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Nichtoffener Wettbewerb | 09/2022

Neubau Gesamtschule Nord+ in Kassel

Anerkennung / Realisierungsteil

Preisgeld: 15.646 EUR

HASCHER JEHLE Architektur

Architektur

TOPOS Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung

Stadtplanung / Städtebau, Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Städtebau und Freiraum
Die städtebauliche Neuordnung des ehemaligen Gewerbeareals Wilhelm Fleischhut KG ist durch die klare Schichtung unterschiedlicher Bereiche geprägt. Zentrales Element ist hierbei ein Grünband, welches sich aus dem südlich angrenzenden Nordstadtpark entwickelt und als Fuß- und Radwegeverbindung zum Rückgrat des neuen Quartiers wird. Auftakt und Initial der Gesamtentwicklung in landschaftlich reizvoller Umgebung bildet der Neubau der Gesamtschule Nord+. Der Entwurf nutzt dieses besondere landschaftliche Umfeld und setzt durch seine Form, seine Positionierung und die gezielte Integration in den gestalteten Freiraum einen markanten Bezugspunkt. Die vier freien Baukörper, die auf dem verbindenden Sockel aufliegen, gliedern den Schulbau und geben den neuen Nutzungen, der Grund- und der Sekundarstufe sowie der Stadtteilbibliothek eigene, markante Adressen. Gleichzeitig fasst der Neubau die verschiedenen Außenraumbereiche mit unterschiedlichen Qualitäten. Nach Süden orientiert sich das Ensemble mit seinem Haupteingang zu dem großzügigen Auftaktplatz zum Sammeln und Verweilen. Von dort gelangt man direkt in das Forum, das zum Zentrum der Anlage wird und von dem sich alle Bereiche erschließen. Weitere Eingänge führen im Osten in die Grundschule und im Westen an der Fiedlerstraße in die Stadtteilbibliothek. Die drei Nutzungen erhalten so ihre eigene, markante Adresse und bilden zusammen ‚unter einem Dach‘ die neue Gesamtschule Nord+. GRUNDSTUFE: Die Grundschule ist mit gleicher Klarheit konzipiert. Die Verteilung und Anordnung aller Bereiche, der zentralen, der Lern- und der Fachräume ist klar gegliedert und nach deren internen Bezügen gestaffelt. Über den Eingang gelangen Schüler wie Lehrer direkt in das Kleine Forum, um das sich die Fachräume legen. Die direkte Zusammenschaltbarkeit der Flächen ermöglicht auch hier die gemeinsame Nutzung als zusammenhängender, offener Raum. In Ebene 0 und 1 sind die Cluster der Grundstufe jeweils mit direktem Außenraumbezug angeordnet. Die zentralen Lernbereiche öffnen sich zu den Pausenfläche in Ebene 0 und auf dem Sockel und ermöglichen so den Grundschülern den direkten Zugang der Freiflächen. Fassade und Materialien Der Neubau setzt durch seine markante Form und seine lebendige Ausstrahlung einen selbstbewussten Auftakt der städtebaulichen Neuentwicklung. Der gestaffelte Baukörper erhält durch seine horizontale Schichtung in den ruhigen, durchlaufenden Sockel und die aufliegenden, wohlproportionierten Clusterpavillons eine angenehme Gliederung und Maßstäblichkeit. Vor die geschlossenen Wandbereiche und der sehr guten Dämmschicht wird im Sockel eine hinterlüftete Wetterschale aus hellen und unregelmäßig gebrannten Torfbrandklinkern gesetzt. Mit Klinker wird ein natürliches Material (Ton) vorgeschlagen, das eine hohe gestalterische und haptische Qualität bietet. Die aufgesetzten Pavillons erhalten durchlaufende Brüstungsbänder, die den solaren Energieeintrag zusammen mit dem außenliegenden Sonnenschutz reduzieren. Die in den Obergeschossen vorgehängte zweite, begrünte Ebene verleiht dem Neubau ein Alleinstellungsmerkmal. Diese Vegetationsschicht wirkt wie ein Filter, der das Mikroklima verbessert, das Tageslicht bricht und sich insgesamt positiv auf die Atmosphäre und Nutzung auswirkt und so zu einem starken Imageträger für die Schule an dem besonderen Standort wird. Über dem in Stahlbetonweise ausgeführten Erdgeschosssockel werden die Obergeschosse in einer massiven Holzkonstruktion errichtet. Die Geschoss- und Dachdecken werden aus Brettsperrholz als durchlaufende Deckenscheibe ausgeführt. Diese lagern linienförmig auf einer Stützen-Balken- Konstruktion