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Verhandlungsverfahren | 10/2014

Universität zu Köln. - Freiraumplanung des Zentralcampus

3. Rang

club L94

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Der Albertus-Magnus-Platz als Herzstück des Universitätscampus Köln ist heute auf Grund der mittig plat¬zierten, dichten Bepflanzung, der komplizierten Höhensituation und der in die Jahre gekommenen Materia¬lien und Ausstattungselementen als solches kaum noch wahrnehmbar.


KONZEPT
Ziel des Konzeptes ist es einen zentralen Ort als Mittelpunkt für das studentische Leben zu schaffen, der als Herz der Universität soziale Aufgaben übernimmt und als Raum für Veranstaltungen, Kommunikation und Erholung fungiert. Ein Platz (die PLAZA AKADEMIKA) und ein Garten (Albertus Magnus Garten) sollen diesen Anforderungen gerecht werden.
Im Rahmen der Neugestaltung werden zudem Blickbeziehungen zwischen den Gebäuden wieder hergestellt. Der Baumbestand wird dennoch zum größten Teil erhalten, Bäume werden aufgeastet und der Raum von überaltetem Strauchwerk befreit. Die Brücke über die Universitätsstraße wird im Rahmen des Konzepts als Raum begriffen, der vorwiegend eine Verbindungs- und Orientierungsfunktion besitzt. Sie wird von Bebauung und Begrünung freigehalten und auch die aktuell stark bewachsenen Ränder der Universitätsstraße werden von Vegetation befreit. Die Brücke über die Universitätsstraße wird als wichtiges Verbindungsstück in das Freiraumkonzept integriert und aufgewertet.


ENTWURF
PLAZA AKADEMIKA
Über die Brücke und den Albertus-Magnus-Platz wird bis vor das Philosophikum ein städtischer Asphalt¬teppich gelegt. Dieser wird von hellen schmalen Natursteinplattenstreifen und breiteren, dunklen Natursteinplattenstreifen gegliedert. Die verwendeten Materialien orientieren sich in ihrer Farbigkeit an der restaurierten Fassade des Hauptgebäudes der Universität zu Köln.
An der Westseite des Platzes bilden einige lineare Bankelemente eine Sonnenlounge, die zum Verweilen in der Sonne einlädt.
Im Übergang zur Platzfläche des Albertus-Magnus-Platzes befinden sich teilweise verschleifende Stufenanlagen, die nicht nur eine Verbindung der Flächen herstellen, sondern auch zum Sitzen genutzt werden können. Bei Veranstaltungen können Treppe und Platzfläche als Tribüne genutzt werden. Entlang der Plaza PLAZA AKADEMIKA Philosophikum und Hauptgebäude von ca. einem Meter wird dazu genutzt, um die Fahrradtiefgarage darin unterzubringen. Sie ist über eine Rampe an der Westseite der PLAZA AKADEMIKA zugänglich. Zusätzlich wird ein Ausgang Richtung Hauptgebäude in Form einer Rampentreppe angeboten.

