modgnikehtotsyek
TĂ„GLICH FRISCHE WETTBEWERBE UND JOBS Jetzt Newsletter bestellen

Award / Auszeichnung | 09/2020

Hugo-Häring-Auszeichnung 2020 BDA Kreisgruppe Karlsruhe

dialogicum – Neubau dm-Drogerie-Unternehmenszentrale in Karlsruhe

DE-76227 Karlsruhe

Auszeichnung

LRO GmbH & Co. KG

Architektur

CUT GmbH - IngenieurbĂĽro fĂĽr Licht, Medien, Design

Bauingenieurwesen

INGENIEURBĂśRO DR. BINNEWIES Ingenieurgesellschaft mbH

Tragwerksplanung

PKi holistic engineering

Bauingenieurwesen

ITA Ingenieurgesellschaft fĂĽr technische Akustik MBH

Akustikplanung

GBI Gackstatter Beratende Ingenieure GmbH

Bauingenieurwesen

Halfkann+Kirchner

Brandschutzplanung

Projektdaten

  • Gebäudetyp:

    BĂĽro-, Verwaltungsbauten

  • Projektgröße:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Fertigstellung: 01/2019

Projektbeschreibung

Auch wer den Drogeriemarkt dm nur vom Einkaufen kennt, wird in der Art und Weise, wie der Raum gestaltet ist, die Produkte angeboten und der Service vonstatten geht, den Unterschied zu einer Vielzahl anderer Handelsunternehmen bemerken: Eine helle und freundliche Atmosphäre, ein großes Angebot naturnaher Produkte und zuvorkommende Mitarbeiter. Ob Kunde oder Verkaufspersonal: Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen.
Wenn sich ein solches Unternehmen eine neue Zentrale für 1.600 Mitarbeiter errichten will, muss man sich fragen, wie sich die beschriebenen Qualitäten in der Architektur wiederfinden lassen. Dies kann nach unserer Vorstellung nur durch einen sorgfältigen und rücksichtsvollen Umgang mit dem Grundstück und seinen Nachbarn geschehen.
Fährt man durch die Allee von Durlach nach Karlsruhe, so hat man, trotz der Trennung durch die Autobahn, das räumliche Erlebnis eines Grünraumes,
der Durlach selbst von Karlsruhe trennt. Diese stadträumliche Qualität galt es zu bewahren. Für die Architektur bedeutete das, die Gebäudehöhe so niedrig wie irgend möglich zu halten. Dieser Umstand verhilft dem Unternehmen zugleich, die Büroflächen möglichst flächenhaft zu halten, also nicht zu stapeln, um damit dem Wunsch nach einer möglichst hierarchiefreien Arbeitswelt Rechnung zu tragen. Insofern gehen in diesem Falle die städtebaulichen Wünsche und die räumlichen Anforderungen, die in der Unternehmenskultur begründet sind, sozusagen symbiotisch zusammen.
Der Neubau der Zentrale für das Unternehmen dm-drogerie markt wurde an der nordöstlichen Seite des Autobahnkreuzes an der Durlacher Allee errichtet. Für den Neubau waren zwei Grundstücke vorgesehen: Auf dem östlichen Grundstück befindet sich das Verwaltungsgebäude, das auf einer wabenartigen Grundrissstruktur beruht, die sich um 8 Innenhöfe gruppiert. Es gibt 1.800 Arbeitsplätze, Konferenzbereiche und ein Mitarbeiterrestaurant.
Der Baukörper ist oberirdisch vier- bzw. drei-geschossig und eingeschossig unterkellert.
Auf dem zur Autobahn liegenden Grundstücksteil befinden sich die zweigeschossigen Projektflächen als Ausweichflächen für die Büronutzung
und ein grüner Hügel über einem ansteigenden Garagenbauwerk mit vier Parkebenen. Somit konnten zum einen die notwendigen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen berücksichtigt und zum andern ein effektiver Schallschutz gegenüber der Autobahn erreicht werden.
Vom Vorplatz aus betritt man das Verwaltungsgebäude über ein zweigeschossiges Foyer und die daran angegliederte „Magistrale“, die sich in Ost-West-Richtung durch das gesamte Gebäude zieht.
Am östlichen Ende der „Magistrale“ befindet sich das Mitarbeiterrestaurant, der große Saal und ein zweiter Eingang, der eine gute Fußgängeranbindung an den Durlacher Bahnhof gewährleistet. Die „Magistrale“ als Haupterschließungsachse im Erdgeschoss bildet gleichzeitig den Foyer- und Pausenbereich für die Konferenzräume. Die Büroflächen, die sich überwiegend in den Obergeschossen befinden, werden über vier Haupttreppenhäuser entlang der „Magistrale“ erschlossen. Weitere Treppenhäuser befinden sich in jedem zweiten Kreuzungspunkt des Gebäudes. In direkter Umgebung der Treppenhäuser, als zentrale Punkte, befinden sich die allgemeinen Funktionen wie Teeküchen, Kommunikationszonen und Sanitärbereiche.
Betritt man das Gebäude von Osten gelangt man entlang des neu angelegten Teiches, über die Terrasse des Mitarbeiterrestaurants, in den Speiseraum, auf die „Magistrale“. Dort befindet sich auch der große Saal für Veranstaltungen wie z. B. Betriebsversammlungen, Seminare oder Tagungen. Der Saal bietet Platz für bis zu 260 Personen. Am östlichen Eingang angeordnet, mit direkt zugeordneten Nebenräumen, kann er auch unabhängig vom restlichen Gebäude z. B. für Abendveranstaltungen genutzt werden.

Beurteilung durch das Preisgericht

Es mag zu den besonderen Glücksfällen gehören, wenn sich die Identität eines Unternehmens mit architektonischen Visionen in Einklang bringen lässt. Dass dies symbiotisch gelungen ist, beweist dieses große weitläufige Haus, das sich sensibel in das komplexe stadträumliche Umfeld einbringt. Die drei- bis viergeschossig flächig angelegte Gebäudestruktur mit acht Innenhöfen generiert einen neuen Gebäudetypus, der in erster Linie zu hellen, gut durchlüfteten Open-Space-Arbeitsräumen führt. Den Verfassern gelingt ein kluges Statement zum klimagerechten Bauen: Das Verhältnis Hüllfläche / Volumen wird nicht nur zugunsten von Licht und Luft verändert; das Wohlbefinden der Nutzer ist dem guten Mikroklima zuzuschreiben, dessen Ursprung die bepflanzten Innenhöfe sind. Mit der holistischen Bearbeitung von Konstruktion, Raumrhythmus, Materialität und konsequenter Detaildurchbildung wird eine atmosphärische Dichte erzielt, die ihresgleichen sucht.