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Nichtoffener Wettbewerb | 04/2020

Neubau eines Verwaltungsgebäudes für das Landratsamt in Rottweil

Visualisierung

Visualisierung

ein 1. Preis

Preisgeld: 45.000 EUR

HASCHER JEHLE Architektur

Architektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit 2012 zeichnet sich durch eine klare städtebauliche Konzeption aus. Ein nordsüdlich ausgerichteter Baukörper, parallel zur Marienstraße, schiebt sich weit bis an die Königsstraße hinaus. Die Baugrenze wird dadurch nicht unerheblich überschritten und stellt damit ein gewisses Risiko bei der Genehmigung dar. Das zweigeschossige Bestandgebäude wird in seiner Kubatur belassen und bildet die südliche Platzkante des gut proportionierten Eingangsvorbereiches. Der Eingang zeigt sich offen und einladend durch das im Erdgeschoss und Obergeschoss verglaste Foyer mit dem eingeschobenen Sonderbau, der mit seiner Form gleich neugierig macht. Das drei Zonen Prinzip wird hier konsequent umgesetzt. Das Foyer mit den beiden Sälen kann unabhängig vom Tagesbetrieb bespielt werden (Zone 1). Im weiteren Erdgeschoss befinden sich leicht auffindbar die Beratungsräume, jeweils an den Außenfassaden gut belichtet, und in der Mittelzone der Wartebereiche. Der zweigeschossige Bestandsbau wird über eine großzügige breite Treppenanlage und zwei seitlichen Rampen mit dem Neubau verbunden. Ob die Rampenlängen reichen, wäre zu überprüfen. Räumlich interessant ist die Verbindung zum ersten Obergeschoss mit offener Mittelzone/Luftraum zur Cafégalerie. Zwei vertikale Erschließungselemente verbinden die Obergeschosse. Das zweite bis fünfte Obergeschoss beherbergt die gut belichteten Büroarbeitsräume in einem klaren Dreispänner mit Serviceräumen im Mittelbereich. Kritisch gesehen wird hier die unzureichende natürliche Belichtung der Flure, was aber z. B. durch Weglassen des einen oder anderen Büros oder durch Lichthöfe im Mittelbereich zu verbessern wäre. Die Konzeption mit den zwei Sockelgeschossen und den darüber angeordneten Bürogeschossen, zeigen sich auch in der Ausbildung der Konstruktion und Fassade. EG und OG werden konsequent als Stahlbetonskelett ausgebildet und die 3 oberen Bürogeschosse in Holzverbundweise. An der Ostseite wirken die hinausgeschobenen „Schubladen“ der Besprechungsräume und Säle wohltuend gliedernd, auch wenn die Darstellung in der Ostansicht in diesem Bereich etwas spärlich ist. Die Belichtung des großen Saales erfolgt wohl auch über Dachflächenfenster was wohl als nicht unproblematisch gesehen wird. Die Arbeit stellt in ihrer konsequenten Ausformulierung, der kompakten Bauweise einen auch wirtschaftlich interessanten Beitrag dar. Die Kompaktheit führ auch zu seinen guten Verhältnis Nettofläche (NF/BGF) Bruttogeschossfläche. Die selbstbewusste Ausformulierung der Eingangssituation stärkt die Adressbildung für das öffentliche Gebäude eines Landratsamtes und erscheint angemessen. Insgesamt vermittelt der Entwurf sehr gut zwischen den Anforderungen an Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und dem städtebaulich, architektonischen Selbstverständnis des Landkreis Rottweil.
Lageplan

Lageplan