaren Treppenhubtisches, kann der Chorraum barrierefrei erreicht werden.

Treppensanierung mit erforderlicher Absturzsicherung unter der Wahrung des Bestandschutzes.

Treppensanierung mit erforderlicher Absturzsicherung unter der Wahrung des Bestandschutzes.