aus Brettschichtholz. Die linienförmigen Balkone können durch durchlaufende Deckenplatten ohne den Einsatz von thermischen Trennungen, aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit des Holzes, erfolgen. Lediglich die Erschließungskerne werden aus brandschutztechnischen Gründen und zur Aussteifung des Gebäudes aus Stahlbeton ausgeführt. Energie und Nachhaltigkeit Im Sinne der Ausschreibung wird ein modernes und effizientes Konzept geplant. Die Wärmeversorgung des Neubaus erfolgt vollständig über die Fernwärme der Städtischen Werke Energie und Wärme mit einem sehr guten Primärenergiefaktor. Die Technikzentralen für Heizungstechnik, Elektrotechnik und Sanitärtechnik liegen im Untergeschoss des Gebäudes und versorgen über Schächte die verschiedenen Bereiche. Das Dach des Schulgebäudes ist begrünt, dies reduziert die Einleitmengen des Regenwassers. Die Dachfläche ist in Teilbereichen mit Kollektorfläche Fotovoltaik belegt. Das Regenwasser wird in Rigolen in den Außenanlagen zwischengespeichert. In den WCs werden wassersparende Objekte eingesetzt. Zur Bewässerung der Außenanlagen sind Zisternen vorgesehen. Grundsätzlich besteht über öffenbare Fenster die Möglichkeit einer natürlichen Lüftung im gesamten Objekt. In Räumen, die natürlich über Fenster gelüftet werden sollen, sollen Ampel-Indikatoren die aktuelle CO2 Konzentration in der Raumluft plakativ darstellen und unterstützen so die Umsetzung der Stoßlüftung im Schulbetrieb sowie die Bewusstseinsbildung hinsichtlich raumklimatischer Zusammenhänge. Bereiche mit einem relativ hohen erforderlichen Luftwechsel (z.B. Mensa) werden mit mechanischen Lüftungsanlagen ausgestattet. Bei der Konzeption der Lüftungsanlagen wird durch eine entsprechende Auslegung der Komponenten insbesondere darauf geachtet, dass der Verbrauch für die Luftförderung (Ventilatorstrom) minimiert wird. Die Regelung der Luftmengen erfolgt bedarfsabhängig für die verschiedenen Bereiche über die Raumluftqualität. Die Bildungsbereiche werden über Fenster be- und entlüftet. Zusätzlich wird die Luft in den allgemeinen Bereichen zentral abgesaugt, sodass die Be- und Entlüftung der Allgemeinbereiche über schallgedämmte Überströmung von den Bildungsbereichen erfolgt. Somit wird die benötige Gesamtluftmenge im Sinne der Energieeffizienz minimiert und die Flexibilität der Raumnutzung gesichert. Die Beheizung des Schulgebäudes erfolgt im Erdgeschoss über eine Fußbodenheizung. In den Klassenräumen sind Heizkörper vor den Fensterbrüstungen geplant. Ein wirksamer außenliegender Sonnenschutz vor den Klassenräumen und den Räumen der Verwaltung reduziert die solaren Einträge wirksam. Der Sonnenschutz dient zudem als Tageslichtlenkung. Durch eine andere Winkelstellung er Lamellen lenkt er das Tageslicht an die Decke der Klassenräume. Die Beleuchtung erfolgt über energiesparende und wartungsfreie LED -Leuchten mit einer hohen Lebensdauer und geringen Betriebs- und Verbrauchskosten. Dabei nimmt das Ensemble die Grünverbindung aus dem südlich angrenzenden Nordpark räumlich auf und führt die öffentliche Durchwegung ganz selbstverständlich weiter nach Norden in das neue Stadtquartier. Die wichtige stadtteilbezogene Nord-Süd-Verbindung für Fußgänger und Radfahrer wird somit gestärkt und trägt zur Verzahnung mit dem Park bei. Unabhängig davon liegen die großzügigen Pausenhöfe der Grund- und der Sekundarschule nach Westen und Osten orientiert, sind durch den Baukörper gefasst und geschützt. Sie bieten unterschiedliche, altersgerechte Aufenthaltsangebote.
Funktion SEKUNDARSCHULE:
Der zentrale Haupteingang am Vorplatz führt direkt in das großzügige Forum, das sich durch das Oberlicht licht und offen präsentiert und Zentrum und Treffpunkt des Ensembles wird. Von hier gelangt man auf kurzem und direktem Weg in alle Bereiche der Sekundarschule, direkt in die Schul- und Stadtteilbibliothek und ebenfalls – ohne Durchkreuzung der Verkehre – zu den Räumen der Grundschule, die als in sich geschlossener Bereich im östlichen Bereich liegt. Die freien Durchblicke bereits beim Betreten des Gebäudes fördern die Wahrnehmung des Ganzen und die schnelle Orientierung. Flankierend und flexibel zuschaltbar liegen um diesen freien Veranstaltungsbereich die zentralen Funktionen wie die Mensa und der Bühnenraum und ermöglichen die selbstverständliche Verknüpfung der einzelnen Bereiche zu einem hochattraktiven Eventbereich mit einer großen Bandbreite an Bespielungsvarianten. Nach Osten öffnet sich der Raum zu den begrünten Außenflächen des Schulhofs. Im direkten Gegenüber zur Mensa öffnet sich die Schul- und Stadtteilbibliothek zum Forum. Der zusätzliche Eingang im Westen, an der Fiedlerstraße ermöglicht die autarke Erschließung der Bibliothek. Der großzügige Raum hat durch seine ausgezeichnete Belichtung und den Außenraumbezug eine hochattraktive Aufenthaltsqualität und lädt zum Lesen und Verweilen ein. Über die offene Treppe, die flankierend am Forum ins Obergeschoss führt, und somit auf kurzem Weg vom Haupteingang gelangt man direkt zu den Beratungs- und Betreuungsräumen sowie in die Verwaltung. Dem Forum weiter nach Norden folgend schließen sich die Kreativräume mit direktem Bezug zu den Hofflächen, die zusätzliche Freiraumprojekte ermöglichen, an. Ebenfalls über diese zentrale, alles verbindende innere Forums-Straße erschließen sich die Obergeschosse. Den zentralen Vertikalerschließungspunkten ist neben Treppen jeweils ein Aufzug zugeordnet als schnelle, behindertengerechte Verbindung und zum Lastentransport. Die Jahrgangsklassen-Bereiche sind als jeweils in sich geschlossene und klar identifizierbare Raumgruppen in den Obergeschossen angeordnet. Die zentrale Mitte von jedem Cluster bildet der offene Lernbereich, der unmittelbar an alle Klassenräume grenzt und so nicht nur den direkten Zugang, sondern auch die direkten Sichtbeziehungen sichert. Er liegt direkt an der Fassade, so dass seine Form und seine guten Tageslichtverhältnisse die unterschiedlichsten Nutzungen als Selbstlernzentrum und zur Differenzierung ermöglichen. Die Klassenräume sind um diese freie Mitte herum gelegt. Durch die günstigen Raumproportionen lassen sie sich frei nutzen und vielfältig möblieren. Alle Räume haben beste Belichtungsverhältnisse und Ausblicke ins Freie.
GRUNDSTUFE:
Die Grundschule ist mit gleicher Klarheit konzipiert. Die Verteilung und Anordnung aller Bereiche, der zentralen, der Lern- und der Fachräume ist klar gegliedert und nach deren internen Bezügen gestaffelt. Über den Eingang gelangen Schüler wie Lehrer direkt in das Kleine Forum, um das sich die Fachräume legen. Die direkte Zusammenschaltbarkeit der Flächen ermöglicht auch hier die gemeinsame Nutzung als zusammenhängender, offener Raum. In Ebene 0 und 1 sind die Cluster der Grundstufe jeweils mit direktem Außenraumbezug angeordnet. Die zentralen Lernbereiche öffnen sich zu den Pausenfläche in Ebene 0 und auf dem Sockel und ermöglichen so den Grundschülern den direkten Zugang der Freiflächen.
Fassade und Materialien
Der Neubau setzt durch seine markante Form und seine lebendige Ausstrahlung einen selbstbewussten Auftakt der städtebaulichen Neuentwicklung. Der gestaffelte Baukörper erhält durch seine horizontale Schichtung in den ruhigen, durchlaufenden Sockel und die aufliegenden, wohlproportionierten Clusterpavillons eine angenehme Gliederung und Maßstäblichkeit. Vor die geschlossenen Wandbereiche und der sehr guten Dämmschicht wird im Sockel eine hinterlüftete Wetterschale aus hellen und unregelmäßig gebrannten Torfbrandklinkern gesetzt. Mit Klinker wird ein natürliches Material (Ton) vorgeschlagen, das eine hohe gestalterische und haptische Qualität bietet. Die aufgesetzten Pavillons erhalten durchlaufende Brüstungsbänder, die den solaren Energieeintrag zusammen mit dem außenliegenden Sonnenschutz reduzieren. Die in den Obergeschossen vorgehängte zweite, begrünte Ebene verleiht dem Neubau ein Alleinstellungsmerkmal. Diese Vegetationsschicht wirkt wie ein Filter, der das Mikroklima verbessert, das Tageslicht bricht und sich insgesamt positiv auf die