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Award / Auszeichnung | 09/2021

BDA-Preis Rheinland-Pfalz 2021

Werkstatt für behinderte Menschen und Medizinisches Versorgungszentrum Neuwied

DE-56566 Neuwied-Engers, Neuwieder Str. 27 A

Anerkennung

Waechter + Waechter Architekten BDA PartmbB

Architektur

ap88 Architekten Partnerschaft mbB Bellm / Löffel / Lubs / Trager Freie Architekten BDA

Architektur

merz kley partner

Tragwerksplanung

Müller-BBM Building Solutions GmbH

Bauphysik

HL-Technik Engineering GmbH

TGA-Fachplanung

Projektdaten

  • Gebäudetyp:

  • Projektgröße:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 01/2015
    Fertigstellung: 01/2020

Projektbeschreibung

Die neu errichtete Werkstatt für behinderte Menschen (WFBM) bietet körperlich und kognitiv beeinträchtigten Menschen ein breites Angebot aus angemessener Förderung, beruflicher Beschäftigung und medizinisch-therapeutischen Maßnahmen. Ergänzt wird der Standort durch ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), welches die interdisziplinäre Versorgung sicherstellt.

Der neue Typus einer Werkstatt für behinderte Menschen ist gekennzeichnet durch die Verknüpfung der Bereiche Arbeiten und Rekreation. Durch das Doppelkammsystem mit versetzt angeordneten ‚Häusern‘ entsteht ein lockeres mit den Außenräumen verflochtenes Netz, so dass sich Arbeiten und Erholen ergänzen. Dieses Netzwerk zitiert die kleinteilige Körnigkeit der zweigeschossigen Nachbarbauten und fügt sich mit klarer, zurückhaltender Architektursprache in die Vielgestaltigkeit der Umgebung ein. Die asymmetrischen Giebeldächer der Häuser unterstützen die gewünschte Integration, so dass Inklusion auch im baulichen Sinne gelingt.

Die Gefällesituation wird genutzt, um die Einrichtungen barrierefrei an die angrenzenden Straßen anzubinden. Im Inneren können sich alle Nutzer gleichberechtigt, unabhängig von ihrer Mobilität, ohne Aufzüge und Treppen bewegen. Aus der Holzbauweise ergibt sich die charakteristische, identitätsstiftende bergende Atmosphäre des Hauses.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Umfang des Raumprogramms für das Gebäude der Werkstatt für behinderte Menschen und das medizinische Versorgungszentrum, das die Architekten hier gemeistert haben, ist beachtlich. Verwundert stellt man als Besucher fest, wie geschickt das große Gebäude auf dem langen, schmalen Grundstück in die Topografie gesetzt ist und sich durch seine zweiseitig versetzte Kammstruktur mit dem Umfeld verzahnt. Ein übergreifendes und auf verschiedenen Ebenen wiederkehrendes Thema des Neubaus ist die Vermittlung. Unangestrengt, selbstverständlich und sensibel vermittelt das Gebäude zwischen den Maßstäben der Ein- und Mehrfamilienhäuser und der im Umfeld angesiedelten Lagerhallen den beiden Adressen, den unterschiedlichen Niveaus und den verschiedenen Nutzergruppen in dem Gebäude. Dabei wirkt es seriös, selbstbewusst und angenehm unangestrengt, wenn es mit asymmetrischen Giebeldächern auf die kleinteilige Nachbarbebauung ebenso reagiert wie auf die größeren Baumassen entlang der Neuwieder Straße. Der markante Kopfbau mit dem medizinischen Versorgungszentrum fügt sich hier als neuer präsenter Baustein gut in die Körnigkeit des städtischen Gefüges ein und der Geländeversprung des Grundstücks wird geschickt zur barrierefreien Anbindung beider Eingänge genutzt. Repetition, Rhythmus und Varianz prägen die gut organisierte Grundstruktur des Gebäudes und ermöglichen einerseits eine leichte Orientierung und lassen andererseits vielfältige Platz und Weg-Situationen um das Gebäude herum entstehen. Die Werkstatträume wechseln sich mit hofartigen Freiräumen ab, dessen lebendigere Gestaltung der Architekten leider nicht umgesetzt wurde. Passanten können im Vorübergehen Einblicke durch die von den Architekten gesetzten Fensterbänder und übergroße Fensteröffnungen in den neuen Typus einer Werkstatt für Behinderte erhalten und so eine Verbindung zu den dort arbeitenden Menschen herstellen. Die hellen Innenräume mit ihren eleganten Massivholz-Rundstützen und schwebend wirkenden Dachflächen strahlen eine Leichtigkeit aus, die auch durch die gewählte Materialität und der zeitgenössischen und zugleich fröhlich dezenten Farbigkeit unterstützt wird. Fein detaillierte Oberflächen und Bauteile, hellgrüner Bodenbelag, weiß lasierte Holzoberflächen und weiße Akustikdecken kreieren eine freundliche Atmosphäre, in der sich gut leben und arbeiten lässt.
Eingangsebene

Eingangsebene

Hofebene

Hofebene