Albertus Magnus Garten
Zitat: „Albertus Magnus wurde 1931 heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben. Man kann sein Buch über Pflanzen und Züchtung "Naturalia", das weit über die Erkenntnisse der damaligen Zeit hinausging, als den ersten Versuch einer Pflanzenphysiologie bezeichnen. Er beschrieb erstmals einen "Lustgarten", einen Garten, der nicht zum Nutzen, sondern zur Erholung diente. Eine Rasenfläche, um die Augen zu erfrischen, eine Rasenbank zum Ausruhen, eine Quelle und ein Kräuter- und Duftgarten zur Belebung der Sinne, das alles von Bäumen gegen Sonne und kalte Winde geschützt, gehörte dazu. Dabei berücksichtigte er Sonnenstand und Wind, Duft- und Farbwirkung der Pflanzen auf eine Weise, die heute an die Weisheiten des Feng Shui erinnert. Bisher hatten eigentlich nur Pflanzen Beachtung gefunden, die einen gewissen Nährwert hatten, über Heilkräfte verfügten oder sonst irgendeinen Nutzen brachten. Nun aber hatten sie auch wegen ihrer Schönheit eine Daseinsberechtigung. Eine große Vielfalt von bisher unbekannten Gewächsen aus römischen Gärten begeisterte zuerst Forscher und Botaniker, dann das gehobene Bürgertum, schließlich hielt sie auch in die einfachen Gärten Einzug.
Um 1250 berichtet Albertus Magnus, daß es in Deutschland Rosa alba, Rosa rubiginosa, Rosa arvensis und Varietäten von Rosa canina gab. Er vertrat dabei die Ansicht, daß vor dem Tode Christi alle Rosen weiß waren und erst das von Christus zur Erlösung der Menschheit vergossene Blut rote Rosen hervorgebracht hat...“ Zitatende.
Als Reminiszenz an die Lehre des Albertus Magnus entsteht der Albertus-Magnus-Garten neben der PLAZA AKADEMIKA. Ein Garten aus Hochbeeten mit Rasenbänken, Rosen und anderen Duftstauden bietet neben der Plaza einen schattigen Ort mit sehr hoher Aufenthaltsqualität für die Studenten, Mitarbeiter und Besucher. Die Skulptur des Albertus Magnus könnte hierher versetzt werden.
Der Neubau des Imbiss wird formal in die Gartenstruktur integriert und dadurch Teil des Gartens. Ein Dach über dem Pavillon ermöglicht zudem eine wettergeschützte Außengastronomie.

Fahrradparken
Fahrradparken findet in Zukunft schwerpunktartig in der neuen Fahrradgarage unter der PLAZA AKADEMIKA und verteilt um den rückwärtigen Eingang des Philosophikums statt. Die Fahrradgarage bietet Platz für 508 Fahrräder. Weitere ca. 600 Fahrrad-Abstellanlagen in Form von beidseitig nutzbaren Anlehnbügeln (Typ Anlehnbügel 1. BA) werden dezentral verteilt im Freiraum an Stellen angeordnet, in denen sie sich nicht die Wege¬beziehungen beeinträchtigen und die Aufenthaltsqualität schmälern.

Verkehr
Die heutige Kfz-Umfahrt auf der Brücke über die Universitätsstraße bleibt in ihrer Funktion grundsätzlich erhalten (Anliegerverkehr Gryhofstraße, Kurzparken, Parken Hauptgebäude, Anlieferung, Feuerwehrzufahrt). wird jedoch mit einem Plattenbelag versehen, der ihr den Straßencharakter nimmt und sie stärker als Teil des Freiraums erscheinen lässt. Die Fahrbahn wird in diesem Bereich mit Nägeln abgegrenzt, um ein Führung des Verkehrs zu erreichen. Ein Befahren der PLAZA AKADEMIKA wird durch die Ausstattungselemente der Sonnenlounge (Bänke, Leuchten) verhindert. Die Kurzparkstände zur Brücke hin werden reduziert und durch Pedelec-Stellplätze (Mietangebot) ersetzt. Die Umfahrt auf der Brücke wird gestalterisch als Platzüberfahrt ausgebildet – mobile Leitpfosten ermöglichen die Feuerwehrzufahrt sowie ggf. eine VIP-Vorfahrt zum Hauptgebäude.
Die auf beiden Straßenseiten der Universitätsstraße verlaufenden Radachsen (Beidrichtungsverkehr) lösen sich mit Erreichung des zentralen Platzes in einen von Fußgängern und Radfahrern gleichberechtig genutzten Verkehrsraum auf, der eine gegenseitige Rücksichtnahme verlangt und die Anlage von umlaufenden Taktilen Leiteinrichtungen ermöglich.
Anlieferung und Feuerwehrzufahrten und -aufstellflächen werden rund um die Gebäude weiterhin ermöglicht.