Atmosphäre und Nutzung auswirkt und so zu einem starken Imageträger für die Schule an dem besonderen Standort wird. Über dem in Stahlbetonweise ausgeführten Erdgeschosssockel werden die Obergeschosse in einer massiven Holzkonstruktion errichtet. Die Geschoss- und Dachdecken werden aus Brettsperrholz als durchlaufende Deckenscheibe ausgeführt. Diese lagern linienförmig auf einer Stützen-Balken- Konstruktion aus Brettschichtholz. Die linienförmigen Balkone können durch durchlaufende Deckenplatten ohne den Einsatz von thermischen Trennungen, aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit des Holzes, erfolgen. Lediglich die Erschließungskerne werden aus brandschutztechnischen Gründen und zur Aussteifung des Gebäudes aus Stahlbeton ausgeführt.
Energie und Nachhaltigkeit
Im Sinne der Ausschreibung wird ein modernes und effizientes Konzept geplant. Die Wärmeversorgung des Neubaus erfolgt vollständig über die Fernwärme der Städtischen Werke Energie und Wärme mit einem sehr guten Primärenergiefaktor. Die Technikzentralen für Heizungstechnik, Elektrotechnik und Sanitärtechnik liegen im Untergeschoss des Gebäudes und versorgen über Schächte die verschiedenen Bereiche. Das Dach des Schulgebäudes ist begrünt, dies reduziert die Einleitmengen des Regenwassers. Die Dachfläche ist in Teilbereichen mit Kollektorfläche Fotovoltaik belegt. Das Regenwasser wird in Rigolen in den Außenanlagen zwischengespeichert. In den WCs werden wassersparende Objekte eingesetzt. Zur Bewässerung der Außenanlagen sind Zisternen vorgesehen. Grundsätzlich besteht über öffenbare Fenster die Möglichkeit einer natürlichen Lüftung im gesamten Objekt. In Räumen, die natürlich über Fenster gelüftet werden sollen, sollen Ampel-Indikatoren die aktuelle CO2 Konzentration in der Raumluft plakativ darstellen und unterstützen so die Umsetzung der Stoßlüftung im Schulbetrieb sowie die Bewusstseinsbildung hinsichtlich raumklimatischer Zusammenhänge. Bereiche mit einem relativ hohen erforderlichen Luftwechsel (z.B. Mensa) werden mit mechanischen Lüftungs-anlagen ausgestattet. Bei der Konzeption der Lüftungsanlagen wird durch eine entsprechende Auslegung der Komponenten insbesondere darauf geachtet, dass der Verbrauch für die Luftförderung (Ventilatorstrom) minimiert wird. Die Regelung der Luftmengen erfolgt bedarfsabhängig für die verschiedenen Bereiche über die Raumluftqualität. Die Bildungsbereiche werden über Fenster be- und entlüftet. Zusätzlich wird die Luft in den allgemeinen Bereichen zentral abgesaugt, sodass die Be- und Entlüftung der Allgemeinbereiche über schallgedämmte Überströmung von den Bildungsbereichen erfolgt. Somit wird die benötige Gesamtluftmenge im Sinne der Energieeffizienz minimiert und die Flexibilität der Raumnutzung gesichert. Die Beheizung des Schulgebäudes erfolgt im Erdgeschoss über eine Fußbodenheizung. In den Klassenräumen sind Heizkörper vor den Fensterbrüstungen geplant. Ein wirksamer außenliegender Sonnenschutz vor den Klassenräumen und den Räumen der Verwaltung reduziert die solaren Einträge wirksam. Der Sonnenschutz dient zudem als Tageslichtlenkung. Durch eine andere Winkelstellung er Lamellen lenkt er das Tageslicht an die Decke der Klassenräume. Die Beleuchtung erfolgt über energiesparende und wartungsfreie LED -Leuchten mit einer hohen Lebensdauer und geringen Betriebs- und Verbrauchskosten.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit 1004 schlägt für den Schulneubau ein Ensemble aus vier freien Baukörpern vor, die auf einem Sockel aufliegen. Das Schulensemble entwickelt durch seine teilweise Fünf-Geschossigkeit eine starke städtebauliche Dominanz und manifestiert sich auf dem Grundstück als markanter neuer Baustein. Über den Sockel des Schulensembles wird als konstitutive Idee der Arbeit die das Quartier zukünftig prägende öffentliche Nord-Süd-Verbindung geführt. Es handelt sich um eine große Geste, die auf ersten Blick identitätsstiftend und einladend wirkt. Die öffentliche Zugänglichkeit wird teils jedoch auch problematisch gesehen. 

Das Schulensemble wird als Gelenk im Übergang vom Quartier und dem Grünzug an der Ahna verstanden. Folgerichtig werden die zentralen Schulzugänge zur Bibliothek und dem Forum im Süden zur Ahna platziert. Im Detail zeigen sich bei der städtebaulichen Einbindung des Schulensembles jedoch auch Mängel. So wird dem zentralen Anschluss am Ahna-Grünzug in der Gestaltung der Freiräume kaum Rechnung getragen. Zudem entsteht hier durch die Lage der Küche und in der Überlagerung von Anlieferung und Zugang zur Kita eine konfliktträchtige Situation. Großzügiger gelingt dagegen der Anschluss im Norden an die Fiedlerstraße mit Sport- und Pausenhofangeboten für die Schule, die zugleich Quartiersplatzfunktion haben können. Im Innern des Gebäudes verzweigt sich die Erschließung in ein Netz von Straßen, die als Durchgangs-räume wenig Aufenthaltsqualität bieten. Trotz folgerichtiger Anordnung der Lern- und Klassenbereiche scheint dadurch die Verknüpfung, Schaltbarkeit und Möblierung stark eingeschränkt. Im Gegensatz zu einem übersichtlichen und interessant gestalteten Forum, von dem eine Verteilerfunktion ausgehen könnte, wird die Erschließung in versteckten Treppenräumen weitergeführt, die schwer auffindbar sind. Die einzelnen Clusterbereiche sind jedoch gut organisiert und versprechen konzentriertes und pädagogisch sinnvolles Arbeiten. Positiv ist der direkte Zugang der einzelnen Cluster zur Dachterrasse, was aber für die Sekundarstufe nur aus einem Geschoss heraus funktioniert. Die Aufenthaltsqualität auf dem Sockel kann aufgrund fehlender differenzierter Aussagen nicht nach-vollzogen werden. 

Das Gebäude verfolgt mit seinem signifikanten Bild, dem Anspruch auf Innovation und Ökologie – insbesondere mit der grünen Fassade - gerecht zu werden. Dies ist jedoch nur mit hohem konstruktivem Aufwand zu ermöglichen, insbesondere aufgrund der umlaufenden Balkonbänder. Diese sind jedoch in keiner Grundrissdarstellung abgebildet. 

Die Integration technischer Systeme bleibt ungeklärt. Der Nachweis der Technikflächen fehlt. Positiv ist dagegen die natürliche Belichtung und Belüftung der Lernorte im Gegensatz zu den innen-liegenden, unbelüfteten Verkehrsbereichen zu sehen. Aus Sicht des Brandschutzes sind die geforderten Abgrenzungen im Erdgeschoss (Forum / Mensa / Bibliothek) mit entsprechendem Aufwand möglich. Sie widersprechen jedoch der gewünschten Verzahnung der Bereiche. 

Insgesamt bleibt die Arbeit formal und auf einer sehr abstrakten Ebene. Sie löst ihre Versprechen sowohl mit Blick auf die städtebauliche Einbindung wie auch bei der inneren Raumqualität nur teil-weise ein.